Weblog 2005 - was mir so auffällt...

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Samstags in Mannheim...

4. Dezember 2005

    Wurstmaxe vor dem Postgeb�ude

Am Geldautomaten Schlange stehn...

 
   

 

...und die leckeren Bratwürstchen essen!

Wurstmaxe  
    Fenster Postgeb�ude

...das Postgebäude bewundern – große Architektur aus den 50ern.

 

 

Korrelation oder Kausalität?  

10. November 2005

   

...wenn _das Wissenschaft ist ...

 
    Ein Vater spielt mit 2 Kindern

gestern in nano/ 3sat : Verheiratete Männer haben einen niedrigeren Testosteron-Spiegel als Unverheiratete!

 
   

Und gleich findet man wieder einen Grund, warum die Evolution das so eingerichtet hat: um den Nachwusch zu sichern, denn weniger Testosteron bedeute mehr Häuslichkeit.

 

 
   

jungbusch

Eine Korrelation wird sofort als Kausalität interpretiert... ich erinnere nur an die Sache mit dem Storch ... oder die jahrhundertelang gängige Ansicht, Frauen seien aus evolutionstechnischen Gründen treu („Brutpflege“) und Männer müssten untreu sein („Verbreitung der Gene“), doch, wirklich, diese These galt als gesichert! Bis die Forscherinnen und Forscher dann doch mal wissenschaftliche Untersuchungen durchführten und feststellten, dass auch bei den Affen der Nachwusch zum größten Teil nicht vom Partner stammt ...

„Seit die Zoologen per DNA-Test Vaterschaftsnachweise für Erpeln, Meisen und Krähen führen können, müssen sie bei praktisch jeder untersuchten Art feststellen: hinter der Fassade des Eheglücks finden sich auch im Tierreich Seitensprünge, Seitensprünge, Seitensprünge. Dr. Ulrich Reichard vom Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig beschäftigt sich mit dem Sinnbild der Treue unter Säugetieren, den Gibbons. Diese Affen bleiben über Jahre mit demselben Partner zusammen. Doch als der Biologe mit seinem Team den Affen im dunkeln Blättergrün des thailändischen Urwalds folgte, konnte er ganze Soap-Operas beobachten.“ Quelle >>>

 
   

Zurück zur Sendung: Aha, auf der Webseite >>> wird diese Möglichkleit sogar erwogen! Das vielleicht äußere Einflüsse Auswirkungen auf den Hormonspiegel haben könnten...

 

 
   

Die neuen gehypten bildgebenden Verfahren der Gehirnforschung zeigen es doch ganz eindeutig: Sogar Botenstoffe im Gehirn lassen sich durch Gedankenarbeit, Imagination, Feedback, Meditation usw trainieren.

Und dass Männer durch ihre Sozialisation auf einen hohen Testosteron-Spiegel getrimmt werden (oder sich trimmen), liegt eigentlich auf der Hand.
Literaturtipp: Dieter Otten, MännerVersagen. Auszüge findet man hier >>>

 
   

Nur, für die Erforschung dieser „geistigen Medikamente“ gibt es kaum Forschungsgelder. Es lässt sich damit nur wenig Geld verdienen. Keine teuren Maschinen, keine Medikamente...

 

 
   

Die neuen gehypten bildgebenden Verfahren der Gehirnforschung zeigen es doch ganz eindeutig: Sogar Botenstoffe im Gehirn lassen sich durch Gedankenarbeit, Imagination, Feedback, Meditation usw trainieren.

Und dass Männer durch ihre Sozialisation auf einen hohen Testosteron-Spiegel getrimmt werden (oder sich trimmen), liegt eigentlich auf der Hand. Literaturtipp: Dieter Otten, MännerVersagen.

 

 

Kunst als Ware

31. Oktober 2005

   

west.art im WDR 31. 10. 2005 >>

 
   

Anscheinend immer noch ein Thema, das Verhältnis Kunst <-> Kommerz! Nach all den Jahren...

 

 
   

Was blieb mir von der Sendung im Gedächtnis:

 
   

Boris Becker - nein, nicht bumbum, sondern der Fotograf. Ruhige, flächige Bilder, Becherschule (so heißt man das, wenn die Jünger den oder die Meister maximal variieren...)

 

 
   

Boris Becker zeigt auf einmal Gegenstände, nicht-flächig. Und spürt den Druck des Marktes, der das typische Becker-Bild, die Marke will.
Und gibt das unumwunden zu!

 
   

Tanja Grunert, Galeristin aus New York, mit ziemlich uncoolem Habitus ;-)

 

 
   

Jungbusch

In Leipzig war sie nur einmal („Was soll ich in Leipzig?“), will heißen, die gehypte Leipziger Schule interessiert sie nicht, jedenfalls nicht als Schule (sie kennt auch den Ansturm der Sammler, zB auf der Art Basel, die nur 2 Fragen haben: Leipzig? Alter?). Sie berichtet von Robert Barry, einem Künstler, den sie vertritt, der erst jetzt mit 67 Jahren groß rauskommt, sich selbst wundert, wie ihm geschieht, und darüber, dass er nun nicht mehr unbedingt in einer Rostlaube herumfahren muss.

 
   

Horst Falckenberg, Sammler

 

 
   

Er meint, der Boom der figurativen Malerei sei ein Zeichen des Konservatismus, der sich seit den 80ern auch politisch breitgemacht habe.

Meine Meinung: mag ja sein, dass bei den ganz Jungen das eine Rolle spielt, und dass sie das Kritische, Suchende, Fragende nicht in ihrer Kunst haben.

Die Entwicklung hin zur gegenständlichen Darstellung lief aber anders: Es ist der Weg der Postmoderne, die fälschlicherweise immer mit historisierenden Schnörkeln gleichgesetzt wird.

Die Postmoderne war und ist eine Antwort auf die festgefahrenen Dogmen der Moderne: ein Kunstwerk darf dies nicht sein und das nicht. Es darf nicht schön sein. Es darf nicht erzählen. Es muss Brüche haben. Es darf nicht affirmativ sein. Es darf keine Gefühle transportieren.

 
   

Der Anspruch der Moderne, die Erwartungen des Publikums zu unterlaufen, in jedem Fall zu provozieren, war schon so akademisch und stringent, dass er schon wieder zur Erwartung des Publikums geworden war.

 

 
   

Also: In einer Ausstellung werde ich keine schönen Bilder sehen, und ich werde mich aufregen...

 
   

Damit konnte man mit Provokationen nicht mehr provozieren. Provozieren war nur noch mit Affirmation möglich. Die größte Provokation: ein richtig schönes Bild.

Das war das Thema meiner Diplomarbeit 1992. Ich war mit noch einem Kommilitonen die Einzige, die gegenständlich arbeitete. Nicht nur Kolleginnen und Kollegen schlugen die Augen nieder bei so viel Kitsch!

�lgem�lde, Mooslandschaft
„Mosi“, 1992, Ölasurmalerei auf Leinwand, 140 x 110 cm

 

 

Heiner Geißler

27. Oktober 2005

   

„Schröder oder Merkel. Die schnelle Wahlhilfe“ heißt das Bändchen, das die Autoren Manfred Bissinger und Hugo Müller-Vogg am 2. 8. in Berlin vorstellten.

 
   

Für Widerspruch auf dem Podium sorgte gestern allein Geißler. [...] Wie Merkel und Schröder hätten auch die beiden Autoren nicht erkannt, dass „die Leute eine Antwort erwarten“: Auf die Frage etwa, warum US-Finanzinvestoren mit einem Federstrich gut laufende deutsche Unternehmen dichtmachen, die Arbeiter entlassen und damit ihre Börsenkurse antreiben könnten. Auf Weltwirtschaftsforen in Davos und in den USA werde längst über eine „internationale soziale Marktwirtschaft“ geredet, sagte Geißler. „Nur in Deutschland beherrscht ein Meinungskartell aus Politikern, Wirtschaftsvertretern und Journalisten die Auseinandersetzung“ - und blockiere die bloße Diskussion.

