Weblog 2008 - was mir so auffällt...

 

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Google Feiertagsbildchen...

24. September 2008

Das ist jetzt also weltweit die (geschmackliche) Marschrichtung!

 

 

Muss man das jetzt ertragen? Google hat die Macht... jetzt definieren sie schon Design... wie wir wissen, ist Geschmack auch nur Mode, und von der Sehgewohnheit abhängig.

Google hämmert uns einfach diesen einen (in meinen Augen äußerst kindischen) Stil ein, bis unser Hirn gar nicht mehr anders kann, als das schön zu finden...

 

Freier Wille

21. Dezember 2008

... wir machen weiter mit diesem heiß diskutierten Thema ...

...arte hat sich dessen mal wieder angenommen.

 

 

Black Box Gehirn“ vom 20. Dez. 2008 – es geht um Werbung und inwieweit die Neurobiologen ganz neue tolle Techniken entwicklen würden, uns zum Kauf von Dingen, die wir gar nicht wollen, zu manipulieren.

EIne Werbesendung für die Thesen der Neurobiologen, die seit einigen Jahren behaupten, mit ihren tollen Geräten („bildgebende Verfahren“) völlig neue Erkenntnisse über unser Gehirn (und damit, wie sie meinen, unser Verhalten) gewonnen zu haben und immer noch zu gewinnen.

zB der Determinismus, ein altes philosophisches Thema. Herr Singer und Herr Roth gar fordern eine Aufgabe des Schuldbegriffs, und gehen noch weiter: in strafrechtlichem Sinne.

 

links zu den Libet-Experimenten:

FAZ
Philosophie verständlich
Wikipedia
Planet Wissen

All diese Schlussfolgerungen bauen auf den sog. Libet-Experimenten auf. Das war 1979.

Es geht so: Hirnströme wurden gemessen, und ein Proband aufgefordert, eine bestimmte Handlung auszuführen.

Und bevor der Proband bewust das tut – wird schon ein Ausschlag der Hirnaktivität gemessen.

Es handelt sich hierbei aber lediglich um eine motorische Handlung, die keine moralischen Entscheidungen erfordert, wie sie für den Freien Willen notwendig sind. Ganz andere Hirnsareale sind zuständig (zB das prozedurale gedächtnis und nicht das episodische Gedächtnis). Außerdem wussten die Versuchspersonen schon vorher, dass sie eine solche Handlung ausführen sollten – was es doch logisch macht, dass diese im Gehirn vorbereitet wird!

„Doch zahlreiche Kritiker des Experiments erhoben Einwände gegen eine solche Interpretation: Einerseits sei die genaue zeitliche Bestimmung einer bewussten Handlungsentscheidung durch den Versuchsaufbau nicht hinreichend genau bestimmbar, andererseits sei das Heben einer Hand unter den Versuchsbedingungen keine echte Willensentscheidung. Doch auch wenn Libets Experiment keinen eindeutigen Beweis gegen die Möglichkeit freier Willensentscheidungen liefern konnte, so ist die Hirnforschung von einem Beweis freier Entscheidungsfähigkeit noch viel weiter entfernt. Die Ergebnisse der Forschungen legen nahe, dass der Wille eher eine vom Gehirn erzeugte Empfindung als eine unabhängige Instanz ist.“

planet-wissen.de 3. 9. 2007

Das ficht die Herren Neurobiologen aber nicht an – ihre Lobby ist mittlerweile sehr groß, und man weiß es schon am Stammtisch, dass wir nicht frei sind... sogar eine so kritische Anstalt wie die Bundeszentrale für politische Bildung hat es sich schon zu eigen gemacht („Im Bereich der Emotionsforschung kam der Durchbruch etwa Mitte der 1990er Jahre mit der Entwicklung der bildgebenden Methoden der neurobiologischen Forschung.“)

Was wollen sie? Wo ist der Schnittpunkt zur Macht? Materialismus, wem nützt er wieder? Materialismus, Biologismus hatten wir schon mal. Damit kann man jede Kritik, aber auch jedes mitmenschliche Denken paralysieren („dissen“, wie das heute heißt).

Ein weiterer Baustein der Verseuchung unserer Gehirne, wie es die in allen Medien mit viel Geld durchgebrachte These von der guten unsichtbaren Hand des Marktes war – die ja nun gottseidank auch für den Letzten offensichtlich ad absurdum geführt wurde...

 

 

arte plappert es unreflektiert nach; ein einziger Interviewpartner erwähnte, dass das a) alles überhaupt nicht neu und b) auch nicht auf diese Weise zu interpretieren sei.

Tja – hat denn Werbung nie funktioniert, bevor es die PETs und MRTs und wie sie alle heißen, gab? In der Werbung gilt schon lange der Grundsatz: Entscheidungen werden zu 20% vom Kopf – und zu 80% vom Bauch getroffen... Haben all die Firmen umsonst ihr ganzes Geld hinausgeschmissen? Gab es vorher noch kein Markenführung (Miele wird als Beispiel genommen – also ein besseres Gegenbeispiel für ihre Thesen hätten sie wirklich nicht finden können... diese alte MArke, fest in den Köpfen verankert – jaja ich weiß, auch in meinem! eine andere Waschmaschine gibt es für mich nicht, auch wenn die Stiftung Warentest hundertmal herausfindet, dass andere Modelle länger leben oder auch besser waschen – die Werbung funktioniert in dieser Hinsicht bei mir wunderbar!

Miele Waschmaschine
 

Toll war auch das Beispiel, dass sie jetzt also mit Hilfe ihrer Bilder herausgefunden haben, dass kulturelle Unterschiede im Gehirn andere Regionen aktivieren...

ach – das haben wir vorher nicht gewusst? Dass andere Kulturen Werbung anders wahrnehmen? Sie führen das Beispiel Japan an, wo mehr auf den Kontext eines Bildes geachtet werde, wohingegen bei uns das Objekt selbst die Aufmerksamkeit anzieht. Also bei uns muss ein Auto groß und fett präsentiert sein, dort muss es sich in einer Situation befinden.

(Nebenbemerkung: im Beitrag wurde das darauf zurückgeführt, dass man bei uns bei den Kleinkindern die ganze Zeit auf irgendwelche Objekte zeigt und diese das Kind benennen lässt – eine Unsitte, die mich schon lange nervt und die natürlich die Aufmerksamkeit weg vom Erfassen einer Gesamtsituation, Aufnehmen von Stimmungen usw lenkt. Eine Eigenschaft, die besonders bei Bildungsbürgern sehr auffällig ist, hierzulande.)

Ein letzter Gesichtspunkt: Im Grunde wird ja Freud rehabilitiert (sagt auch Gerhard Roth), der genau das sagte: unser Verhalten ist determiniert von Kräften, die mit unserem Bewusstsein nicht erreichbar sind. Immer wurde er als unwissenschaftlich, und damit sein Theoriegebäude als unhaltbar, subjektiv, kritisiert.

Nun, da diese Maschinen irgend etwas angeblich nachweisen‚ nun glauben wir es! Hinterfragen es nicht!

Das hat Aussagekraft weder zu Freud noch zu der aktuellen Neurobiologie – es sagt höchstens etwas über die Determinanden unserer Kultur aus!

 
 

Unsere Religion sind die Maschinen. Diesen glauben wir.

Und noch was, zum Thema Determinismus: wie schon erwähnt, würde dieses Konzept (der Vorbestimmtheit unserer Handlungen) eine ununterbrochene Kausalkette vom Urknall (oder davor...) bis heute implizieren...

