Weblog 2003 - was mir so auffällt...

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heute bei Peek&Cloppenburg ...

29.11.03

   

...bei den Blusen... Ich höre Gesprächsfetzen.

   

Kunde: und Schröder...was der verspricht und nicht hält...neulich war das im Spiegel mal aufgelistet...

   
   

Verkäuferin: ja, und warum setzen die sich nicht mal alle hin und überlegen, was gut ist für Deutschland! unabhängig von der Partei, alle vier, ...

 

Genie und Wahnsinn

21.11.03

   

telepolis vom 7.10. >>

   

"Kreative Menschen nehmen offenbar dauernd Informationen aus ihrer Umwelt auf. Normale Menschen klassifizieren ein Objekt, und dann vergessen sie es, auch wenn dieses Objekt viel komplexer und interessanter sein mag als sie denken. Bei kreativen Menschen ist das anders. Sie sind ständig offen für neue Möglichkeiten. "

   
   

 

"Wer die Informationsflut nicht begrenzen kann, gerät schnell in ein Stadium, das dem einer beginnenden Schizophrenie nicht unähnlich ist."

 
   

"Die mangelnde Fähigkeit zur "latenten Inhibition" wurde bei kreativen Menschen nach Auskunft der Wissenschaftler sieben Mal öfter registriert als bei ihren "normalen" Artgenossen."

   
   

 

Luise Reddemann, die Koryphäe der Traumatologie, sagt zu dieser Informationsflut: "Aufgrund ihrer Lebensgeschichte beobachten Patienten sehr scharf.Sie waren oft darauf angewiesen, adere genau und wachsam zu beobachten, um vielleicht Gefahren abzuwenden." (s.a."Trauma und Imagination")>>

 
   

dort erwähnt sie Leonard Shlain, "The alphabet versus the goddess - The conflict between word and image":

   
   

 

"Nach Shlain wurden die Bilder, die Ausdruck der Göttin waren, zunehmend durch Buchstaben, die für den männlichen Gott standen, verdrängt. Der männliche Gott des Wortes, der linken Hirnhälfte, besiegte die Göttin, die Bilder, die rechte Hirnhälfte insoweit, als dieser Gott und alles, was zu ihm gehört, die Göttin dominierte, schlimmer, unterdrückte...
Shlain betont die Wichtigkeit der Rückkehr der Bilder in diesem Jahrhundert durch die Fotogrfie, den Film und vor allem natürlich das Fernsehen. Offenbar wird beim Fernsehen die rechte Gehirnhälfte stärker aktiviert als beim Lesen und Sprechen."

 
   

Interessante These. Sehr einleuchtend.
Nur: warum wird immer wieder die Dichotomie männlich-weiblich in der Form heruntergebetet, dass Eigenschaften der rechten Hinrhälfte dem Weiblichen, Eigenschaften der linken Hirmhälfte aber dem Männlichen zugeordnet werden?

   

 

Worte verletzen wie Schläge...

14.10.03

   

..das weist eine Studie von Naomi I.Eisenberger und Kollegen von der University of California nach.   telepolis vom 13.10.03 >>

   

"When someone hurts your feelings, it really hurts you" telegraph news >>

   
   

Probanden wurde vorgegaukelt, sie würden beim Computerspiel von den anderen Teilnehmern ausgeschlossen. Magnetresonanzmessungen der Gehirnaktivitäten zeigten, dass die selben 2 Hirnregionen aktiviert wurden wie bei körperlichem Schmerz.

   

Das sagt doch auch wieder etwas aus über unser Verhältnis zwischen Realität und Virtualität!

   
   

Einerseits: das Spiel war nur virtuell, die "Mitspieler" auch, in diesem Fall sogar gar nicht vorhanden.

Andererseits: Virtuell ist real! widerlegt all der Quatsch von "das war ja nur im Internet, das ist ja nicht wirklich". All die unverbindlichen Verhaltensweisen, die die Kommunikation im Internet kennzeichnen, das "ist ja egal, hat ja keine Konsequenzen"!

   

Mir geht das manchmal so: Dinge, die ich im Leben versäumt habe, die unwiederbringlich dahin sind; wenn sie mir dann klar als Möglichkeit, als konkrete Möglichkeit vor Augen stehen, so kann ich es fühlen, als sei es Realität.