Niemand im Saal fühlte sich angesprochen.

taz vom 3.8.2005

 
   

Heiner Geißler ist Vorsitzender der AKTIONCOURAGE – füreinander Welten öffnen, frei von Rassismus

„Menschen verlassen aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat.

Viele entfliehen unerträglichen Lebensbedingungen.

Einige suchen ihren Platz in unserem Land und in unserer Gesellschaft.“

 

 

Schizo

 

23. Oktober 2005

   

Kathryn Fuller sitzt im Vorstand von Alcoa, die dem Staudamm in Island zugestimmt hat – gegen den eben dieselbe Kathryn Fuller in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des WWF eine Kampagne fährt!

 
   

Sollte ich sagen, an welchem Ort ich am besten zur Ruhe komme, so ist es dieser:

mehr Bilder >>
noch mehr Bilder >>
und >>

 
   

Dieses Land wird bald geflutet werden. Ein äußerst umstrittenes riesiges Staudammprojekt, dessen einziger Zweck ist, billigen Strom für ein Aluwerk von Alcoa zu liefern.

mehr zum Staudammprotest >>
Protest der britischen Parlamentsabgeordneten Sue Doughty (pdf) >>

 
   

Heute habe ich entdeckt, dass die Präsidentin des WWF, Kathryn S. Fuller, bei Alcoa am Vorstandstisch sitzt. Natürlich hat sie versucht, das Projekt zu stoppen... isländischer Naturschutzbund >>>

 
   

Ich frage mich, wie funktioniert das im richtigen Leben.

 
   

Wie kann man Präsidentin einer der größen unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt sein, und gleichzeitig Vorstandsmitglied in einem multinationalen Konzern, der eines der umweltschädlichsten Geschäfte betreibt?

 
   

<ironie>Wahrscheinlich hat sie extra diesen Job angenommen, um an den Schalthebeln zu sitzen und was bewegen zu können ...</ironie>

 

 

HSP

 

8. Oktober 2005

   

Hochsensible (Highly Sensitive Persons)

 
   

Mit der Hochempfindlichkeit ist es ganz ähnlich. Wenn wir uns für die Tatsache öffnen, dass in unserer Entwicklung nicht alles optimal gelaufen ist und wir vielleicht die eine oder andere Verletzung davongetragen haben, dann kann es schon passieren, dass wir uns wieder an den Schmerz und anderes Unangenehme erinnern. Auch leben wir hier im extrovertierten Westen in einer ideologischen Umgebung, deren Werte zunehmend von nicht hochempfindlichen Menschen geprägt worden sind, welche uns den Prozess der Heilung nicht gerade erleichtert. Um sich von solchen beschränkenden Ansichten zu befreien, hilft es, wenn man sich klarmacht, dass sie von unverständigen Menschen aufgestellt wurden und werden. Diese Unverständigen wissen nicht einmal, dass es andere Menschen gibt, die kein so dickes Leder haben wie sie, und trotzdem völlig in Ordnung sind. Die meisten Dickhäutigen wissen nicht, dass sie einen Großteil der Dinge, die ihnen das Leben schön, leicht und angenehm machen, den Dünnhäutigen verdanken, weil diese einen überproportional großen Teil der Erfinder, Forscher, Wissenschaftler, Künstler und Techniker ausmachen. Sie wissen nicht, dass sie den Zarten viel von ihrer inneren Sicherheit verdanken, denn fast alle Denker und Philosophen sowie alle Religionsgründer, und ebenfalls der allergrößte Teil derer, welche die daraus resultierenden Glaubenssysteme gepflegt und erhalten und für andere Menschen zugänglich, verständlich und nutzbar gemacht haben bis zum heutigen Tag, waren und sind Hochempfindliche wie Sie. Wer sich minderwertig fühlt, weil er sich ein Leben lang an einer Latte maß, die nicht für ihn gemacht wurde, soll sich durchaus daran erinnern, zu einem Menschenschlag zu gehören, ohne den das Leben der gesamten Spezies ziemlich traurig aussähe.

NEON-Magazin, 4. 5. 04

 

 

Freude bei den Buschgirls

7. Oktober 2005

    buschgirsl, Stefan Fuchs und Gertrud Schrenk

http://www.fuchs-oil.de/home_de.html
Die Mädchen und das Projekt haben einen Preis der Fuchs Petrolub AG bekommen!
Sie sind jetzt total glücklich und hochmotiviert und engagiert... die frechen Lümmel - echt süß!

 

 

Toto

 

19. September 2005

   

Die Wahlen mittlerweile auf dem Niveau von Sportwetten.

 
   

Nur: Wo bleibt das Elf-Meter-Schießen?

 

 

Sprache

31. August 2005

   

Eines Tages Hap Ih ein Blumen Schtraus Geseen Und Hap ihn mit nach Hause Gebracht Und Hap ich im Wasser Gegeben. Alz Es Nacht Wa Hap ihn schlaven geseen.

Enes

Aus den Ergebnissen eines Projektes „Kunst und digitale Medien im Unterricht” netzspannung.org >>

 

 

Reichtum

21. August 2005

 

Quartiermanagement Jungbusch

Ein Fest in der Westpfalz. Im Wald. Erfenbach.

   

gute Stimmung, harmlos, friedlich, Musik aus den 80ern (hätten wir früher die Musik unserer Eltern hören wollen??).

 
   

Nur irgend etwas fehlt. Irgendwie leer...

 
   

ah, es gibt keine Ausländer! wo sind die denn?


 
   

und was ist es, das mir fehlt? schwer zu fassen... Pepp, Leben, Lebendigkeit, Vielfalt, Energie, Reichtum an Lebensäußerungen.

alles so einheitlich, so in Watte, so breiförmig

 
   

wenn mir noch mehr dazu einfällt und ich es besser in Worte fassen kann – mal sehn.

 

 

Stadtteilarbeit à la Quartiermanagement Jungbusch, noch mehr dazu

10. August 2005

   

Jungbusch

LOS = Lokales Kapital für Soziale Zwecke – ein EU-Förderprogramm für Stadtgebiete, die auf dem absteigenden Ast sind. Gefördert werden Mikroprojekte bis 10000 EUR, möglichst aus der Bevölkerung und eingebunden in die Strukturen vor Ort.

Der Internationale Mädchentreff hat in der letzten (2.) Förderperiode LOS bekommen – für ein Projekt, das exakt die buschgirls abkupfert - außer dem Online-Magazin, das ist dort eine Homepage für den Mädchentreff.

Ihr Projekt ist auf der LOS-Seite als "beispielhaft" aufgeführt, obwohl LOS ausdrücklich keine Projekte für Kinder fördert: los-online.de >>>

 
   

ok, also nochmal langsam:

Der Begleitausschuss zu LOS (dem auch der Quartiermanager im Jungbusch, Herr Scheuermann, angehört) stimmt der Fördererung eines Projektes mit 8143 € zu, das exakt das gleiche anbietet wie ein – ebenso von der EU und der Stadt Mannheim gefördertes – schon existierendes Projekt mit ehrenamtlichem Engagement von einer hochqualifizierten Fachkraft aus der Bevölkerung!

   
   

 

Gibt es da Bedarf im Jungbusch für 2 Mädchen-Computerprojekte?

 
   

Wo die Resource "zu betreuende Mädchen" unter Sozialarbeitenden wertvoller gehandelt wird und mit mehr Konkurrenzintrigen als die Resource "Geld"...


 
   

Jungbusch

Wer kontrolliert eigentlich die Ergebnisse der LOS-Projekte? ich werde es herausfinden.

Interessant in dem durchgewinkten LOS-Projekt von Nazan Kapan:

 
   

Antrag:

"An zwei Nachmittagen in der Woche wird mit einer festen Gruppe bestehend aus 12 Mädchen im Alter von 10 - 14 Jahren in Form eines Kurses die Homepage konzipiert und erstellt , sowie die Internet-Grundlagen vermittelt."