 
 

...oder aber man ist in der Lage, Dinge nicht eindimensional zu sehen, und – wissenschaftliche! – Beweise anzuerkennen, die keine durchgängige Kausalität in allen Vorgängen sehen; das eine Beispiel ist die Chaostheorie, das andere Heisenberg, der behauptet, dass es im subatomaren Bereich keine Determination gibt.

arme Jungs!

10. Dezember 2008

... die angebliche Feminisierung der Schule...

Auch wenn Frau Schavan jetzt wieder getrennten Unterricht für Mädchen und Jungs fordert – lassen Sie sich nicht den Kopf vernebeln!

Als Krücke – ja. Um Unterschiede, Nachteile, negative Auswirkungen der Rollenbilder abzubauen. Aber die Diskussion läuft ja wieder in eine andere Richtung: Mädchen und Jungs seien biologisch anders – haha, klar sind sie das, aber dass dies eine Auswirkung auf ihr Verhalten hätte? und welches? Wo ist der schlüssige Beweis?

Katzen und Kater sind biologisch auch verschieden – aber im Verhalten??? Wie viele haben sich über den Nachwuchs ihres „Katers“ gewundert... ;-)

 

 

Alle drei Jahre kommt diese Debatte wieder; Focus hatte zuletzt auch lang und breit über die armen Jungs und ihre Benachteiligung in der „feminisierten“ Schule gesprochen – und dass wir in 15 Jahren sowieso die gesellschaftliche Gleichstellung hätten! Das war vor ca. 5 Jahren, und eine Gleichstellung ist nicht in Sicht, im Gegenteil, Frauen sind in Deutschland immer noch schlechter bezahlt als Männer, sitzen nicht in Aufsichtsräten, Professorinnen gibt es verschwindend wenige usw.

Ganz stark ist da auch ein Verein, manndat, der mit faschen Fakten und jeder Menge falschen Schlüssen operiert. Lesebeispiel Buchempfehlung von dieser Seite: „„Jungen und Mädchen sind verschieden, auch wenn dies ein ideologisch geprägter Blick lange Zeit nicht wahrhaben wollte. Es gibt weibliche und männliche Eigenschaften, die auf den Einfluss der Gene und Hormone zurückzuführen sind und nicht nur auf das erzieherische Verhalten.“ Alan Guggenbühl erklärt in einfachen Worten die Psychologie von Jungen.“) Anmerkung: Es gibt keineswegs wissenschaftliche Beweise für diese These.

Da ich mich ja jetzt mit Sophisten auskenne und deren rhetorischen Finten („Sophismen“), kann ich unschwer die falschen Schlüsse, die mal wieder gezogen werden, erkennen.
Das Beispiel mit der Katze:

 
 

„Diese Katze hat Junge, sie ist also eine Mutter. Diese Katze ist deine Katze. Also ist diese Katze deine Mutter.“ wikipedia

Wir übertragen das jetzt auf unseren Fall (die armen Jungs):

1: Jungs sind schlechter in der Schule als Mädchen, und ihre Leistungen fallen weiter ab.

2: An Schulen und Kindergärten unterrichten fast nur Frauen.

rhetorischer Schluss: Jungs sind in der Schule schlechter, weil ihr Männlichsein von den Lehrerinnen unterdrückt wird. („Jungs kommen mit ihrer Geschlechteridentität nicht zurecht.“). Der Unterricht sei „feminisiert“,an den Interessen der Mädchen ausgerichtet usw.

 

Wir hören das ja auch immer, wenn es um den Girls' Day geht. Es müsse auch einen Boys' Day geben...

Ich will das mal entheddern:

 
 

Der Girls' Day ist dazu da, Mädchen besseren Zugang zu besseren, vor allem besser bezahlten Berufen zu ermöglichen; Berufen, die traditionell den Männern zugeordnet werden. Den die Mädchen durch ihre Sozialisation in der weiblichen Geschlechterrolle nicht ergreifen.

Ein Boys' Day müsste dann Jungs in soziale Berufe bringen! Ja, da wär ich krass dafür! Jungs als Altenpfleger am Boys' Day, als Kindergärtner, Putzmann, Sekretär, Arzthelfer...

Dann: die traditionelle Geschlechterrolle der Jungs. Ist es denn so schade, wenn sie in dieser verunsichert werden? Was beinhaltet diese denn? Gewalt, Hierarchie, Härte, keine Gefühle zeigen usw

 
 

und hier zeigt sich das wahre Ziel dieser Diskussion:

Diese Rolle soll bewahrt werden! Und: es wird wieder unterstellt, dass Mädchen und Jungs biologisch anders sind! Welch ein Rückschritt...

 
 

Wenn, wie jetzt in einer Grundschule in Chemnitz, Jungs und Mädchen unterschiedliche Bücher lesen, um auch die Jungs zum Lesen zu animieren – festigt man dadurch ja gerade wieder das Rollenbild, das zu Gewalt führt; vielleicht sogar zu mehr Herzinfarkten, Einsamkeit bei Männern usw.

Jetzt fragst du natürlich: warum ich dann buschgirls so mache. Warum ich die Mädchen dort getrennt unterrichte. Ich habe also reine Mädchengruppen und gemischte Gruppen.

 
 

Das ist eine Krücke. Es ist offene Jugendarbeit. Wenn ich nur gemischte Gruppen anböte, kämen nach kurzer Zeit nur no0ch Jungs. So einfach ist das. Und: benachteiligt sind die Jungs bei uns nicht! Sie machen, was sie wollen, sie sind genauso fit am Computer, und keinen Ausbildungsplatz bekommen alle, keine Arbeit oder ganz schlechte.

Mit anderen Worten: von einer Benachteiligung von Jungs kann noch lange, lange nicht gesprochen werden!

 
 

Was das Lesen angeht, folgender Vorschlag: Lesestoff anbieten, der traditionell Jungs interessiert, _und Lesestoff anbieten, der – traditionell! – Mädchen interessiert!

Aber: diese Stoffe in gemischten Klassen lesen!

 
 

Wollen wir, dass diese unselige Rollenzuordnung ewig besteht? Es gibt sie doch nicht: hier Mädchen, da Jungs. Es gibt die ganze Palette dazwischen. Es gibt alles, Mädchen, die sich eher in der traditionellen Männerrolle bewegen, und Jungs, die sich eher mit der sog. traditionellen Frauenrolle identifizieren. Und alles dazwischen soll sich ein Junge wieder schlecht fühlen müssen, weil er weich ist? Weinen kann? NAchgeben kann???

so viel dann schon...

19. November 2008

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

geht doch!

19. November 2008

... Wolf Singer ist lernfähig...

...obwohl er doch behauptet, das Hirn sei fertig mit 20, 25 Jahren; naja, er sagt dann schon auch, dass man es sehr schwer zwar aber dennoch auch danach noch ändern kann.

 

 

Hä? Worum geht's??

Gert Scobel, der geilste und klügste Moderator, den wir zur Zeit haben, spricht in der Sendung „scobel“ vom 28. August 2008 (Scobel ist natürlich auch Redaktionsleiter dieser Reihe) mit Eric Kandel (Neurowissenschaftler), Marianne Leuzinger-Bohleber (Direktorin des Sigmund Freud-Instituts in Frankfurt am Main) und Wolf Singer (Neurophysiologe). Er fragt nach den neuen Umrissen einer sowohl neurowissenschaftlich wie psychoanalytisch geschulten Theorie der menschlichen Seele.