Manchmal -

wie beispielsweise der Mann, der auch wie ich mindestens 5 Kinder wollte - und den ich zu spät kennengelernt habe...

   

 

3. Oktober mal wieder

3.10.03

   

"Und was machst _du am Einheitstag?" "Ich arbeite. Für mich ist der 9. November der eigentliche Feiertag." >>

   

Das meint nun endlich auch mal noch jemand anderes:
Hans-Jürgen Arlt in der FR von gestern:
Besser als gar kein Feiertag

   
   

 

Meine Freundin hat mich damals mit meiner Fahne unterstützt. Ich hatte Angst vor Rowdies...

 
   

Sie arbeitet in Ludwigshafen an der Berufsschule. Gestern waren wir unterwegs in der Pfalz, in einer kleinen Stadt suchten wir das Ev. Gemeindehaus, um dort eine Kulturveranstaltung zu besuchen.

   
   

 

Wir fragen einen Passanten. Er erklärt uns den Weg, in einem Deutsch mit Akzent und nicht fehlerfrei, ein türkisch stämmiger Mann wohl.

 
   

Unsere Begleiterin: "Das hab ich jetzt nicht verstanden".

   
   

 

Wir sehr wohl! Wir sind das gewohnt - ich wohne im "Ausländerviertel", und meine Freundin an der Berufsschule...

 
   

da muss man schon ansetzen, mit der Integrationsarbeit für Deutsche, bei diesem sturen Hören.
Ich erlebe das auch, zB in Island, wenn ich im Laden etwas kaufen möchte, und der Verkäufer versteht mich einfach nicht, weil er nicht erwartet, dass ich Isländisch kann, und weil er nicht gewohnt ist, sich auf eine fremdartige Aussprache einzuhören. Übungssache! und eine Sache der Bereitschaft und des offenen Denkapparats...

   

 

Hochhäuser und Potenz...

26. 9.03

   

"Die Assoziation von Hochhaus und Phallus drängt sich auf, jetzt gab es im Web eine Umfrage nach dem "Hochhaus, das am stärksten einem Penis gleicht"
Florian Rötzer in telepolis am 26.9. >>

   

na dann. Das war schon lange klar >>

   
   

"Macht - historisch sowie noch immer wirtschaftlich und architektonisch männlich dominiert - ist Potenz, und damit wohl auch immer sexuell unterfüttert."

 

Die Kunst braucht Freiheit - der Künstler auch?

22.7.03

   

J�rg Immendorf im Rausch

   

Alle sind sich einig: Von "aspekte "

   
     

"Es geht doch darum: Wie sähen die hochgelobten Kunstwerke Immendorffs aus, wenn er sie ganz nüchtern und ohne Drogen gemalt hätte? Auf was hätte so manch' Kunstliebhaber verzichten müssen? Und was hätten wir zukünftig von ihm zu erwarten, wenn er nicht mehr wie gewohnt von den Musen geküsst im Rausch der Sinne ans Werk geht - und das gerade jetzt, wo ihn doch alle kennen, seine Popularität ganz weit oben ist. Künstler brauchen ihr Biotop und sind etwas ganz Besonderes. Wo kämen wir denn sonst hin?"

 
   


über Gabriele Henkel bis zu Bazon Brock:

   
     

"EIn Künstler braucht Exzesse, um kreativ zu sein. Ein Künstler kennt keine Tabus."

- so die einhelllige Meinung. Also dann mache ich ja gar keine Kunst! Ich brauche weder Exzesse, noch Drogen, noch Callboys...

 
   

Prostituierte heißen da "Musen", und auch Friedmann zB "entschuldigte" sich nur für seinen Kokskonsum, nicht aber für den "Gebrauch" von Frauen.