 

Ich habe noch kein einziges Mädchen hier im Jungbusch getroffen, das schon mal an einer Homepage irgendwie gebastelt hat. Wo sind diese 12? Ich weiß, wie schwierig es ist, unsere Mädchen bei der Stange zu halten

Das wurde mir ja auch von Seiten der Leitungen von Mädchentreff, Jugendini und Quartiermanagement von Anfang an zu verstehen gegeben, es funktioniere nicht, weil es hier nicht genug Mädchen dafür gebe... und sie hatte eine feste Gruppe von 12 Mädchen? an zwei Nachmittagen die Woche??

 
   

Antrag:

"...eine eigene Homepage über den Mädchentreff zu erstellen, der in das Netz "Mannheimer Jugend online" eingestellt wird."

Es gibt keine. Es gibt nur eine offizielle >> , über den Stadtjugendring.

 
     

update: jetzt gibt es eine! >>>

<ironie>_so schreiben und gestalten Mädchen von 10 - 14 Jahren! </ironie>

 
   

und wer ist die Fachkraft, die die Kurse durchgeführt hat?

 
   

 

Im selben Förderzeitraum habe ich Computerkurse für Frauen angeboten. Abgelehnt. Die geförderten Projekte >>>

 

 

Die verborgene Welt

10. August 2005

 

Quartiermanagement Jungbusch

Was da als Bürgerbeteiligung gelabelt wird, betrifft nur einen geringen Teil der Bewohnerschaft. Eine ganze Schicht wird einfach ausgeblendet.

Das ist gesamtgesellschaftlich zu beobachten: kaum jemand weiß, wie alleingelassen zB die Hauptschulen sind und in was für einer Kultur dort gelebt wird.

Der gemeine Mittelschichtler und die gemeine Bildungsbürgerin stoßen sich dann hauptsächlich an den schimpfwörtern, die in reichlichem Maße gebraucht werden, an mangelnden Sprachkenntnissen (wo diese Leute meist mehr Sprachen können als unsere lieben Mittelschichtler) und am sog. Dreck...

   

Das bekommen auch unsere buschgirls ständig zu hören. Anstatt sich mit den Inhalten (die teilweise wirklich unter die Haut gehen) zu beschäftigen, hört man nur 2 Kommentare:

 
   

- wo bleibt die Erziehung? (gemeint sind die Schimpfworte)

 
   

Antwort:
Man muss sich entscheiden: will man offene Beteiligung über das Internet? dann muss man einiges zulassen. Ich lösche nur, wenn die Schimpfworte überhand nehmen.
Durch die Interventionen der Mädchen tun sie dies aber nicht.

 
   

- Es ist gut, dass sie sich zu wehren wissen!

- Es ist gut, diese Welt öffentlich zu machen. Die Kultur der unteren sozialen Schichten wird gesellschaftlich völlig ausgeblendet. Allerdings kann man sie sehr gut in den Privatsendern studieren... Aber Entscheidungsgewalt oder Mitbestimmung – nein.

 
   

- wo bleibt die Rechtschreibung?

 
   

Antwort:
Hier kann die Mittelschichtlerin und der Bildungsbürger sich deutlich vom Pöbel abgrenzen... das ist das Wichtigste, die Rechtschreibung! Was inhaltlich geboten wird – kein Interesse.


 
   

- Es ist wichtig, dass die Jugendlichen ein Gefühl für Sprache bekommen, eine Freude am Schreiben. Quäle isie mit Rechtschreibung, und der Fluss ist dahin. Und man lese mal Jugendsprache, über die die Korrektur ging...

 
   

Unsere buschgirls-Seiten werden tatsächlich nur von den Mädchen gefüllt. Ich diktiere weder, noch korrigiere ich. Ich gebe selten einmal Hilfestellung, um ihre Gedanken und Gefühle hervorzulocken und sie anzuregen, diese im Schreiben auszudrücken.

Wer schon mal mit Mädchen und jungen Frauen in dem Alter gearbeitet hat, weiß, _wie schwierig es ist, sie dazu zu bewegen, freiwillig auch nur einen Satz zu schreiben (in der Schule ist das anders).

 

 

warum Kunst und Markt nicht zusammen passen...

 

22. Juni 2005

   

Stadtteilarbeit

Ich fürchte mich so

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Rainer Maria Rilke

 

 

Sex sells...

11. Juni 2005

   

Es ist wirklich unglaublich:

   
   

Stadtteilarbeit

Ich kontrolliere meine Webstatistiken: meine Zugriffszahlen haben sich auf einmal verdreifacht!

 
   

_was gucken die alle an?

 

 
   

Stadtteilarbeit

natürlich, den "gläsernen" Schw*z von letztem Jahr – Kunst, wohlgemerkt!

 
   

wie verlogen ist doch unsere Welt immer noch... der Pabst verbietet nach wie vor Kondome, aber das einzige, was die Leute wirklich interessiert, ist Se*.

 

 
   

 

dabei tun sie immer so scheinheilig...und ihre Kinder erziehen sie so, dass die S*x erst mal eklig finden...

 

 

Uwe Ochsenknecht wird weise...

11. Juni 2005

   

auf die Frage, ob es schwierig werde für ihn als Schauspieler, alt zu werden:

   
   

Stadtteilarbeit

„mit dem Alter bekommt man neue Werkzeuge in die Hand, mit denen man anderes erschaffen kann

 
   

eigentlich ist er mir vom Typ her ja unsymphatisch, aber kann man das besser ausdrücken?

 

 
   

Stadtteilarbeit

Das Bild wird runder

 

 

Danke, Kollegen...

11. Juni 2005

 

... Kunst ist beliebig und nicht justitiabel...

   

Gibt es immer einen Vergleich, wenn man vor Gericht geht??

   


 
   

 


was sollen denn diese Bilder darstellen??

 
 

Auf dem Bild links sieht man einen Ausschnitt aus einer Originaldatei von mir, die ich zum Ausdrucken weggegeben habe.

 

   

Das Bild rechts zeigt, was ich bekommen habe.
(Farbgebung ist nicht relevant, da ich die bedruckte Leinwand abfotografiert habe.) Es geht um die Streifen, um die fehlenden Pixelreihen.

   

Wegen denen bin ich vor Gericht!

klick!

 
   

fineartimaging
digitale Kunstdrucke
fine art print
digitaler Kunstdruck

Der Dienstleister, Thomas Glaser mit seiner Digitaldruck-Firma „fineartimaging”, spezialisiert auf digitalen Kunstdruck (digital fine art print), wollte mir lediglich eine Preisminderung zugestehen. Ich habe aber die ganzen Bilder neu drucken lassen müssen. Bei Mengershausen Editionen, die haben sie perfekt hinbekommen, lichtecht auch, und verschiedene Testdrucke vorneweg.

Das Problem ist die Leinwand: auf Papier kriegen die meisten das locker hin, aber auf Leinwand, lichtecht, und mit einem Farbumfang, wie Künstlerinnen und Künstler ihn brauchen – das ist ein echtes Problem.

 
 

Nachdem ich Herrn Glaser obige Fotos geschickt hatte, um ihm den Fehler zeigen, antwortete er mir:

 

   

 

„in der tat ist das eine frechheit. ich sitze nun auf mehreren rollen dieses materials, das ich so nicht bestellt habe...”

 
   

Das und vieles andere stritt er vor Gericht ab. Auf meinen Einwurf, ich könne das anhand meiner E-Mails in meinem Computer beweisen, meinte der doch, das sei vor Gericht nicht beweiskräftig, ich könnte die Mails ja manipuliert haben...

 

 
   

 

so viel nur zu dem Niveau, auf dem er argumentierte.

 
   

Ich hatte das ordentlich gedruckte Bild auch dabei (sein Argument: wer weiß, ob das die gleiche Datei war).