Gerd Scobel
 

Das ist ja die interessanteste Frage, bei all der Aufregung um die bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung, den unsäglichen Schlussfolgerungen von Singer, Roth und anderen: kein freier Wille, keine Schuld (ich will jetzt hier die Diskussion nicht aufrollen, sie ist bekannt)– die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Bewusstem und Unbewusstem...

ok konzentrieren wir uns auf einen Punkt: Herr Singer ist lernfähig...

 

mp3 zu Runterladen >>

Er ist jetzt also auch auf die Idee gekommen, dass er nicht nur einzelne isolierte „Hirne“ untersuchen sollte; dass er das Wichtigste dabei vergessen hat: nämlich dass wir soziale Wesen sind.

Außerdem, dass die Komplexität des Gehirns zu groß ist, um sie in Einzelteilen erfassen zu können – was er dann aber doch wieder tut, er kann halt net anders, er braucht drei, vier Schubladen, wo er alles reintun kann.

lol, der ist gut (online-Quiz zur Sendung):

 
  Psychose Neurose

Dieser Mann behauptet ja, dass wir nicht dafür können, was wir tun, weil schon bevor wir Bewusstsein über eine Handlung, die wir vollführen, erlangen, in unserem Gehirn Aktivität gemessen werden kann.

HAHAHA, das ist ja das Unbewusste... und das sind nicht wir? Ich bin nicht mein Unbewusstes? Ich habe dieses nicht zu verantworten??

 
 

Gottseidank sagt der andere auf einer anderen Seite:

„Wenn Menschen miteinander sprechen, kommuniziert das eine Gehirn mit dem anderen, erzeugt dort anatomische Veränderungen, und umgekehrt“, erläutert Eric R. Kandel im Oktober 2000 in einem Interview der 'Welt'. Ein Ziel seiner Forschung ist es, nachzuweisen, dass Gespräche oder auch Psychotherapie molekulare Vorgänge im Gehirn nachhaltig verändern können.

3sat >>

 
 

...und genauso kann ich mich auch selbst beeinflussen und mein Gehirn verändern – und bitte, woher kommt das dann? Was ist die Ursache? wenn ich mich hinsetze und mich konzentriere o. dgl.? war das vorher schon in meinem Gehirngestanden? wann war vorher? was war davor? gehen wir jetzt zurück bis zum Urknall, und alle sist vorgezeichnet? (da kämen wir mit vielen Religionen überein, die genau das sagen...)

Andererseits gibt es die Komplexitätsforschung, die sagt, ab einem bestimmten Grad von Komplexität kann man einen Vorgang nicht mehr vorhersagen; und zwar, nicht aus dem Grund, als man die Mittel nicht hätte – nein, prinzipiell nicht.

 
 

Das Thema greift Scobel ja auch auf! da >>

...und wen finden wir da???? Freund Hovestadt!!! der auf unserem Pattern Project den intelligentesten und dabei unterhaltsamsten Vortrag gehalten hat!!!

 
Ludger Hovestadt

ich bin gar net so schlecht: 2 von diesen Superwissenschaftlern, Ludger Hovestadt und Walter Greiner als Vortagende auf meinem Symposium!

 

Bild: Ludger Hovestadt

Island und Aluminium und Björk

7. November 2008

... man hat es vorher gewusst
 

Wir hören immer nur vom Staatsbankrott, der wegen der Kleinheit des Staates so umfassend ausfällt.

Dass es eine Vorgeschichte, eine Ursache gibt – Alcoa, Kárahnjukar, Reyðarfjörður – hören wir nicht.

 

Alle haben es gewusst: Die riesigen Aluschmelzen samt dazugehörigen Staudämmen – auf unglaublich hohe Auslandsschulden gebaut, unter (vom Staat gewährten) Bedingungen für die Unternehmen, von denen wir nur träumen können...

   

viti

Drilling into Viti

The Viti crater is a top tourist attraction. Now there is test drilling right into the crater edges.

alles ist eingetreten, was vorhergesagt wurde. Der Aluminiumpreis sinkt weltweit, in den Schmelzen arbeiten hauptsächlich ausländische Arbeitskräfte, und aus den abgelegenen Gbeieten, die durch diese Industrie wirtschaftlich gestärkt werden sollten, ziehen mehr Leute weg als hin.

savingiceland, 26. Okt. 2008 (engl)

Und die Kreditblase ist geplatzt...

 

„Prime minister Geir Haarde recently explained on Stöd 2’s chat show Mannamál that one of the main reasons for the fall of the Krona, was due to the execution of heavy industry projects: the construction of Kárahnjúkar and Alcoa’s smelter in Reyðarfjörður.“

savingiceland, 26. Okt. 2008 (engl)

viti

This is the current view from Viti. Parts of these hills will be blown up or bulldozed to level the ground to lay pipes.

 
 


und jetzt ist die Wirtschaft sowas von am Boden:

 

„Umgerechnet steht jeder Isländer inzwischen rechnerisch mit 300.000 Euro in der Kreide.

Für die Isländer hat die Krise nun auch ganz konkrete Auswirkungen. Die Inflationsrate liegt mit 14% auf Rekordniveau. Preise für Obst und Gemüse sind in den vergangenen Monaten um fast 50% gestiegen. Viele Händler und Supermarktketten können keine Devisen mehr beschaffen, um dringend benötigte Waren im Ausland zu kaufen. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist von 1,3% auf 2,4%, die Zahl ausländischer Arbeitskräfte halbierte sich im gleichen Zeitraum auf knapp unter 10.000. Die Baubranche kam praktisch zum erliegen. “

iceland.de , Island und die Finanzkrise – Eine Zusammenfassung (5.11.08)

 

 

„Von Bankschulden in Höhe von 75,3 Milliarden Dollar (rund 59 Milliarden Euro), die vor den jüngsten schweren Turbulenzen der Finanzkrise in Island aufgelaufen waren, stammten 21,3 Milliarden Euro von deutschen Banken, teilte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am Donnerstag in Basel mit. Damit stamme fast ein Drittel des Geldes aus Deutschland.“

der Tagesspiegel, 23.10.2008

 

Björk kämpft auch schon lange gegen die unwiderbringliche Zerstörung einer der letzten Wildnisse Europas:

After financial meltdown, now it’s smeltdown, Times, 28. Okt. 2008

   

Björk

„Was die Leute so wütend macht, ist, dass die gleichen Personen, die für die Situation verantwortlich sind, in die sie die Isländer gebracht haben, nun diejenigen sind, die uns wieder herausziehen!“

 

„This October, the only growing business sector in Iceland is body guards.“

Iceland Sinks – Haukur Már Helgason, 3. Nov 2008

   

Usbekistan!

2. November 2008

Endlich das erste Panorama. Aus Buchara.

Uzbekistan Bukhara Panorama

das darf doch nicht wahr sein ...

24. September 2008

 

Ich höre Geräusche, ich habe Angst – ein Einbrecher! nehme die nächstliegende Waffe, eine Schere und gehe mutig nachsehen – was fliegt mir da um den Kopf?? In der Wohnung???

Fledermaus

 

Apartheid...

21. September 2008

... im Jungbusch – _das Thema schlechthin

Thesen:

1. Die hohe Fluktuation im Jungbusch, insbesondere von Familien, kommt nicht von den schlechten Lebensbedingungen im Jungbusch. Im Gegenteil, diese werden immer gelobt, auch wenn von allen Seiten auf „die Assis“ geschimpft wird. Ganze Familien kommen sogar zurück, weil es ihnen woanders nicht gefällt – wenn sie nur geeigneten Wohnraum finden!