Wir wissen, wohin das führt:

   
     

zum Glück gab es Diskussionen zur Ausstellung "Otto Muehl. Das Leben ein Kunstwerk". - Kinderschänder, Sexmaniac (...die n�chste Ausstellung in der Bundeskunsthalle hei�t dann: "Hitler. Das Leben ein Kunstwerk" ).
Nachdem Stockhausen schon das Attentat auf die Twin Towers als gro�es Kunstwerk bewundert hat (Zitat Stockhausen: "Das ist das gr��te Kunstwerk, das es �berhaupt gibt f�r den ganzen Kosmos..")
und dann gab's da ja noch den K�nstler, der sich in den Arm scho� und das dann als Kunst feierte - Tabus brechen, Grenzen �berschreiten...

ich wäre froh, die Kunst wäre frei! Die Kunstkongregation von Kritikern und Kunsthistorikern über Galeristen und Professoren legt fest, was zu einem bestimmten Zeitpunkt als Kunst gelte.
Das ändert sich alle 10 Jahre. Vor 10 Jahren, als ich Diplom machte, war Realismus so verpönt, dass selbst meine KollegInnen beschämt die Augen vor meinen Arbeiten niederschlugen, um mir nicht gestehen zu müssen, dass das kitschiges Kunsthandwerk sei. Und heute? man sieht fast nichts Anderes mehr!

 
   

Prostitution ist ja auch völlig normal, es ist nichts dabei, sich eine Frau zu kaufen (oder auch neun). Auch Otto Mühl und die ganze Blase von Dieter Duhm über das ZEGG in Berlin bis zum Heilungsbordell Tamera in Portugal leben von dieser angeblichen freien Liebe ohne jegliches Tabu. Nur mal so als Denkanstoß, wie die Realität aussieht: In praktisch allen L�ndern und in allen Sprachen ist das Wort "Hure" ein �u�erst abf�lliges Schimpfwort, ein Wort f�r das Ver�chtlichste und Abwertendste, was man �ber eine Frau sagen kann.

   
   

Die sexuelle Befreiung, von der so viel die Rede war, erwies sich als eine Befreiung zu den Bedingungen des Mannes.

Interessant in diesem Zusammenhang ein Gesetz in Schweden, dem Land der sexuellen Befreiung, das seit 1999 in Kraft ist. Nach diesem Gesetz wird der Sexk�ufer � meist ein Mann � kriminalisiert, w�hrend die Prostituierte � meist eine Frau � sich keiner kriminellen Handlung schuldig macht. Die Prostituierte bleibt straffrei; der Sexk�ufer aber ist nach dem neuen Gesetz ein Straft�ter.

 

 

Brynhildur, Worms und Island

20.8.03

   

ah, in Worms gibt es Kunst zum Nibelungen-Mythos! nix wie hin...

   

Timothy Salt hat einen Zyklus gemalt, mit typografischen Elementen. Es gibt einen Vortrag, und er ist sehr fundiert, frei gesprochen, von Eichfelder, und soweit ich das beurteilen kann, sachlich korrekt. Meistens kriegt man da ja irgend was vorgesetzt...an das Wormser Highlight "Nibelungenfestspiele" darf man gar nicht denken!
Dort hat sich einer was Poppiges aus den Fingern gesaugt, das mit den Abgründen und der Vielschichtigkeit des Mythos aber auch gar nichts mehr zu tun hat! .

zur Ausstellung> im "Schauraum der Fabrik"

Besprechung in der Wormser Zeitung>

der "Märchenerzähler" Eichfelder>

 
      Drachenblut. The wild Horse Projekt  
   

Die Bilder gefallen mir auch nicht so, zu wenig kommt mir da rüber.
Und am meisten stört mich, dass sie hauptsächlich auf die Drachentöter-Story eingehn. Brynhildur kommt nur als Sexobjekt vor!

   
   

 

Natürlich, wie sagt Maslow. "Wer nur einen Hammer als Werkzeug hat, sieht in jedem Problem einen Nagel"

 
   

oder: es gibt keine objektive Betrachtung. Seit Heisenberg sogar wissenschaftlich bewiesen (Unschärferelation).

   
   

hier, das hat meine Freundin noch gefunden:
Der Betrug an Brunhilde >
, gequiltet von Ursula Baumung, Stutensee, im Nibelungenmuseum Worms zu sehen

 
   

 

Doch die Hauptfigur des Mythos ist Brynhildur. Es gibt Thesen, wonach diese und andere Mythen und Sagen in ihrer ältesten Schicht einen geschichtlichen Hintergrund haben.