 

 
   

 

Die Richterin sah zwar die Streifen, konnte darin aber keinen erheblichen Mangel erkennen. Wenn sie eine Besucherin in einer Ausstellung wäre, könne sie nicht erkennen, ob das nicht so gewollt sei. Warhol hätte ja auch usw,

 
   

Danke, Kollegen!

 

 
   

 

Kunst ist beliebig, und deshalb darf ein Dienstleister auch drucken, was ihm beliebt, das nächste Mal macht er das in Rot, dann kann sie auch sagen, in einer Ausstellung könne sie nicht erkennen, ob der Künstler das nicht so wollte.

 
   

Tatsache ist, auf der Datei sind keine Streifen, und auf dem Druck sind erhebliche Streifen, weswegen die ganze Anmutung von Schmelz, Entferntheit und unwirklicher Stimmung flöten geht.

 

 
   

 

Ich musste einem Vergleich zustimmen. Die Alternative wäre gewesen: ein Sachverständigengutachten (min. 1000 EUR), neue Gerichtskosten (min. 500 EUR), mehr Anwaltskosten; und weiß ich, ob ein Sachverständiger nicht aus so banal argumentiert? Für mich war schon diesmal sonnenklar, dass ein technischer Fehler vorliegt – mit einer solchen hanebüchenen Erklärung seitens der Richterin hab ich nicht gerechnet.

 

 

Stadtteilarbeit à la Quartiermanagement Jungbusch, mehr dazu

2. Juni 2005

 

Quartiermanagement Jungbusch

siehe weiter unten

   

aha, da war also doch eine flächendeckende Verbreitung der Fragebögen und eine angemessene Ansprache der Bewohnerinnen und Bewohner?

   
   

Stadtteilarbeit

neben 2 Straßenaktionen mit direkten Interviews...

 
   

ich wohne hier, bin interessiert und habe eine solche nicht mitbekommen. Wie repräsentativ sind 2 Straßenaktionen? Wer ist bereit, sich da interviewen zu lassen?

Wer das Umfeld kennt, weiß die Antwort...

 

 
   

Stadtteilarbeit

...die Fragebögen wurden über Kindergärten, Schulen, Pfarreien, Moscheen, Vereine verteilt und lagen an öffentlichen Orten aus (Geschäfte, Arztpraxis etc.) ...

 
   

Als ich hier neu war, und Handzettel verteilen wollte, sagte mir jeder, das funktioniere nicht – hier lesen die Leute nicht...und das hat gestimmt...

im übrigen habe ich nie einen solchen Zettel zu Gesicht bekommen, außer die besagten im Schaufenster. Und ich bin die aktive Zielgruppe, nicht die, die für so etwas aktiviert werden muss.

In welchen Läden lagen sie denn aus? in denen, in denen ich einkaufe und esse jedenfalls nicht.

 

 
   

Stadtteilarbeit

...es wurde darauf geachtet, dass die unterschiedlichen Gruppen (Frauen, Männer, deutsche, Ausländer, junge und ältere) angemessen vertreten waren ...

 
   

wie bitte?

Wer hat darauf geachtet?

Wie achtet man darauf – statistisch? oder so nach Gefühl? nach dem Motto: ach, jetzt brauchen wir noch 2 ausländische (was immer das auch ist) Frauen...

Über die Art der Fragen wollen wir auch lieber schweigen...

 

 
   

Stadtteilarbeit

Die Fatih-Moschee hatte mal eine Befragung in ihrer Straße durchgeführt. Sie gingen von Wohnung zu Wohnung, und konnten zumindest die türkischen Leute angemessen ansprechen. _Das ist natürlich auch wieder verfälschend...aber immerhin besser, als wenn deutsche Mittelschichtler auf der Straße stehen und Befragungen durchführen...

 

 

Es fängt erst an...

20. Mai 2005

 

... die Aufarbeitung der Nazi-Zeit. Wo doch mittlerweile die meisten Deutschen sagen, es müsse nun endlich Ruhe sein damit.

   

„Die schönste Exklusiv-Meldung stand zweifellos am vergangenen Dienstag auf der ersten Seite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Speer wusste von Auschwitz" war da zu lesen. Das neue daran war vor allem, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die bis vergangenen Montag geglaubt haben, Albert Speer habe nichts von Auschwitz gewusst. Bzw. welche, die so tun.

...

Dass nun immer klarer wird, wie sehr auch Speer nur ein Unmensch war, der die Errichtung von KZs und die Versklavung von Menschen selbst vorangetrieben hat, ist peinlich für Fest. Es ist auch peinlich für Bernd Eichinger, dessen Film Der Untergang auf einem Fest-Buch basiert und der Speer ebenfalls in ganz weichem Licht zeichnet.”

FR vom 13. 5. 2005 >>

   

Was als Lüge offensichtlich ist, war 60 Jahre lang Konsens unter Historikern: Speer, der "gute" Nazi.


 
   

 

Und jetzt tut Herr Breloer mit seiner Dokuserie „Speer und Er” so, als seien das völlig neue Erkenntnisse.

 
 

Dabei hat schon Herr Schmidt 1982 „Das Ende eines Mythos. Aufdeckung einer Geschichtsverfälschung” bekannt gemacht.
Nicht erst seit dem Jahrestag der Befreiung ist die Rolle des Architekten und Rüstungsministers Hitlers als führender NS-Täter bekannt. FR vom 13. 5. 2005 >>

 

   

 

Wie konnten Historiker und andere, inkl. Bernd Eichinger ("Der Untergang)", bis heute von schwacher Schuld bei Speer ausgehen?

 
 

Das ist der Skandal.

 

   

 

Hoffnung besteht ja nun. Nach 60 Jahren kann aufgedeckt werden.

Wir fragen bitter: weil die Leute, die dabei gewesen sind, langsam alle tot sind?

 

 

Stadtteilarbeit à la Quartiermanagement Jungbusch

12. Mai 2005

 

Quartiermanagement Jungbusch

Aha, da hat man also schon mal was von Bürgerbeiteiligung und Befragung in der Stadteilarbeit gehört... (Beispiel: Hille Richers - Aktivierende Befragung >>)

   

...aber es kann doch nicht wirklich sein, dass man dies hier als relevant oder repräsentativ ansehen kann?

Es sind 5 Zettel, angeklebt im Schaufenster des Gemeinschaftszentrum Jungbusch. Auf zweien steht in 3 Sprachen: „Uns interessiert Ihre Meinung!”

Darunter sind 3 Zettel angeklebt, auf denen in kleiner Schrift in 3 Sprachen (deutsch, türkisch, italienisch) Ankreuzfragen stehen zum Thema Veränderungen im Jungbusch. Diese Fragebögen könne man sich im Gemeinschaftszentrum abhlen.

Zettel im Schaufenster des Gemeinschaftszentrum Jungbusch - uns interessiert ihre Meinung  
   

Stadtteilarbeit

(Dazu muss man erst durch 1 Tor, dann steht man in einer dunklen Torfahrt, dann kann man sich aussuchen, welche Klingel es denn nun sein könne - ohne Brille sieht man gar nichts - und dann wird man unten eingelassen, dann geht man die treppen hoch, hier kann man sich wieder überlegen, wo es denn nun sei - niemand steht da an der Tür und empfängt eine - und dort soll man dann also diese Zettel bekommen...)

 
   

„Traditionelle Bürger(innen)beteiligung ist oft oberflächlich... ” (stadtteilarbeit.de)

 

 
   

 

Bestimmt geht Cidem dort hinein, weil sie unbedingt ihre Meinung über den Jungbusch kund tun will. Auch Herr Sari, pensionierter Arbeiter, dessen Leidenschaft die Gartenarbeit ist, wird garantiert dort hin marschieren, um sich seine Zettel abzuholen. Oder Tereza, die sich neben ihren 5 Kindern noch um das Baby der Nachbarin kümmert...