Das Problem ist der mangelnde Wohnraum – günstig und für Familien geeignet!

Durch die Entwicklung wird immer mehr Wohnraum zu hippen Büros umfunktioniert; die Mieten steigen.

 
 

2. Die Stadtentwicklung ist von Mittelschichtlern für Mittelschichtler gemacht.

Unterschichtler sind weder einbezogen noch adressiert.

Im Gegenteil, ihre Orte werden entfernt (einfaches Beispiel: Polder – sitzgeeignet – werden zu Kegeln ausgetauscht)

3. Ein tiefer tiefer Graben existiert zwischen den Schichten. Dieser wird durch die Entwicklung nur noch verstärkt.

 
Ansicht Jungbusch vom Wasser

Tolle Sache: zwei meiner Panoramen in der Financial Times Deutschland!

 

Sie haben eine Mannheim-Beilage gemacht, am 18. September.

Mannheim – die Arbeiterstadt. Die von der De-Industrialisierung sehr getroffen wurde.

Mannheim – das wir lieben. Mit seinem schlechten Ruf – oder gerade deswegen. Hier ist einfach alles noch normal, noch nicht so „aufgewertet“ und lackiert. Hier kann man einfach leben.

_Das – soll sich ja ändern. Der Artikel über den Jungbusch in der FTD bringt's mal wieder zusammen: Da die Entwicklung im Jungbusch vom Rotlichtviertel zum Szeneviertel also so erfolgreich ist, will man das Konzept nun auf die ganze Stadt übertragen.

Roland Berger!

 
 

Bekannt dafür, Politik zu verkaufen. Das ist in höchstem Maße undemokratisch.

west.art im Fernsehen. WDR. Diskutiert wird über die Metropolen der Zukunft. Wie immer, sehr interessant.

 
 

Ich ziehe mal Verbindungen zum Jungbusch. Den kenne ich. Ein wenig. Aber schon viel mehr als vor 7 Jahren, als ich herzog.

Adrienne Goehler, ehem. Kultursenatorin Berlins, betont die Attraktivität, die – ja, doch – multikultiViertel haben. Sie sagt: man kann um 10 nach acht noch Milch kaufen, weil der Libanese noch da ist.

 
 

Sie hat es vielleicht nicht so gemeint – aber das ist genau der Punkt. Mittelschichtler/ Bildungsbürger finden solche lässigen Viertel cool, weil sie da gewisse Einschränkungen nicht vorfinden. Aber sie benutzen die Kulisse nur. Sie leben nicht mit ihr.

Der Beweis ist ganz einfach. guck einfach mal, wer zu wem nach Hause kommt. Oder in welche Kneipen wer geht. Oder wer zB bei einem Geburtstag vorgefunden wird.

ja doch – wirf mir schwarz-weiß-Denken vor, aber es ist so krass. Die Trennlinie ist scharf und eindeutig. Schichtspezifisch, hat mit Ethnie wenig zu tun. Höchstens insoweit, als die Ausländer, die hier leben, meistens aus der Unterschicht kommen. Und man die, die nicht aus der Unterschicht kommen, auf der Straße nicht so wahrnimmt...

 
 

Der kulturelle Graben zwischen den Schichten ist fast unüberbrückbar tief, für die meisten Leute. Und baust du eine Brücke, kommt die ganze Macht der sog. kulturellen Überlegenheit. Beispiel: in unserem Magazin „buschgirls.de“ wird von Bildungsbürgern hauptsächlich die mangelnde Rechtschreibung kritisiert. Und die Kraftausdrücke. Welche Atmosphäre, welche Kraft, welche Lebendigkeit aber aus diesen Geschichten sprüht – können diese Leute gar nicht mehr wahrnehmen.

Es gibt natürlich Ausnahmen!!! Es gibt Leute, die dies wahrnehmen und schätzen!!

Ich weiß es doch selbst, kommt man in eine fremde Kultur, muss man die Kommunikationsformen erst erlernen. Und eine andere Schicht ist viel mehr eine andere Kultur, als die gleiche Schicht in einer anderen Ethnie ist. Die vertikalen Unterschiede sind viel größer als die horizontalen. Ein türkischer und ein deutscher Unterschichtler haben viel mehr gemeinsam als ein türkischer Mittelschichtler und ein türkischer Unterschichtler.

 
 

Es hat mich viel Lehrgeld gekostet, das zu erlernen. Ich bin auch mit der typischen Bildungsbürger-Arroganz hier eingetaucht: geh hin und sage einfach direkt, was du willst. Nicht erst mal vorsichtig herantasten, erst mal die Stimmung erfühlen, sich langsam annähern, wenig reden, erst mal, erst mal gucken, was läuft!

Kontakt

alles ist anders, die Körpersprache, die Doppelwelt, in der gelebt wird – das Paarungsverhalten!

Zurück zur Stadtentwicklung. Alles, was erreicht wurde, sind Dinge, die eine bestimmte Kultur ansprechen: Bildungsbürger, am liebsten mit kreativem Hintergrund. Ja genau, so wie ich! Ich habe auch eine Wohnung, in der vorher eine 8-köpfige Familie gewohnt hat, nur für mich und mein Atelier. Vorne wurde ein Haus an eine Grafikagentur verkauft, 4 Stockwerke, die als Wohnraum nicht mehr zur Verfügung stehen!

Das Problem der Umwidmung von Wohnraum wird von Quartiersmanager Scheuermann in altbewährter Manier ethnisiert: Die polnischen Arbeiter und die bulgarischen Prostituierten sind es, die den Familien den Wohnraum wegnehmen (FTD)... inwieweit man mit einer solchen Einstellung die verschiedenen Interessen zusammenbringen kann... siehe nächster Absatz.

 
 

Was die Leute, die den Hauptteil der Bevölkerung hier ausmachen, wünschen – niemand macht sich die Mühe, das wirklich herauszufinden. Es werden Pseudoumfragen gemacht, die in ihrer Art natürlich wieder nur eine bestimmte Sorte Leute zur Teilnahme bewegen... entsprechend die Ergebnisse. Es wird eine Studie von der Stadt in Auftrag gegeben, die explizit und eindeutig zum Ergebnis kommt, dass es anderer Kommunikatonsweisen bedarf, um die Leute, die hier leben, anzusprechen – die Vorschläge sind völlig in der Schublade verschwunden! Sie zu finden, ist auch nur möglich, wenn man sie kennt; ich kann nur immer wieder daraus zitieren, und das war 2003, und es hat sich nichts daran geändert:

„Eine stärkere Trennung der Aufgabenbereiche Gemeinwesenarbeit und Quartiermanagement ist notwendig. [...] Die Interessen des Quartiers sind von den Interessen der Einrichtung klar zu unterscheiden.

Ein Arbeitskreis, der sspeziell auf die interkulturellen Standards der Migrantinnen/Migranten im Jungbusch zugeschnitten ist, wird empfohlen, weil es erfahrungsgemäß nur schwer gelingt, diese für die Mitarbeit in einem übergeordneten und korporatistisch organisierten Gremium zu gewinnen.