 
   

Danach lebte die europäische und teils asiatische Urbevölkerung im Matriarchat. Bis die Indoeuropäischen Eroberungen kamen. Das war so zwischen 3000 und 1000 vor unserer Zeitrechnung. Auch Kelten, Germanen, Iraner, Hethiter usw, sind erst spät angekommen! Über die davor ansässige Bevölkerung weiß man sehr wenig.

   
    inks zum Thema auf meinen Seiten:

Fotoserie>

Die Drei Nornen>

Denkmal für die 50-Pfennig-Frau>

über Brynhildur (zur Ausstellung in Neustadt)>

Aber über deren jahreszeitliche Riten und das Geschehen um die dreigestaltige Göttin weiß man einiges. Es gab eigentlich keine männlichen Götter, so die These, und die Göttin durchlief, wie alles Leben, 3 Phasen: Mädchen, Frau und Mutter, alte Frau. Ihr Partner, der Heros, musste den Drachen töten, um dann mit ihr die Heilige Hochzeit zu feiern, die Fruchtbarkeit übers Land bringen soll.

Und die Sage um Brunhilde, die für die Göttin steht, spiegelt den Kampf dieser Kultur mit der der Eroberer, die patriarchal ausgerichtet waren (und sind). Sie degradieren die Frau zu etwas Lieblichem, Langweiligem. Das ist Kriemhild.

 
   

Was davon allerdings Stand der Forschung ist - das weiß ich nicht. Man nimmt das alles schon als so selbstverständlich an. Das wäre ein Thema! Forschung mit künstlerischen Mitteln und Strategien. Ich sammle Themen für Doktorarbeiten...

   
     

...und wieso steht im Titel dieses Beitrags auch noch "Island"?

 
   

Ja, weil die isländische Version der Nibelungensage die älteste ist, und weil ich grad dort war! eine Woche nur, aber ich musste die Hitze hier fliehen. Ich habe eine Wanderung im Hochland mit dem dortigen Wanderverein mitgemacht.

   
     

Und Iðunn Steinsdóttir kennengelernt, die Kinderbuchautorin. Leider wird sie in Deutschland nicht (mehr) verlegt...

 
   

Als wir zurück nach Reykjavík kamen, hatte ich noch etwas Zeit, bis mein Flugzeug ging, und so konnten wir noch ins Schwimmbad gehn, aahh! draußen natürlich, mit den obligatorischen Hot Pots in verchiedenen Temperaturgraden drumrum...

   

 

Kittelschürze...

20.8.03

 

das heiße Wetter war's!

 

Was kann man da noch tragen, wenn man eh die ganze Zeit schwitzt, und dabei auch noch arbeiten will, zB malen?

   

Ja, einen Werkstattkittel...
aber das zieht mich nicht an.

   
   

leider musste ich diese Kittelschürzen-Bilder mit einem Spezailtext markieren, da sie ständig geklaut werden - dh Leute verlinken auf sie, in Foren, auf privaten Seiten usw.
Scheinen den Nerv getroffen zu haben...

Das bedeutet, dass niemand die Herkunft erkennt, aber ich dadurch auf meinem server traffic bekomme |-(

Natürlich, die Kittelschürze! Klassisch und bewährt...luftig, bequem...

Es gibt sie leider kaum zu kaufen. Bei Berufskleidung - "das haben wir nicht mehr im Sortiment", im Kaufhaus, nichts.

Doch, da, bei C&A! Auch noch aus Baumwolle, 9 EUR!

Wow, da fühle selbst ich mich bei der Hitze (fast) wohl...

wir sind uns einig: endlich keine Kleidung, die einengt, auf die man die ganze Zeit aufpassen muss!

 
   

Und man möchte es nicht glauben: alle fahren drauf ab. Meine Freundin stand am gleichen Tag bei Walmart vor dem Ständer mit Kittelschürzen, und hier, aus einem Forum>>:

"Ich werde daher dem Kittel treu bleiben und glaube auch, dass er wieder im Kommen ist."

Ja, als kultige Kleidung für in die Disco, das kennt man.

Wir aber meinen das ernst!

(von den anderen Anwendungen sprechen wir jetzt mal nicht, das interessieren uns eher wenig...)

 
   



oder, hier, bei 3sat>> gefunden:

und der hier, eine Firma habe ich gefunden, die sowas noch vertreibt - Kalltex. Leider nur Wiederverkäufer - wir werden sehen!

ach so, man sagt da ja jetzt "Hauskleider" -

 
   

 

"Frau, Sch�rze und Arbeit bildeten damals eine Einheit."