Aber selbst wenn die Zettel in die Briefkästen verteilt würden – es wäre nur die immer gleiche Auswahl, die sie dann auch wirklich ausfüllen und auch noch abgeben würden...

 
   

„... und sozial selektiv

Es beteiligen sich vornehmlich organisierte Interessen und sozialaktive Minderheiten. Dabei dominieren Hochausgebildete, Angehörige höherer beruflicher Positionen, Männer in mittleren Jahrgängen, der öffentliche Dienst. Schwach vertreten sind hingegen ausländische Mitbürger/innen, Jugendliche, Frauen, ältere Arbeitnehmer, Behinderte sowie untere Einkommensschichten.” (stadtteilarbeit.de)

 

 
   

 

Wir hatten das schon >>. Bei dem Gutachten, das die Stadt Mannheim in Auftrag gegeben hatte, um das Quartiermanagement zu bewerten und Verbesserungen vorzuschlagen.

Es gab 2 Hauptpunkte:

- Entflechtung von Gemeinschaftszentrum und Quartiersmanagement(Interessenkollision). Der Quartiersmanager sollte alle Gruppen verbinden, und da ist das Gemeinschaftszentrum nur eine davon.

- Strategien zur Einbindung der Hauptbevölkerung (Leute mit Migrationshintergrund, untere soziale Schichten): In den Planungsrunden sitzen fast nur leute aus der Verwaltung, dann noch ein paar Vereimnzelte aus dem Jungbusch - natürlich Bildungbürger und Bürgerinnen -, und ein bis zwei Alibipersonen anderer Nationalität als deutscher, die allerdings in ihren Kreisen schon organisiert sind.

 
   

„... Ist das mit der Bürgerbeteiligung vielleicht gar nicht so ernst gemeint? Oder ist man zwar verbal dafür, aber hilflos in der Ausführung oder zu sehr beschäftigt mit internen Bürokratie- und Finanzproblemen? Startet man wieder mal einen großangelegten Trick zur Befriedung der Massen?” (Prof. Hinte auf stadtteilarbeit.de)

 
   

 

Soll mit diesen Fragebögen nur die Entwicklung des Quartiers, die von der Stadt zum Stadtjubiläum 2007 vorangetrieben wird, schön geredet werden? An den Leuten, die hier tatsächlich leben, gehen sie jedenfalls spurlos vorbei...

 

 

Albert

10. Mai 2005

 

Speer in 3 Generationen

 

Viktoria-Turm in Mannheim Viktoria-Turm in Mannheim

Der ist also auch von ihm/ seinem Büro! Das Wahrzeichen, anhand dessen ich Besuchern den Weg zu mir erkläre... und das gerade im Bau befindlich war, als ich mehr mit Mannheim zu tun hatte.

   

jetzt gibt es eine groß angelegte Marketing-Kampagne: Albert Speer Medium hat also doch von der Judenvernichtung gewusst! Doch, wirklich bis jetzt, 60 jahre nach Kriegsende, sechzig Jahre! gab es in Wissenschaftskreisen noch Zweifel, ob er davon gewusst haben könnte.

Ich habe mal die Biografie von Joachim Fest gelesen. Mich ärgerte und erschreckte die beschönigende, verharmlosende Art, allzu schnell bereit, fadenscheinige Ausreden gelten zu lassen.

Bis jetzt hat die Geschichtsschreibung sich zu einem großen Teil auf die Aufzeichnungen Joachim Fests gestützt, der viele viele Interviews mit Speer geführt hatte. Selbst ein Film wie „Der Untergang” hat sich noch an Fests Darstellung orientiert.

Wie kann ein Rüstungsminister, der ein intimer Vertrauter Hitlers war; der die gesamte Kriegswirtschaft unter sich hatte; der Millionen Zwangsarbeiter verschleppen ließ: der persönlich zB für die Räumung eines Viertels in Berlin von Juden veranlasste; wie sollte dieser mann nicht von der Planmäßigen Ausrottung der Juden gewusst haben? Ja, nicht nur gewusst, gebilligt muss er es haben, betrieben.

und Er

(man schreibt Ihn jetzt schon groß wie Ihn, dessen Namen man nicht nennen darf...)

 
   

Das ist sein Sohn.

Ich hatte ihn als Professor in Kaiserslautern. Wie er war? Na, ein netter umgänglicher Typ, ich hatte nicht viel mit ihm zu tun.

 
 

Und jetzt kommt er also auch in dem Film vor, der die Neuen Erkenntnisseverarbeitet. Der Film ist mit dokumentarischen Teilen versetzt, teils Originalaufnahmen, teils Interviews mit den Kindern und mit Überlebenden aus seinem nahen Umfeld.

Das sind die einzigen Teile, die interessant sind.

Die Schauspieler sind sooo schwach, dass man es nicht begreifen kann. Farblos, blass, ohne Ausstrahlung – es ist eine Qual.

 

   

 

Drei Kinder Albert Speers m. werden gehört. Keine von ihnen hat das Entsetzen eines solchen Vaters verarbeitet.

 
 

Arnold Speer ist Arzt geworden. Er sagt, er habe keine Erinnerungen an die Zeit vor 1945.

Er sagt, er müsse beim Lesen der Geschichte bei 1945 aufhören. Bei der Verhaftung könne er einfach nicht weiterlesen. Man kann deutlich sehen, wie der Trauma-Film in seinem Kopf anlaäuft, und er schnell abspalten muss.

 

   

 

Hilde Speer heißt jetzt Schramm und ist Sozialwissenschaftlerin. Das Entsetzliche scheint ihr Leben zu bestimmen – nie wieder – . Die ehemalige Grünen-Abgeordnete hat den Verein Zurückgeben ins Leben gerufen, der sich für die Rückgabe geraubten jüdischen Eigentums einsetzt und jüdische Künstler fördert. Dafür wurde Frau Schramm 2004t in einer Kirche mit dem Moses-Mendelssohn-Preis geehrt.

Sie ist diejenige, die sich mit diesem Vater auseinander gesetzt hat, vielleicht auch verarbeitet. Deren ganzes Leben von diesem Horror bestimmt wird. Obwohl sie auch gelernt hat, sich nicht selbst schuldig zu fühlen. Sie war ein Kind, 9 Jahre, als der Krieg aus war.

Dieser Vater, der seiner pupertierenden Tochter auf ihre Briefe ins Gefängnis antwortet: ich habe von all den schrecklichen Dingen nichts gewusst. Der Tochter, die verzweifelt damit ringt, wie ein Vater, der sie doch liebt?, an solch einem Entsetzen beteiligt sein konnte.

Dieser Vater antwortet eiskalt. Aus Kalkül, dass seine Rübe dran bleibt und vielleicht nicht doch noch das Urteil revidiert wird? Aus Egoismus, um schön dazustehn vor der Tochter?

 
 

Albert Speer ist Architekt geworden, wie schon sein Vater, sein Großvater, sein Urgroßvater.

Er schämt sich dessen auch gar nicht: „3 Generationen”

Die Filmemacher fahren mit ihm zu ihrem ehemaligen Familiensitz auf dem Obersalzberg. Er genießt die wunderbare Aussicht – ich war ja immer der Meinung, dass die Lage unseres Hauses mit diesem Panorama bei weitem schöner ist als die von Hitlers Wohnsitz... und lacht dabei so komisch, wie während der ganzen Interview - Passagen. Ein irres Lachen, man kann es förmlich sehen, wie es sich über das Grauen schiebt. Zu Beginn des Films sagt er, dass er nicht mehr weiß, seit wann er stottert, aber vielleicht seit 1945. AmSchluss (des ersten Teils) ist er sich ganz sicher, dass das Stottern von dem Schock kommt.

Er muss halt auch irgendwie zeigen, dass ihn das Ganze nicht kalt lässt. Dafür kann doch gut das Unbewusste herhalten...