Der Ganzheitlichkeit der Quartiersentwicklung ist Rechnung zu tragen, dh der Berücksichtigung der Interessen und unmittelbaren Probleme der Bewohenrinnen und Bewohner und deren Beteiligung ist ein mindestens ebenso hoher Stellenwert zuzugestehen wie der Aufwertung des Quartiers durch städtebauliche Maßnahmen im Rahmen des Stadtjubiläums 2007.“

(siehe auf meinen Seiten auch hier >>)

Ich möchte betonen, dass ein Imagewandel durchaus stattfindet! Und allen Bevölkerungsteilen zugute kommt! und auch von allen gutgeheißen wird!

 
 

Nur: die Ansiedlung der Firmen hier hat noch keiner Bewohnerin, keinem Bewohner etwas gebracht. Unsere Jugendlichen sind so hoffnungslos wie eh; bekämen sie eine Chance auf einen Ausbildungsplatz oder eine anständige Arbeit – viele von ihnen könnten aufgefangen werden.

Im Artikel in der FTD wird auch das Problem der Gentrifizierung (Aufwertung von Ausländervierteln durch kulturelle Ansiedlungen, steigende Mieten in der Folge und Verdrängung der dort lebenden Bevölkerung) kurz angerissen – um dann schnell vom Tisch gewischt zu werden – mit dem Kommentar, „in einigen Jahren vielleicht ein Problem “ – ja toll, dann ist es zu spät! Alle Weichen werden genau in diese Richtung gestellt! In diesem Moment!

 
 

Wir wollen hier einfach nur in Ruhe leben.

aber weil Hiersein ...

18. September 2008

...viel ist (Rilke, 9. Elegie >>)

Psalm 19, 39
Ich bin verstummt und still und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen.
Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut,
Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.
Aber, SCHICKSAL, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.
Siehe, meiner Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! (Sela.)
Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird.
Nun, SCHICKSAL, wes soll ich mich trösten?
(„HERR“ ersetzt durch „SCHICKSAL“)

geht doch!

12. September 2008

... Lysistrata in der Türkei: Sex und Wasser

„Die Frauen des südtürkischen Örtchens Kicaköy sind im Sex-Streik. Damit wollen sie Druck auf ihre Männer ausüben – die ihrer Meinung nach nicht genug gegen den herrschenden Trinkwassermangel unternehmen.“ taz v. 8.9.2008

 

 

Das ist das Vorbild: Lysistrata, ein Schauspiel von Aristophanes aus dem Jahre 411 v.Chr.

„Athen, in der Nähe und auf der Akropolis, um 410 v.Chr. Die Frauen haben den seit 20 Jahren nahezu ohne Unterbrechung wütenden Bruderkrieg zwischen Athen und den Städten des Peloponnes gründlich satt – aber was tun? Lysistrata hat die Initiative ergriffen, Frauen aus ganz Hellas zusammengerufen und trägt ihnen einen Plan vor, wie man die kriegssüchtigen Männer kurieren könne: Man müsse ihnen, bis wieder Frieden herrsche, strikt den Beischlaf verweigern. Schweren Herzens schwören die Frauen Enthaltsamkeit und begeben sich auf die Akropolis, um sich dort zu verbarrikadieren. [..] Dem Phallos Befriedigung zu verschaffen, sei zwingender als das Schwert zu führen. [..] Frieden für das ganze Land. Der Sieg der Liebe wie auch der Vernunft wird mit einem Festmahl und Dank an die Götter gebührend gefeiert.“ >>

google olympics

deep sea

12. September 2008


ich bin in dich gefallen wie in eine schlimme See
ich finde die Küste nicht mehr

Gesine Schan

wie modern könnten wir sein ...

3. September 2008

... Gesine Schwan for President!

Eine Präsidentin, die offen darüber spricht, dass sie eine Psychoanalyse gemacht hat?

Gesine Schan

 

Jemand, der oder die psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, hat doch einen Dachschaden – das ist die gängige Meinung.

Dass wir alle perfekt und unbeschädigt seien – eine Präsidentin, die dem deutlich widerspricht – klar und in aller Offenheit –

 
 

Hut ab.
Ein humanistisches Menschenbild.

omg ...

24. August 2008

... und nochmal: wie ist sowas möglich???

schon allein der Schriftzug, naja, den mag man noch in die Philosophie „html 1.0“ einordnen... damals, als wir mit Webseiten basteln anfingen, ich zB 1996, als der erste Editor für html herauskam – Adobe PageMill – was waren animierte gifs für eine Attraktion!

google olympics

 

Damals war es auch toll, dass man einen Schriftzug auf einfache Weise, softwaremäßig, plastisch machen konnte – und so einen tollen Schatten dazu!

Aber die Welt dreht sich weiter; google auch; sie haben ja nicht wirklich html 1.0 – und technisch sind sie sowieso ganz woanders! Was also hat dieser Stil für eine Funktion?

 
 

Sicher einerseits dem Geschmack von IT-Seelenkrüppeln (Entschuldigung) geschuldet, die gerne auch Comic-Krawatten tragen und deren Helden die Simpsons sind – aber in so einer Firma gibt es doch auch reifere Leute – und warum lassen diese so etwas zu???

Reformen?

24. August 2008

... wenn _das dabei herauskommt –

na, dann gute Nacht!

 

Am selben Tag, als Herr Mehdorn die satten Gewinne der Bahn verkündet und im gleichen Atemzug die Anhebung der Fahrpreise ankündigt – werden mir Texte vorgelegt, Kopien, die SchülerInnen in Rheinland-Pfalz bekommen haben.
Unterrichtsmaterial.

Diese Texte sind so klein, dass ein schnelles Überfliegen nicht möglich ist. Lesen ist für viele sowieso schon sehr unattraktiv, und wird bestimmt nicht angenehmer, wenn man die Augen so stark anstrengen muss (nicht umsonst gibt es Großdruck, und der ist nicht nur für Leute mit einem Sehfehler gedacht).

 
 

Das sieht so aus: was normalerweise ein A4-Blatt ist, wird jetzt soweit herunterverkleinert, dass es dreimal – als DIN-lang – auf ein Blatt passt. Warum?

Die Schulen bezahlen den Lehrern die Kopien nicht mehr! Sie müssen sie selbst bezahlen, oder von den Schülern das Geld zurückholen. Eine Lernmittelfreiheit gibt es in Rheinland-Pfalz auch nicht.

 
 

Was hat das mit Mehdorn zu tun?

„Der Staat muss schlanker werden“ – gebetsmühlenartig wird das von der Industrie gefordert. Ich spreche nicht von inhabergeführten mittelständischen Betrieben. Ich spreche von managergeführten Großkonzernen.

 
 

Damit diese satte Gewinne einfahren können.

Und unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur beim Lernen behindert werden, durch diese winzig kleinen Buchstaben, ihren letzten Pfennig (das betrifft natürlich nur einige...) für Bücher ausgeben – sondern auch ihre Schule fast nicht rechtzeitig erreichen können, weil die Bahnen und Busse entweder zu spät oder gar nicht fahren oder überfüllt sind.

 
 

Das sind direkte, plastische Zusammenhänge.

ein neuer Design Trend ...

14. August 2008

... hat die bald mächtigste Firma der Welt keine besseren Designer???
 

Wir wissen, wie abhängig Geschmack von der Sehgewohnheit ist! Wir sehen es an der Mode, aber auch in der Kunst.

Mal sehn, wie lange es dauert, bis diese Werke

google olympics

google olymPics

schön gefunden werden...

Mannheimer Moschee ... 

16. Juli 2008

... in Köln

äh, in der Kölner Rundschau, und ich auch >>

 
HegerFerrit

missverstehen kann man natürlich das, was die Redakteurin aus dem Interview gemacht hat:

Was nebeneinander herläuft, hat nichts mit Religion oder der Moschee oder auch der ethnischen Herkunft zu tun.