 

 

Ozon...

3.8.03

   

ich leide. Diesmal wirklich, wo es das letzte Mal doch evtl. Boreliose war, die ich dann doch mit harten Antibiotika bekämpfen musste.

Zu allem Übel ist Mannheim Mitte am allerstärksten belastet! um 18 Uhr stieg der Messwert über die Alarmschwelle - 240 mikrogramm. Die nächsten Werte für Heidelberg bei 200, alle anderen bis 160 und weniger.

   

Daten von allen Messstationen in Deutschland gibt es online hier >>>
rechts kann man das Bundesland auswählen und dann die Stadt

   
   

Muss ich mir jetzt wieder eine neue Heimat suchen? Ich vertrage die Hitze einfach nicht. Ich bin schlapp, Kreislauf arbeitet auf Hochtouren, Füße geschwollen...

die Lösung wäre, die Sommermonate in Island zu verbringen!

 

Arme Jungs...

30.7.03

   

FR von heute

   

Nun ist es also auch in meiner sonst so geliebten FR angekommen: das Märchen von den armen benachteiligten Jungs und Männern.
Erzählt wurde es schon letztes Jahr im Spiegel (mit den gleichen Begründungen) und dieses Jahr im Focus, wo eher auf erwachsene Männer und ihre Benachteiligung unter Umgehung simpelster wissenschaftlicher Methoden eingegangen wurde.
Heute also in der FR.

Besonders perfide: da diese Beiträge von Frauen sind, müssen sie stimmen! Der Vorwurf der Befangenheit kann ja nicht erhoben werden...

Zerlegen wir das Ganze einmal:

   
   

These 1: Zunahme von weiblichem Lehrpersonal führt zu schlechteren Leistungen der Jungen.
Eine Korrelation wird als kausal interpretiert. Das ist so hanebüchen und unwissenschaftlich wie der Beweis für den Klapperstorch, der die Babies bringt, durch die Korrelation von abnehmender Storchenpopulation mit abnehmender Geburtenrate in Deutschland.
Fragen wir nach anderen, vielleicht sogar gemeinsamen Ursachen für beide Phänomene:
Warum wollen immer weniger Männer Lehrer werden?
Warum nehmen die schulischen Leistungen von Jungs ab?
Ich will hier in der Kürze keine umfassenden Untersuchungen anstellen, nur als Beispiel zur Anregung geben: Es könnte sein, dass Mädchen in ihrer derzeitigen Sozialisation besser mit den neuen Verhältnissen zurecht kommen. Mit Vorsicht vor aller Pauschalisierung könnte man zB der These folgen, dass Jungs eher normativ erzogen sind, dh sich in einem Kanon fester Regeln am wohlsten fühlen. Wenn man der Tendenz zu offenen und vor allem auf die verschiedenen Lebensumgebungen zersplitterten Regeln ausgeht, hat ein auf feste Strukturen angewiesener Charakter größere Probleme ("Angst vor der Freiheit").

 
   

These 2: Jungs werden von den "feminisierten" Lehrerinnen benachteiligt.
Diese These impliziert ein unbewusst feindseliges Verhalten der neuen Lehrerinnengeneration, die mit feministischen Thesen erwachsen wurde und ihren Männerhass nun an den armen Schulbuben auslässt.
Diese Sichtweise vernachlässigt völlig, inwieweit Feminismus tatsächlich mit einer Ablehnung von Männern einhergeht. Zu untersuchen wäre die tatsächliche Benachteiligung von Jungs, und zwar im Detail.
Davon steht in keiner der Untersuchungen etwas. Es wird nur aus verschiedenen korrelierenden Fakten eine Kausalität geschlossen: mehr Lehrerinnen - Feminismus zeitgleich - schlechtere Schüler - bessere Schülerinnen. Wissenschaftlich völlig unzulässig.
Bekannt ist auch, dass gerade Frauen sich nicht gegenseitig wert schätzen und ernst nehmen. Auch sie haben gelernt, dass Männer mehr wert sind. Und das steckt tief drin. Und lässt sich in ein bis zwei Generationen nicht auswischen.