Dieser Mann baut unverdrossen, riesige Projekte wie
den außergewöhnlichen Auftrag ein Gutachten zur städtebaulichen Entwicklung eines über 100 qkm großen Planungsgebiets entlang der zentralen Nord-Süd-Achse in Peking zu erstellen. Entlang des etwa 8 km langen historischen Teils der Achse befinden sich die bedeutendsten religiösen
und politischen Gebäude Pekings

natürlich denkt man da an etwas anderes von einem anderen Albert Speer, sicher unberechtigter Weise (das sieht ja auch gar nicht monumental aus), aber wie kann man den Namen eines solchen Vaters für eine Stiftung nehmen, auch wenn man nur zufällig den gleichen hat? ich sehe jedenfalls keinerlei Anzeichen, dass er verstünde, was das bedeutet.

   

 

 

 

 

Reformlüge

24. März 2005

 

»Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten � wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten �, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.« George Orwell: 1984)

hier kann man virtuell Kaffee trinken

„Patterns on a Precious Piece of Cloth”

27. Februar 2005

 

Schön, dass es doch noch jemand gibt ("Die Zuckerbäcker", FR von heute), die die hohe reine Architektur so leidenschaftlich verteidigt! Woher kommt dieser, ja, Hass, dieser protestantische Fundamentalismus, der solch an den Haaren herbei gezogene Erklärungen gebiert ("wirtschaftliches Kalkül", "Neomanierismus")? Wo man doch allenthalben von einer Generalamnestie für das Ornament spricht...

 

 

Das neue Pariser Kulturministerium, Architekt Francis Soler - eine Erleuchtung!

   

 

 

 
   

Charles Jencks:

"Ist die nichtlineare Architektur irgendwie überlegen, steht sie der Natur und unserem Verständnis des Kosmos näher als die alte Moderne? Ist sie sinnlicher, funktionaler, lebensfreundlicher, steht sie den ästhetischen Codes näher, die in die Wahrnehmung eingebaut sind? Ist sie an die Stelle der Tradition getreten, aus der sie hervorging (neoexpressionistische und dekonstruktivistische Architektur)? Kann sie eine subtilere städtische Ordnung hervorbringen als die funktionale Planung der Moderne, wird ihr feinkörniges städtisches Gewebe, ihre fraktale Ordnung, ökonomischem Wachstum und städtischem Zusammenhalt dienlicher sein? Und schließlich: werden wir in ihren Formen die Grundwahrheiten erkennen, wie sie in den Komplexitätswissenschaften offengelegt werden? Wird sie die Wahrheiten eines springenden Universums einfangen?"

 

 
 

 

mehr zu Ornament auf meinen Seiten:

Pattern Projekt
Der Mensch - aus Mustern gemacht
Geschmack als Elitezeichen - Bourdieu
Die Welt wird immerdar von Zier berückt
Müllhäuschen

   

 

 

 

 

Simulation

11. Februar 2005

 

heute wieder ein Beispiel für die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Handlungen, auch wenn man sie sich nur vorstellt, im Gehirn die gleichen Aktivitäten auslösen wie wenn man's wirklich tut...

für mich als Kaffeetante halt ;-)

online-cafe im Teichhaus »

das hatten wir doch schon mal »

hier kann man virtuell Kaffee trinken

 

Mittelalter

8. Februar 2005

 

FR von heute – mal wieder Evolutionsideologie wie es euch gefällt

   

wieder mal neue angebliche Beweise, dass Frauen weniger Lust haben als Männer...

 

 
 

Axiom 1:

Das Märchen vom menschlichen Sexualverhalten, das gesteuert sei von der Evolution, um größtmögliche Vermehrung zu erreichen.

   

– Die menschliche Sexualität dient nicht mehr der Reproduktion. Sie ist, anders als bei allen Tieren, unabhängig vom Zeitpunkt der Möglichkeit zur Zeugung. Nicht nur das macht alle direkten Vergleiche mit der Tierwelt mehr als fragwürdig.

Oder stand (und steht die katholische immer noch) die Kirche also im Dienste der Evolution...

 

 

 
 

Axiom 2:

Das Märchen vom Fremdgeh-Trieb des Mannes, der gesteuert sei von der Evolution, um die eigenen Gene weitest möglich zu verbreiten.

   

– wieso eigentlich die eigenen Gene? es geht doch um die Erhaltung der Art, wenn man evolutionsstrategien untersucht...

– wieso gibt es Tierarten, die ein Leben lang treu sind? ist diese angebliche Strategie der Evolution bei denen ausgesetzt? wieso kann das bei denen sein und bei uns nicht?

– Dass zB Vogelweibchen keineswegs treuer sind als Männchen, wurde erst sehr spät entdeckt– Junge sind zwischen 10 und 70% nicht vom Nestbetreuer (das ist doch auch eine tolle Strategie der Evolution – der angebliche Papa betreut alle Jungen und erhält so die Art).
(Schön scheußlich >> :"...Zum großen Erstaunen, wenn nicht gar zum tiefen Missfallen vieler traditioneller Verhaltensforscher geht ein Großteil der Ausschweifungen auf das Konto der Weibchen.
Auf den Spuren von wild lebenden Hasen, Elchen und Eichhörnchen haben die Wissenschaftler lernen müssen, dass die Weibchen bei allen drei Arten an einem einzigen Tag mit zahlreichen Männchen kopulieren, wobei sie nach jeder Paarung den größten Teil des Samens ausscheiden, um Platz für den nächsten Anwärter zu schaffen. Auf diese Weise bekommt ein Weibchen eine Vielfalt an Spermien zusammen und sichert so ihrem Nachwuchs eine optimale genetische Bandbreite...")

 

 

 
 

Axiom 3:

Das Märchen vom Nesttrieb der Frau, gesteuert von der Evolution, um Kinder besser großziehen zu können.

   

– völlig ungesichert. Was in den Höhlen, die da immer genommen werden, geschah, davon wissen wir sehr wenig. Dauernd werden angeblich gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über den Haufen geworfen (zuletzt die Ansicht, dass neandertaler und "neuer" Mensch einige tausend Jahre Zeitgenossen waren – ein Wissenschaftler hatte unzählige Datierungen aus Karrieregründen gefälscht)

– wieso soll es dem Großziehen der Kinder dienen, wenn man einen Partner an sich bindet? wieso hat das Wolfsweibchen eigentlich keinen Trieb, einen Partner an sich zu binden? In diesem Fall haben die, die die Evolution zu ihren eigenen Zwecken verdrehen, dann wieder keine Vorbilder im Tierreich, oder jedenfalls ganz andere, als wenn es um das Samen verstreuen geht; hier nehmen wir doch besser den sonst gerne bemühten Wolf nicht...
zur evolutionstechnischen Untermauerung unserer Argumente wählen wir immer das Tier, das zu unseren Absichten am besten passt...

 

 

 
 

Axiom 4:

Das Märchen von der Anziehung zwischen zwei Partnern, die nach ca. 3 Jahren nachlasse.

   

Der Artikel stellt statistisch fest, dass Frauen
"sogar jede vierte Studentin zu Protokoll gab, bisweilen "aversive Reaktionen" auf die sexuelle Annäherung eines Partners zu haben. Und 15 Prozent der jungen Frauen waren der Ansicht, dass sie beim Sex viel zu selten zum Orgasmus kommen."

Daraus schließt die Forschung, dass da eine sexuelle Disfunktion der Frau vorliege...

Vielleicht liegt es aber auch am Verhalten des Mannes? Für die Mehrzahl ist Sex immer noch mit Macht verbunden, und mit Kontrolle. _Dagegen kann man Aversionen haben... Hingabe wäre Kontrollverlust, und da kann er nicht mehr.
und erst, wenn eine Frau wirklich Lust hat... wie viel Prozent Männer da keine Lust mehr haben: _das sollte mal untersucht werden!

Es gibt 2 Arten von Sex: Rubbelsex, der gewisse Reaktionsketten auslöst. Die Anziehung des gleichen Sexobjektes lässt für diese Soielart schnell nach.
Möchte man aber Sex nicht als Objekt erleben, sondern als volle Persönlichkeit, beide, der den ganzen Menschen ergreift – wird die Anziehung immer größer – und die Tiefe des Erlebens auch.