Die Trennlinie ist sozial, die Spaltung eine Soziale zwischen Bildungsbürgern und Unterschicht.

 

 

und dass hier alle ihre eigenen Projekte verfolgen, bezieht sich nicht nur auf die Moschee. Das ist nichts Moschee-Spezifisches. Das machen hier fast alle Einrichtungen so. Die staatlichen auch... die tollen Ausnahmen nennen wir mal heute nicht... doch, die gibt es auch...

Life ... 

16. Juli 2008

... is life

desktop

 
 

Aber weil Hiersein viel ist und uns scheinbar
alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das
seltsam uns angeht, uns, die Schwindendsten. Ein Mal
jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nichtmehr. Und wir auch
ein Mal. Nie wieder. Aber dieses
ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal
irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.

(Rilke, neunte Duineser Elegie)

da muss man erst mal drauf kommen...

9. Juni 2008

Der neue bundesweite Einbürgerungstest ist da

ich wollt ja nur mal kurz reingucken (pdf) , ob ich die Fragen beantworten kann...

 
 

Aufgabe 8

Was steht nicht im Grundgesetz von Deutschland?

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Alle sollen gleich viel Geld haben.
Jeder Mensch darf seine Meinung sagen.
Alle sind vor dem Gesetz gleich.

Für wie dumm verkauft man die Leute? das mit dem Geld, also...

 
 

es heißt auch nicht „Grundgesetz von Deutschland“ – „von“ ist sogar grammatikalisch falsch... ich will auch mal Korinthen kacken... es heißt richtig: „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“, und wenn ihr es abkürzen wollt, heißt es „Deutsches Grundgesetz“. Oder ihr nehmt den Genitiv – ja, mit dem Genitiv, das ist schon sone Sache, das kann nicht jede und jeder... also, man darf den Genitiv nicht mit „von“ umschreiben, es heißt dann: Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland... oder wolltet ihr euch im Ton der Umgangssprache anpassen?

aber egal, „Grundgesetz“ ist der Name der Verfassung Deutschlands, und keine Bezeichnung und deshalb auch nicht irgendwie zu verwenden. Die allgemeine Bezeichnung für so ein Ding ist „Verfassung“.

Und dann die Ungenauigkeiten: nur ein Satz ist genauer Gesetzestext, die anderen sind vereinfachte Formulierungen.

Warum der eine nicht? Sind die anderen im Original so schlecht verständlich? Was will man mit diesen willkürlichen Umformulierungen bezwecken? Bessere Verständlichkeit? dazu passt aber nicht der erste Satz. Der ist eigentlich am schwersten zu verstehen.

Antwort 3 heißt im Original (Artikel 5,1): Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern usw.

Antwort 4 heißt im Original (Artikel 3,1): Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

 
 

Die einzig richtige Antwort auf die Frage ist die erste.
Bitteschön, alles andere _steht _nicht _im _Grundgesetz.

Es müsste zumindest gesagt werden, dass diese Formulierungen sinngemäß zu verstehen sind. Am Grundgesetz haben viele Leute lange gearbeitet und eben solche Feinheiten ausgearbeitet. Nicht zum Spaß...

 
 

mal ein Grund, ein bisschen in unserer Verfassung herumzulesen... da stehen auch ganz schöne Sachen drin, von Freiheit und so...

ich jedenfalls habe keine Ahnung, was denn nun mit diesem Test abgefragt werden soll.

 

Gehirnwäsche ...

26. Juni 2008

..oder wie sonst könnte man verbergen, dass es natürlich ist, anderen zu helfen?...
 

„Gibt es Altruismus oder steckt hinter jedem Handeln der bare Eigennutz, wie ihn Evolutionstheorie und ökonomische Theorie nahelegen?“

welt.de, 26. 6. 2007 >>
die-presse.com, 26. 6. 2007 >>

„Der wesentliche Punkt unserer Studien ist, dass die Erziehung eine Rolle spielt, aber sie ist eben nicht der alleinige Faktor, sondern auch biologischer Hintergrund, und die Erziehung baut darauf auf. Wir sollten uns von der Idee verabschieden, dass wir als Egoisten geboren werden und allein durch Erziehung zu Altruisten werden.“

Dr. Felix Warnecken, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie Leipzig

Schimpanse
 

Das war vor genau einem Jahr, dass diese Meldung durch die Schlagzeilen ging. Nun graben sie es heute wieder aus – die Studie, dass Affen und auch Kleinkinder (18 Monate) anderen helfen, ohne eine Belohnung zu bekommen!

Der Skandal ist: wie konnte man das derart in den Köpfen etablieren, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, dass altruistisches Handeln nur anerzogen werden kann? – Jede und jeder weiß es, jede und jeder spürt es: wir tragen alle das Paradies in uns

 
 

Heutzutage ist sich jede und jeder sicher, dass der Mensch sich nimmt, was er kriegen kann – ohne Rücksicht. Und nur Erziehung zu Moral diesen barbarischen Charakter, die brutale Natur etwas modifizieren könne. Die sog. Zivilisation, der „Lack“, der dann in Stress- und Notsituationen gaaaaaaaanz schnell wieder ab sei – – – (und sogar dieser Forscher stellt wieder die – durch die Untersuchung überhaupt nicht belegte – behauptung auf, „Diesbezüglich bedeutet es eben, dass rein egoistisches Verhalten dann von der Gesellschaft bestraft wird. Und da es eine Bestrafung gibt, ist es auch auf indirektem Wege für das Individuum nützlich, sich nicht nur egoistisch, sondern hin und wieder mal altruistisch zu verhalten.“)

Mir hat jetzt diese kleine Meldung unheimlich viel gegeben: doch wieder wahrzunehmen, wie wohl sich Menschen fühlen, wenn sie anderen helfen _DÜRFEN, wenn man es ihnen _ERMÖGLICHT, wenn sie mal die inneren Schlachten vergessen können, die sie um sich schlagen lassen.

 

 

Die Gutheit ist es, die immer wieder durchbricht, nicht „das Böse“. Es ist ein Altruismus-Trieb, den jeder spürt, wenn er und sie mal ehrlich ist.

nur hat irgend jemand gesagt, dass das peinlich ist. Es gibt Leute, deren innere Schlachten toben zu heftig; sie verdrehen dann alles. Um sich Erleichterung zu verschaffen.

 
 

Der Skandal ist, dass es nie vorher eine solche Studie gab!

Und wieso nimmt nicht mal jemand die gängige Lehrmeinung unter die Lupe, dass alles, aber auch alles, was in unseren Genen ist, einen reproduktiven „Sinn“ habe.

 
 

Das ist doch überhaupt nicht klar! Vielleicht sind da noch gaaaaaanz viele Fehler in unseren Genen, die diese Evolution erst noch ausmerzen muss – durch Evolution eben...

oder vielleicht gibt es noch gaaaaaaaaaanz andere Dinge, warum die Gene die und die Struktur angenommen haben, dieses und dieses Verhalten bewirken.

Ganz andere Ursachen, oder noch nicht mal Ursachen, einfach Entwicklungen; oder vielleicht sogar planlos? Wer unterstellt denn diese Planhaftigkeit der Evolution? Nur weil so viele Dinge zielgerichtet _wirken, zielgerichtet im Hinblick auf die Arterhaltung („Selektionsvorteil“), heißt das doch noch lange nicht, dass _alles diesem „Plan“ unterworfen sei!