   
     

These 3: Frühere Untersuchungen werden mit kurzen Pauschalangriffen für nichtig erklärt.
Hier ist frappierend, wie schnell es geht, das Rad zurück zu drehen; verglichen mit den langen Jahren intensiven Forschens, die daran gesetzt wurden, zu belegen, wie die Diskriminierung von Mädchen und Frauen genau erfolgt.
Beispiel: Ein Beleg für die Benachteiligung von Mädchen und Frauen liegt in der Tatsache, dass Frauen wesentlich weniger Redezeit zugestanden bekommen als Männer. Auf Schule bezogen: Mädchen werden weniger häufig aufgerufen.
Lässt man nun wie die Autorin Diefenbach Willkür walten, deutet man das um in eine Benachteiligung, mit dem Argument, wer mehr redet, kann auch mehr Fehler machen.
Dabei ist es ein Gemeinplatz, zB in politischen Auseinandersetzungen, dass es entscheidend darum geht, wie viel Redezeit man erobert. Inhalt ist auch ganz gut, aber wesentlich ist einfach die Zeit, die man sich in das Gehirn des Gegenübers einprägt.

 
   

These 4: Frauensprache benachteiligt Jungs, da sie ihre Kultur nicht wiederfinden.
Hier ist lustig wahrzunehmen, wie schnell Jungs und Männer (und ihre selbsternannten Anwälte und Anwältinnen) schreien, sie seien benachteiligt, wenn auch nur ein Millimeter an ihren Privilegien gekratzt wird. Es war eine wichtige Erkenntnis der Genderforschung, zu zeigen, wie Interpretation und wissenschaftlicher Nachweis auseinanderklaffen. Beispiel: 1/3 = 1/2, dh, fällt in einer Gruppe die Redezeit objektiv gemessen zu einem Drittel auf die Frauen, meinen alle, diese hätten die halbe Redezeit innegehabt!
Tatsache ist, dass im öffentlichen Leben sich die Sprache und Kultur von Frauen wenig wieder findet. Möchte eine Frau an entscheidenden Stellen mitmischen, muss sie sich der Sprache und Kultur von Männern anpassen. Vielleicht ein klein wenig Ausgleich, wenn auch Jungs sich mal ein klein wenig der Kultur von Frauen anpassen müssen -wenn dem tatsächlich so ist. Auch dies müsste erst en detail nachgewiesen werden.

   
     

These 5: Die Lebenswelten von Mädchen und Jungs haben sich weitgehend angeglichen.
Wer mit Jugendlichen zu tun hat, kann über eine solche Aussage nur lachen. Das mag vielleicht in gewissen Kreisen einigermaßen zutreffen, wenn überhaupt; aber das ist die Minderheit. Hier zeigt sich nur der von der eigenen Lebenswirklichkeit verblendete Blick.

 
   

Trotz aller schlechten schulischen Leistungen sind Jungs im Erwachsenenleben immer noch bevorzugt, wie ja auch der Teilaspekt im Artikel von Waltraud Cornelißen zeigt.

Nicht desto trotz sehe ich durchaus großen Bedarf für Jungenarbeit! und zwar im Hinblick auf ihre Umstrukturierung.
Frauen haben da für sich schon viel geleistet. Nun sind die Männer dran, für sich eine neue Rolle und Identität zu finden. Und vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, wenn ihnen auch Frauen dabei helfen. Schließlich kommen sie anscheinend mit den neuen Verhältnissen besser zurecht.

   

 

Die leichteste Verf�hrung zur Untreue

29.7.03

   

Florian R�tzer 22.07.2003 in telepolis

Beziehungen werden durch Online-Flirts und oft nicht nur virtuelles Fremdgehen ver�ndert

   

Das Internet revolutioniert angeblich das sexuelle Leben der Vernetzten, zumindest aber deren Partnerbeziehungen. "Das Internet wird bald", so eine P�dagogin der University of Florida, "zur verbreitetesten Form der Untreue werden, wenn es dies nicht schon ist."

   

 

Produkte verkaufen? - nein, Wünsche...

29.7.03

   

Keine Bälle mehr da bei Aral...

   

...ich muss sagen, schon ziemlich genial!

   
   

mit Rationalität hat das nichts mehr zu tun. Ich kann doch in den Laden gehn und mir für 5 EUR so einen Ball kaufen!