 

 
 

Axiom 5:

Das Märchen von der Lust des Mannes, die abzulesen sei am Neigungswinkel seines besten Stücks.

   

bei Frauen ließe sich die Lust nicht so leicht messen – noch nice was von den vielen Männern gehört, die sehr wohl Lust haben, aber keinen hochkriegen?

 

 
 

 

und so geht das weiter:

"Die Sexualität der Frau scheint psychisch wie physisch auf verstörende Weise komplizierter beschaffen zu sein als die des Mannes."

verstörend? für wen??

   

 

 

 

 

Allah und Gott und Jehova

12. Januar 2005

 

Im Namen Allahs, des Sich Erbarmenden, des Barmherzigen. Preis sei Allah, dem Herrn der Welten. Dem Sich Erbarmenden, dem Barm-herzigen. Dem Herrscher am Tage des Gerichts. Dir allein dienen wir und Dich allein bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg. Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, die nicht (Deinem) Zorn verfallen sind und die nicht irregehen.

(1. Sure Al-Fatihah, Eröffnungssure)

 

   

 

Vater Unser, der Du bist im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe. Wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

(Glaubensbekenntnis der chrsitlichen Kirchen)

 
   

Der Islam als Feindbild — taugt wohl nicht so recht. Aufklärung — ist ebenso angelegt wie die Aufforderung zum Zusammenleben mit den anderen Religionen. Und wo ist die Aufklärung heute bei einem Gutteil der Christen?

 

 
   

 

Und die Stellung der Frau - hat nichts mit Religion zu tun. Sie ist vielmehr kulturell bedingt, und es gibt alle Schattierungen von Freiheit bis Unterdrückung in allen Religionen.

So entstand sogar Allah aus Al-Lat , auch Al-Ilat, die die in der Kaaba in Mekka ursprünglich verehrte Mondgöttin war; ihr Symbol ist der Halbmond, der heute noch auf islamischen Flaggen zu sehen ist.

 

 

Parallelgesellschaften

12. Januar 2005

 

10 Milieus in Deutschland (Sinus) und dennoch kein Hellinger

   

Die entscheidende neue Konfliktlinie ehemals industrieller Gesellschaften verläuft zwischen den Gewinnern und den Verlierern ökonomischer Umstrukturierungen – durch die großen Parteien hindurch. Marginalisierte Schichten
und unterqualifizierte Arbeiter gehören zu den Verlierern, aber auch verunsicherte Angehörige der Mittelschicht. Die politischen Milieus verbanden Junge und Alte,
Lehrer und Arbeiter. Wo solche Milieustrukturen wegbrechen, da löst sich auch, so könnte man vermuten, der vertikale und intergenerationelle Zusammenhang zwischen den Gruppen auf.
[...] Die politischen Eliten sind weitgehend abgekoppelt von den deklassierten gesellschaftlichen Gruppen. Der potentielle Konflikt zwischen den Deklassierten und den Modernisierungsgewinnern wird politisch kaum abgebildet, starke politische Wertkonflikte werden kaum öffentlich ausgetragen.”

Adloff 2002 >>

   
   

Die oft erwähnten Individualisierungs- und Pluralisierungs-Prozesse erfassen nicht gleichmäßig alle gesellschaftlichen Gruppen, sondern vollziehen sich in höheren Schichten intensiver; denn mit hohem Wohlstand ist eine starke Freisetzung aus materiellen Zwängen und mit höherem Bildungsniveau ein höheres Maß an Selbstreflexion und eine weitergehende Lösung aus traditionellen Bindungen verknüpft.

[...] Auch viele Wertorientierungen, Lebensstile und Verhaltensweisen – einige davon mit abgrenzendem Charakter – variieren weiterhin von Schicht zu Schicht. Dazu gehören unter anderem die Erziehungsziele, die Mediennutzung oder die Partnerwahl. So sind zum Beispiel nur zwei Prozent der Frauen mit Hauptschulabschluss mit einem Akademiker verheiratet, und von den Männern mit Hauptschulabschluss haben nur ein Prozent eine Ehepartnerin mit Hochschulausbildung.

Rainer Geißler: Facetten der modernen Sozialstruktur – Modelle und Kontroversen, 2002 >>

   

Bourdieu geht es - wie anderen Vertretern der neueren Sozialstrukturanalyse auch - um kulturelle Differenzierungen und Lebensstile, um Geschmack und „distinction“. Aber sein Ansatz ist - anders als andere modische kultursoziologische Ansätze oder die neuere Milieu- und Lebensstilforschung - weiterhin in hohem Maß an der traditionellen Klassenanalyse orientiert. Klasse, Klassenlage und Klassenhabitus sind für ihn soziale Wirklichkeit und keine ausgedienten Formeln, die auf den Müllhaufen der Wissenschaftsgeschichte geworfen werden können, weil sie angeblich nicht mehr zur Sozialstruktur der modernen Gesellschaft passen. Die Verbindung von Traditionellem und Neuem macht den Reiz seines Ansatzes aus.

Rainer Geißler, Seminar an der Uni Siegen >>

 

 
   

Unser Bildungssystem betoniert die soziale Schichtzugehörigkeit, und auch die Ehe bietet da, entgegen der populären Auffassung, keine Möglichkeit zur Veränderung:

   

„Die meisten Ehen werden zwischen Angehörigen gleicher (Bildungs- und Einkommens-)Schichten geschlossen. Diese so genannte Schichtungs-Homogamie ist keineswegs, wie man meinen könnte, im Abnehmen begriffen, sondern trat im Gegenteil in den vergangenen Jahrzehnten immer deutlicher hervor.

[...] Die romantische Annahme, Liebe sei an ´Standesgrenzen´ nicht gebunden und Aufstieg per Heirat stelle besonders für Frauen eine durchaus realistische Chance dar, orientiert sich also an der Ausnahme und nicht an der Regel.”

Schader Stiftung - Stefan Hradil 2001

Der Kronprinz von Brunei hat in einer prunkvollen Zeremonie eine Bürgerliche geheiratet

 
   

Über fast alle Weltbilder und Ideologien hinweg herrscht heute Konsens darüber, dass es wünschenswert ist, wenn jeder die Chance hat, Schicht- und sonstige Grenzen überschreitend seinen Fähigkeiten und Leistungen entsprechend aufzusteigen.

Schader-Stiftung >>

   

Vielleicht ist es aber sinnvoll, dass eine Gesellschaft in Schichten organisiert ist; vielleicht ist sie dann in ihrer Gesamtheit effizienter?

Wie Studien über das sog. policing nahelegen?

   
 

„Durch Reproduktion beuten Individuen ihre Umgebung aus. Sie ist kostspielig, weil sie Nahrung kostet. Zudem bringt unkontrollierte Vermehrung die strenge Arbeitsteilung zwischen Königin und Arbeitern durcheinander und mindert die Effizienz der gesamten Insektenkolonie. Solcher Egoismus muss also verhindert werden.

Bereits vor 15 Jahren entdeckten Forscher bei Honigbienen eine Strategie gegen derartig selbstsüchtiges Verhalten, das so genannte worker policing.”

Demokratie, Herrschaft des Volkes? Nix da, Rübe ab! Katja Seefeldt in telepolis 2005

   

Alle Naturrecht-Verteidiger (aus evolutionstechnischen Gründen, versteht sich) können aufatmen; endlich der Beweis!

   
   

Die Schlussfolgerung von Seefeldt (die sicher provokant gemeint ist) krankt aber an einem entscheidenden Punkt: Bei den untersuchten Bienenvölkern werden eindeutige und funktionierende Systeme durch das working policing stabilisiert.
Da gibt es nicht Hunger und erhöhte Krankheitsrate durch Schichtzugehörigkeit. Es gibt keine Kriege, keine Depressionen und keine Selbstmorde...