Wissenschaft kann ja so unwissenschaftlich sein... das zeigt diese Sache ja mal wieder eindrucksvoll. Ist ja ähnlich wie das mit den angeblich so treuen Vögeln...

 
 

„Seit die Zoologen per DNA-Test Vaterschaftsnachweise für Erpeln, Meisen und Krähen führen können, müssen sie bei praktisch jeder untersuchten Art feststellen: hinter der Fassade des Eheglücks finden sich auch im Tierreich Seitensprünge, Seitensprünge, Seitensprünge.“

(Ich fange an, dieses Institut in Leipzig zu lieben – diese Studie ist auch von denen...)

nur die Machobrille der Forscher konnte solche Studien so lange verhindern...

 
 

Dazu passt ja auch der ganze Bereich Mitgefühl – Spiegelneuronen – theory of mind – die-presse, 12. 4. 2003 >>

auch diese ein Beweis der Wissenschaften, dass altruistisches Handeln, Mitgefühl, auch biologisch angelegt ist. Nicht nur durch Erziehung etabliert werden muss.

Im Gegenteil: Egoismus muss man Kindern _EINPRÜGELN oder _VORMACHEN! anders bekommt man ihn nicht! Den Egoismus!

Künstler

15. Juni 2008

...ich möchte, dass sie mich nicht unheimlich finden, damit ich nicht an einem Laternenmast baumle...

Bernd Begemann in der taz v. 15. 5. 2008 >>

 

„Von einem Mann wird erwartet, dass er seinen Frieden macht. Dass du dich einfach wohlfühlst an einem Ort und es auf sich beruhen lassen kannst. Auf eine Art sind deshalb alle Künstler die armseligsten Würstchen überhaupt. Weil es Menschen sind, die es nicht auf sich beruhen lassen können. Die können es nicht einfach schlucken und die Klappe halten. Nein! Die müssen reagieren! Einen Roman schreiben, eine flammende Anklage, irgendwas, oder sie müssen es ästhetisieren.“

Das Leben?

 

 

„Das, was für die anderen Menschen nur Schmerz ist, müssen Künstler ästhetisieren. Was für andere Menschen eine stille Freude ist, muss für Künstler eine laute Freude werden. Au Mann! Aber - wir verachten Künstler nicht. Wir wissen, ohne sie würden wir gar nichts erkennen. Es gibt nur Fortschritt, weil Leute etwas nicht auf sich beruhen lassen können.“

 

[...]

 

„Ich bin der Anti-Tocotronic-Typ.“

Was heißt das?

 

„Bei Tocotronic geht es um das Sichabgrenzen. Bei Tocotronic hast du einen Sprecher, der fühlt sich mitten unter den anderen und will da nicht wirklich dazugehören. Und ich stehe außerhalb und will dazugehören. Ich weiß, dass es nicht geht, aber ich möchte, dass sie mich nicht unheimlich finden, damit ich nicht an einem Laternenmast baumle.“

und ein neues Panorama aus dem Mannheimer Hafen...

10. Juni 2008

 

 

... Friesenheimer Insel

Interaktiv als
360° Panorama. AHDR.

Wasser und Industrieanlagen

Ausstellung BuşWörldz

10. Juni 2008

..auch noch was dazu schreiben...
 

...die Ausstellung von buschgirls.de im Musikpark Mannheim >> noch bis zum 18. Juni

Die Mannheimer Türks rappten zur Eröffnung, mein Lieblingslied: „Guck dir die Welt an“ – hoffentlich stellt Emre den Text online, hier der hook oder wie Refrain heute heißt ;-):

 
 

guck dir die welt an
es ist nicht halb kaputt sondern ganz
guck dir die welt an
du bist nicht mehr der gleiche und jetzt begreife
was ich meine
guck dir die welt an
ich will dass jeder sieht was er ist
guck dir die welt an

und der Typ ist nicht sexistisch wie die meisten Rapper und wie die meisten Jugendlichen überhaupt

 

 

da braucht man wirklich Charlotte Roche als Gegengewicht gegen all den Machowahn und die Hygienemanie davon macht man sich kein Bild! aufgeklärte Zeiten? es gibt eher mehr als weniger Tabus! und über den Pornowahn gerade bei Jugendlichen möchte ich jetzt lieber gar nicht sprechen und seine Auswirkungen... Charlotte, da hast du noch Nachholbedarf, da weißt du nix drüber, sonst könntest du nicht solche Sachen sagen >>>

und man braucht Lady Bitch Ray mit ihren 10 Geboten des Vagina Styles!

Lady bitch ray
 

was die sonst macht? zB Seminare zur „Einführung in die Kleidungssemiotik“ an der Bremer Universität...

Warum allerdings auch sie die männliche Sicht auf die Dinge und die Einstellung dazu übernehmen muss – sehr schade. Wie schön wäre eine, die für freien Sex einsteht – aber mit Gefühlen, mit Freundschaft! Das _ganze Paket!

 
 

Dazu noch ein Kommentar zum „Neuen Feminismus“ unter einem anderen Aspekt von Hilal Sezgin in der taz v. 11. 6. 2008: Der Feminismus soll wieder modern sein - aber über Sexismus liest man dennoch nichts >>

oder umgekehrt

6. Juni 2008

Hose

Dein Herz ist schwarz und dein Haar aus Gold
oder umgekehrt
mein Herz ist grau und mein Haar schwer
oder umgekehrt

wisse Missetäter
wie ich dich vermisse

die Welt
hält
mich nicht mehr lange
ohne mich
hält
sie länger

oder umgekehrt

Liebe, Empathie

18. Mai 2008

haja

Warum spricht in der Politik, in Gesellschaftsentwürfen niemand von Mitgefühl, von Liebe? Ich meine, nicht nur solche Worthülsen, die salbungsvoll klingen. Sondern Konzepte, die die Liebe berücksichtigen – die diesen Aspekt einbauen!

Diese Liebe:

 
 

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht,

5 sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit;

7 sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe höret nimmer auf

Das Hohelied der Liebe, Korinther 13

Devotion ... 

18. Mai 2008

... in Schifferstadt

Blick durch eine Scheibe auf zwei Statuen

 
 

da arbeiten Künstler lange dran, um so eine Installation hinzukriegen!

„Ich kann über das Älterwerden nur lachen“

2. Mai 2008

Gedanken zur Fotografie
 

Ich schreibe ja echt nur noch selten... hat mein Leben sich sehr verändert...

nackte Frau an Schreibtisch, wie ein gemälde

Wolfgang Tillmanns: Paula mit typewriter

Wolfgang Tillmanns wird „älter“. Es darf gelacht werden.

 

 

„Aber ich wachse mit meinem Alter mit und hänge heute nicht in Kreisen von 20-Jährigen herum und versuche, denen Bilder abzuringen. Es ist schon eine wahnsinnige Erfahrung, sich dem Mittel-Alter zu nähern und sich vom Jugend-Bonus zu verabschieden. ... Letztendlich kann ich nur lachen über das Älterwerden und diesen sich anbahnenden Verfallsprozess.“

Interview in Spiegel online v. 2. 6. 2007

Also ich hänge heute in Kreisen 17jähriger herum; nicht, um denen Bilder abzuringen, sondern weil ich zurückgeblieben bin? meinst du? und wo ist mein Verfallsprozess?

 

 

Der Typ ist 38 und wird seriös...

Ich habe seit einigen Monaten kein Alter mehr. Ich bin alle Alter gleichzeitig. Oder wechselnd. Das kann ich schwer sagen.