Aber das ist halt nicht das Gleiche...

 
   


was ließe sich da alles rauslesen! Man ist als Kind angesprochen, einen Ball geschenkt bekommen!

Und etwas, für das ich mich anstrengen muss, ist viel wertvoller! Dann der Sammeltrieb (mein Heft ist immer noch nicht voll, so wenig fahre ich Auto hier in der Stadt! was toll ist...) Und dann der virale Effekt - jeder spricht davon...

   

 

Alu, Island und sein billiger Strom 2

29.7.03

   

Der Tragödie erster Teilbericht >>

   

Nun haben auch deutsche Banken Kredite bewilligt >>für das umstrittene Staudammprojekt, das das größte zusammenhängende Wildnisgebiet Europas zerstören soll - aber Natur an sich ist ja kein Wert. Das ist halt Romantik.

   
   

 

Da meine Bank beteiligt ist (Postbank), bin ich ja direkt involviert! Was tun? EIn Brief muss es ja mindestens sein. Aber das müssen viele werden!

 
   

Der Nutzen des Staudamms ist äußerst umstritten, die Wirtschaftlichkeit wird von verschidenen Gutachten in Zweifel gezogen (darunter ein vom Staat in Auftrag gegebenes), und jede Familie Islands bürgt mit 25000-30000 Dollar für das Kraftwerk!

Selbstdarstellung des Projektes >>

   
   

 

weitere Infos hier >> (ausführlicher Artikel, leicht lesbar geschrieben) oder hier>> (mit sehr gut aufbereiteten Argumenten als pdfs)

 
   

und hier >> die Seite der isländischen Naturschutz- Vereinigung mit viel Material und Bildern...also wenn man mal in Island war, und das unberührte Hochland kennt, dann kann man einer solchen unwiederbringlichen Zerstörung nur zustimmen, wenn der Nutzen wirklich groß ist!

 

 

Nathan

5.7.03

   

Reimar leiht uns für die Buschgirls seine Digicam, sodass die Mädchen mal das ausprobieren konnten, etwas zu fotografieren und gleich ins Internet zu setzen.

   

Und so kommt es, dass ich abends noch mit ihm ans Theater gehe. Es wird Nathan der Weise gegeben.

   
   

 

Das glaubt man kaum, 1779 geschrieben, nichts hat sich geändert, die gleichen Verhältnisse. Und eigentlich ohne Handlung, Sprechtheater - und dennoch spannend! 3 Stunden, das merkt man gar nicht. Auch das Publikum zahlreich, und viel Beifall.

 
   

Tja, damals wäre ich wegen Nathan fast durchs Abitur gerauscht. Die Ringparabel war mein Thema im mündlichen Abi in Deutsch. Ich hatte keine Ahnung. Einfach überhaupt gar keine. Ich sprach vor Menschen, die mir nicht sehr vertraut waren, sowieso kaum. Im übrigen war ich jünger als die anderen, wurde noch in der Abitursklasse für 13 geschätzt.

   
     

wenn ich heute noch dran denke - immer noch grauenhaft!

Der Lehrer gab mir gnädig eine 5. In Wirlichkeit war es eine 6. Ich sagte buchstäblich nur 1 Satz! "Lessing war ein Aufklärer..." und nur weil wir sonst so gut waren in der Schule (Mathe 1, Physik 1), haben sie Gnade vor Recht walten lassen...

 
   

Ich kann mich noch an eine Stelle im Unterricht erinnern, wo wir Nathan der Weise behandelten. Eben derselbe Lehrer stellte, mit süffisantem Grinsen (ja, das sehe ich echt noch vor mir! einzelne Spitzen erinnere ich sehr gut, auch wenn mein Gedächtnis für Ereignisse sonst seeeehhhr schlecht ist) - also, der Lehrer fragte, ob uns da nicht was auffallen würde mit dem Schluss, dass da doch etwas nicht stimme.

   
   

 

Niemand versteht, worauf er hinaus will:

Dass die beiden jungen Leute sich freuen, als sie erfahren, dass sie Geschwister sind! das ist doch komisch. Eigentlich müssten sie darüber, als Liebespaar, doch sehr depimiert sein...

 

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Gertrud Schrenk
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