Bei uns würden durch mehr Kontrolle egoistische, ineffiziente Systeme stabilisiert. Oder vielmehr: welches System?

ZB das Kastenwesen in Indien....da ham wir's doch schon. War bzw ist das effizient?

 

Und da wären wir auch schon wieder bei unserem allseits beliebten Hellinger.

 

   

Der postuliert Ordnungen: die Frau hat dem Manne zu folgen, Eltern sind immer zu ehren, egal was sie getan haben, und die Nazidiktatur war eine Folge von irgend welchen Kräften: Und das, was wir als destruktiv begreifen oder böse und destruktiv nennen, ist genauso eine gewaltige Kraft, und sie führt zum Guten. Wir wären in Europa weit zurück, wenn das alles nicht geschehen wäre.”

Und dann, an Hitler gerichtet:

Manche betrachten dich als einen Unmenschen, als ob es je jemanden gegeben hätte, den man so nennen darf. (...) Wenn ich dich achte, achte ich auch mich. Wenn ich dich verabscheue, verabscheue ich auch mich. Darf ich dich dann lieben? Muss ich dich vielleicht lieben, weil ich sonst auch mich nicht lieben darf?

(zitiert nach Andrew Vachss)

 

Hellinger bewohnt mittlerweile Hitlers kleine Reichkanzlei bei Berchtesgaden. Und arbeitet an Hitlers ehemaligem Schreibtisch...

 

 

Harry Potter

31. Dez. 04

   

Für's Neue Jahr wünsche ich uns allen mehr Zauberei!

 
   

 

hat der ungeheure weltweite Erfolg der Harry-Potter-Geschichten nur etwas mit Marketing zu tun?

 
   

Oder sind es Träume und Wünsche, die fast jede und jeden bewegen.

 

 
   

Jungbusch

Die Sehnsucht nach einer anderen Welt. In der nicht Gewinnsucht die höchste Maxime ist. In der Freiheit und Menschlichkeit leben.

 
   

Doch wir sind alle Dursleys. Verwöhnen unsere Dudley-Kinder (natürlich nur die eigenen!). Selbstgerecht, geld- und machtgierig, mit einem unerträglichen Anspruchsdenken, während 500 km weiter Kinder hungern müssen (selbst Schuld, sagt der und die Muggel...). Leben in einer Muggel-Ordnung, wo jedes Ding seinen Platz hat und man weiß, wie die Welt funktioniert. Was gut und was schlecht ist. Ein schlichtes, kindliches Weltbild eben. Kein Hinweis darauf, dass da vielleicht noch was ist.

   
   

 

Etwas fast Unbekanntes, außerhalb unserer Gedankengebäude.

 
   

Nein, sagen die Dursleys, wir kennen alles und wissen, wie es geht.

 

 
     

Doch wie kann ich von etwas sagen, ich kenne es und wisse, wie es funktioniert, wenn es sich um etwas mir Unbekanntes handelt?

 
   

Warum haben fast alle Menschen die Hexe und den Zauberer in sich vergessen?

 

 
     

Die Zauberei wird uns schon als Kinder ausgetrieben. In der Muggelwelt wird die Zauberei nicht nur verleugnet, sondern auch verdammt. Im Keim erstickt.

 
   

Viel hat es mit Sex zu tun. Oder vielmehr mit dessen Abarten.

Das sei eine Überbewertung von Sex?
Die sexuelle Ausrichtung ist einer der Hauptfaktoren, die die Lebenswelt eines Menschen bestimmen.

Das seien Ausnahmeerscheinungen?
Was ist dann mit all den Sextouristen, die vor nichts zurückschrecken; mit der Unzahl, dem Erfolg von Sexseiten im Internet, fast die einzige Branche, die im Internet Geld verdient. Mit dem unglaublichen Ausmaß an extremen Darstellungen, von der Anzahl und vom Inhalt her.

Jeder tut's.

 

 
     

Für mich war das größte Ereignis im vergangenen Jahr der Nobelpreis an Elfriede Jelinek. Eine Hoffnung, dass die Zauberwelt doch noch nicht ganz verloren ist?

 
   

Eine Person, die sehr offen und sehr klar die der "Muggelordnung" zugrunde liegenden Strukturen ausgräbt. Und oft sind diese sexueller Natur.

Und da gibt es weltweit Menschen, die das anerkennen und ihr einen Preis dafür zuerkennen!

 
     

Werke, in denen kein Blatt vor den Mund genommen wird. Und dennoch keine P*rnografie: Mit diesen Beschreibungen ist keine Wi**svorlage zu machen. Es gibt keine Sexobjekte. Sondern Menschen mit obsessiven Begierden.

 
   

Heute ein Essay in der FR, über Partnersuche, ausgelutschtes Thema... Am Schluss die bange Frage: "Warum, so fragt man sich (nicht nur) als Mann immer wieder, wählen Frauen hartnäckig, zum wiederholten Mal und zur Not in vierter Ehe, Männer, bei denen absehbar zu sein scheint, dass sie mit unberechenbarem, narzisstischem, egoistischem und kindischem Verhalten das Liebesglück torpedieren?"

Antwort: weil sie das erlebt haben und, küchenpsychologisch gesprochen, wiederholen müssen. Ihr Gehirn hat sich, durch die Einwirkung von Nötigung bis Gewalt, so strukturiert, dass Mann, Liebe und Sex als Machtspiel für das Mädchen und später für die Frau ein und das selbe sind.

Aber all das darf ja nicht gesagt werden. Freud ist tot, und Interpretieren out. Das sind die Hirngespinste einer Altfeministin...

 

 
     

Ein Ratgeber-Psychologe erklärte einmal im Fernsehen, dass nur etwa 10 % der Männer eine Frau aushalten können. Die restlichen 90% müssen sie als Sexobjekt behandeln, damit sie die Kontrolle behalten.

Niemand hat ihnen gesagt, dass es auch noch eine andere Art von Sex gibt: Verschmelzung, Sich-Gehen-Lassen. Ohne Anstrengung, ohne aktives Zutun, Geschehen-Lassen.
Ud dass sich diese Art von Sex auch nicht abnutzt über die Jahre. Da braucht man keine ständige Neureize. Auch die viel missbrauchte Evolution hat das nicht vorgesehen. Sie lässt die Menschen Bindungshormone ausschütten, wenn zwei sich lieben.

 
   

Warum haben fast alle Menschen die Hexe und den Zauberer in sich vergessen?

 

 
     

Die Zauberei wird uns schon als Kinder ausgetrieben. In der Muggelwelt wird die Zauberei nicht nur verleugnet, sondern auch verdammt.

Und dann gibt es ja noch die böse Zauberei, Lord Voldemort und seine Anhänger und Anhängerinnen. Das erlebt man häufig: Zauberei wird wieder zum eigenen Machtgewinn benutzt. Die sog. 68er waren so etwas, und heute die Esoterik-Welt mit Matriarchatsklischeeträumen - die inzwischen sehr reaktionär sind. Ich nenne ZEGG und Sabine Lichtenfels & Dieter Duhm, davor Otto Mühl. Oder die frühe Hippiebewegung, die sich auf dem Monte Verita sammelte. "Die meisten tun nicht das Notwendige zur Förderung des Zwecks, sondern ungefähr genau das, was ihnen beliebt." (Ida Hoffmann)

 
   

Hans Arp - ein Zauberer, der Zeit seines Lebens nicht von seiner Ablehnung der Muggelordnung abging:
"In Ascona zeichnete ich mit Pinsel und Tusche abgebrochene Äste, Wurzeln, Gräser, Steine, die der See an den Strand gespült hatte. Diese Formen vereinfachte ich und vereinigte ihr Wesen in bewegten Ovalen, Sinnbildern der ewigen Verwandlung und des Werdens des Körpers."

Hans Arp: Le Fruit qui Marche, 1965  

 

Das war 2004>>>

Gertrud Schrenk
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