 

 

Das überfordert die meisten.

„Außerdem fotografiere ich nicht, um zu verstehen, sondern das, was ich verstanden habe.“

 

 

Tja, das ist der Anfang vom Ende, das Stehenbleiben, das Älterwerden.

Das ist das, was die heute gepushte Fotografie von der Kunst unterscheidet. Mein Entsetzen darüber, welch völliges Unwissen und Unverständnis gegenüber künstlerischen Prozessen selbst bei den Mitgliedern der „Deutschen Fotografischen Akademie“ herrscht.

 

Clairvoyance

12. März 2008

Wenn Herr K. einen Menschen liebte

Hellsehen

 
 

„Was tun Sie“, wurde Herr K. gefragt, „wenn Sie einen Menschen lieben?“ „Ich mache einen Entwurf von ihm“, sagte Herr K., „und sorge, daß er ihm ähnlich wird.“ „Wer? Der Entwurf?“ „Nein“, sagte Herr K., „der Mensch.“

Bert Brecht: Geschichten vom Hern Keuner

... ich kann gar nicht anders

 

 

Herr Keuner sagte: Es ist ein weit verbreiteter Unfug, dass die Liebe über die Freundschaft gestellt wird und außerdem als etwas völlig anderes betrachtet. Die Liebe ist aber nur so viel wert, als sie Freundschaft enthält, aus der allein sie sich immer wiederherstellen kann. Mit der Liebe der üblichen Art wird man nur abgespeist, wenn es zur Freundschaft nicht reicht.

Bert Brecht: Geschichten vom Hern Keuner

Party ...

18. Februar 2008

... in Mainz

Ich sehe alle meine Freunde von früher wieder, alle zwei Jahre...

 

auf der Künstlermesse...

Drei Bilder mit ornagenen Vorhängen

 
 

und auch das Pattern Blog wurde sehr schön weitergeführt!

Immer wieder unschlagbar...

30. Januar 2008

... der Spruch von F.W.Bernstein ...

Das ganze Leben liegt darin. All die Verwicklungen.

 

Gemälde: Mann und Frau auf Wishbone

Die schärfsten Kritiker der Elche
waren früher selber welche

aber so:

 

Die schärfsten Kritiker der Elche
sind zuhause selber welche

oder auch so:

 

Die schärfsten Kritiker der Elche
sind im Grunde selber welche

 

stimmt er auch!

Witzig auch die Story dahinter (über Echolog)

 

Ich übertreibe...

10. Januar 2008

... mal wieder ...

Gemälde: Mann und Frau auf Wishbone

du bist halt wie ich du liebst mächtig
ganz und gar rückhaltlos
ohne Maß und ohne Grenzen
nur leider nicht mich ich wünsch dir Glück
dass du nicht so bist wie sie dich sehen
dass du's packst ich lieb dich so
oder anders

Silvester...

1. Januar 2008

... im Jungbusch

Es war lange nicht mehr so viel los wie die letzten Jahre.

Haben die Leute kein Geld mehr für Raketen??

bunte raketen erleuchten den Platz bei der Aral

Leute stehen um einen Grill, Schiffsskulptur im Hintergrund

 

Philosphisches mit Klaus Lemke

28. Dezember 2007

zu Tränen rührend grob direkt

ehrlich ich mein's ernst

 

taz vom 21. 12. 2007 Interview mit Klaus Lemke

„Um etwas verstehen zu können, muss man ein ganz klein wenig Teil dessen werden. In der Feinstruktur musst du genetisch etwas annehmen und so werden wie etwas.“

 

 

Lemke: „Die Intellektuellen sind Leute, die am Rande der Tanzfläche stehen und so tun, als könnten sie jede bumsen. Können sie aber nicht. Denn sie können ja nicht mal tanzen. Geschweige denn bumsen.“

taz: „Sehen wir das Alter positiv: Die Kinder sind aus dem Haus, die Eltern gestorben, die Karriere ist abgehakt. Jetzt hat man den Kopf frei und die Zeit, gute Sachen zu machen. Was macht man?“

Lemke: „Man kann da nichts mehr machen. Dem Alkohol verfallen, Porno sehen, Drogen nehmen. Fußballfan sein. Hooligan. Und eben Sex-Hooligan. Mehr gibts nicht. Auch Goethe hat im Alter nichts dazugelernt.“

 
Filmplakat

ist natürlich provokant und das mit dem Geschirr ist das beste:

taz: „Man erlangt keine geistige Reife?“

Lemke: „Man wird wie Geschirr, das zusammenpasst. Das ist Reife. Und das ist das Allerletzte. Deswegen muss man das Geschirr an die Wand werfen bei Gelegenheit.“

früher haben wir dazu gesagt. "Lebe wild und gefährlich" und die meisten wir wissen's ja sind als Bettvorleger gelandet und bleibst du wild dann hat auch nicht jeder das Glück wie Klaus Lemke die meisten werden verfemt

um Entfremdung geht es, klar, aber nicht jede und jeder, der Drogen nimmt, entgeht der Entfremdung, die meisten schütten alles nur noch mehr zu damit, für die ist es überhaupt keine Befreiung.

 
 

eine Befreiung gibt es nicht denn das Leben ist unvorstellbar grausam

Lemke: „Ich bitte dich. Noch nie hat jemand was dazugelernt. Selbst Jesus Christus nicht. Es gibt keine Entwicklung. Es ist immer der selbe Tag, den man erlebt. Eine Person ist keine Pflanze, die sich entfaltet im Alter und irgendwie mehr Realität greifen kann oder Selbstverständnis. Die Katastrophe wird immer dicker. Wer das nicht kapiert, hat nichts kapiert.“

doch, etwas ändert sich. sagst du ja selbst, mein Freund. Du lernst eben, dass jeder Tag derselbe Tag ist.

Die Freiheit, die darin liegt.

 
 

die einzige Befreiung die es gibt ist wenn du deine eigene Geschichte kennst. doch von der Grausamkeit des Lebens befreit auch das dich nicht.

Nur Freiheit gibt dir das.

 

Freiheit.

und das hier noch für unsere buschboys (SZ vom 27. Mai 2005):

„SZaW: Und die Jungs? Richtig, dass Jungs blöder sind als Mädchen? Weniger strategisch? Einfach, ja, dümmer halt?

Lemke: Bei den Jungs ist es immer noch so, dass ich denen den Arsch aufreißen muss. Das sind Typen, die haben als DJ oder Autoschlosser gearbeitet, oder die hatten eine Festanstellung als arbeitsloser Jammerlappen. Nun kommt der Lemke und macht mit denen ein’ Film. Bis zum dritten Drehtag finden die das schonungslos aufregend. Dann aber haben sie all ihren Freunden erzählt, dass sie in einem Film mitspielen. Schon verlieren sie die Lust. Die Mädchen haben da schon gecheckt, wie die Karriere weitergehen könnte. Ja, Jungs sind blöder als Mädchen. Was schlecht ist, denn eine Gesellschaft ohne starke Jungs ist dem Untergang geweiht.“

 
 

und das noch (Die Zeit, Eisenberg 2002):

Zeit: Welche Hilfe brauchen die Jungen?
Eisenberg: Sie brauchen Stützen für ihr lädiertes Selbstwertgefühl, um Formen von Identität entwickeln zu können, die nicht länger auf Körperkraft und Gewalt beruhen.

 

Das war 2007 >>>

Gertrud Schrenk
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