Wie kann man es ermöglichen, daß die Nutzer nicht einfach nur "Co-Autoren" sind (worauf viele Ideologen der Interaktivität einfach bloß abzielen), sondern daß sie/er wirklich "in" den mentalen Raum eines Textes aufgenommen wird, in den Denkprozeß eines anderen Subjekts? Wie kann man mittels Multimedia denken?

 

...nicht nur als ein Medium zur Vermittlung von Ideen und Argumenten zu benutzen , sondern als eines, das fähig ist, den Denkprozeß selbst zu präsentieren.

 

...und die Bedeutung dessen zu vermitteln, wie es sich anfühlt, von einer Assoziation zur nächsten zu gehen, von einer Erinnerung zur anderen, von einer Einsicht zur nächsten.

 

...und die den Computer als ein Modell des menschlichen Gehirns betrachtet. Eine Maschine, die über Erinnerungsvermögen verfügt, die Worte und Bilder speichern, suchen und vergleichen kann und die, was am wichtigsten ist, "Links" herstellen, das heißt assoziieren kann.

 

Ein Versuch, mit anderen Worten, das zu repräsentieren, was nach Locke und anderen Assoziations-Philosophen die Grundlage unseres geistigen Lebens ist - Assoziationen zu bilden.


Schreiben mit Multimedia
Lev Manovich   20.01.98