Weblog 2010 – was mir so auffällt...

 

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Freue Di-hich, freue dich

22. Dezember 2010

...singt unser Freund Peter unten auf der Straße...

Er geht, bettelt, singt, und jeder lässt ihn in Ruhe, im cafga darf er auch sein.

 

Weltklugheit

22. Dezember 2010

...nach Kant

Endlich weiß ich, warum ich keine gute Bürgerin bin ;-)

 

 

Wie aktuell ist doch das Erziehungswerk unseres Vordenkers und, ja, Leitkulturgebers Immanuel Kant immer noch, gerade auch bei seinen Beschreibungen der Verhältnisse:

In „Über Pädagogik – Abhandlung“ stellt er drei Säulen der Erziehung dar:
„Zu der praktischen Erziehung gehört 1. Geschicklichkeit, 2. Weltklugheit, 3. Sittlichkeit. [...] Was die WELTKLUGHEIT betrifft, so besteht sie in der Kunst, unsere Geschicklichkeit an den Mann zu bringen, d. h. wie man die Menschen zu seiner Absicht gebrauchen kann.“

Kant Briefmarke
 

„Wenn das Kind der Weltklugheit überlassen werden soll: so muss es sich verhehlen und undurchdringlich machen, den andern aber durchforschen können. Vorzüglich muss es sich in Ansehung seines Charakters verhehlen. Die Kunst des äußern Scheines ist der Anstand. Und diese Kunst muss man besitzen. Andere zu durchforschen, ist schwer, aber man muss diese Kunst notwendig verstehen, sich selbst dagegen undurchdringlich machen. Dazu gehört das Dissimulieren, d. h. die Zurückhaltung seiner Fehler und jener äußere Schein. Das Dissimulieren ist nicht alle Mal Verstellung und kann bisweilen erlaubt sein, aber es grenzt doch nahe an Unlauterkeit.“

Das ist der Grund, warum ich es nicht kann... sorry...

 
 

dafür wird man natürlich gemobbt... niemand will die Wahrheit wissen...

„Auf Menschenliebe gegen andere und dann auch auf weltbürgerliche Gesinnungen. In unserer Seele ist etwas, dass wir Interesse nehmen 1) an unserm Selbst, 2) an andern, mit denen wir aufgewachsen sind, und dann muss 3) noch ein Interesse am Weltbesten stattfinden. Man muss Kinder mit diesem Interesse bekannt machen, damit sie ihre Seelen daran erwärmen mögen. Sie müssen sich freuen über das Weltbeste, wenn es auch nicht der Vorteil ihres Vaterlandes oder ihr eigner Gewinn ist.“

 
lachen

„Man kann sich durch Übung dahin bringen, dass man sich immer zum aufgeräumten Teilnehmer der Gesellschaft disponieren kann.“

Ich arbeite daran ;-)

 

Autos vor Menschen

15. Dezember 2010

...Bobos übernehmen den Jungbusch
 

Bezirksbeiratssitzung Innenstadt/Jungbusch. Es geht um die „Kreativmeile“.

Einheimische kommen nur mit Parkplatzsorgen vor.

 
Bobos in Pradise

Alles andere sind Zugezogene, Mittelschicht, wie nennt man die jetzt, nach Yuppies kommen Luhas und BoBos („Konservative in Jeans“ und „Kapitalisten der Gegenkultur“), aber im Jungbusch gibt es keine NOBNQ und kein NION, die sich gegen das Monopoly wehren würden.

BoBos: „Für ein Stadtviertel ist ein Boboschwarm so verheerend wie für exotische Länder ein Touristeneinfall.” wikipedia oder hier

Da weinte sie und war nicht mehr zu trösten

 

 

Nicht dass wir uns falsch verstehen.

Natürlich begrüße auch ich eine Aufwertung am Kanal! Neue Gebäude, interessante Architektur, interessante Leute, die kommen.

Und wie die Mitarbeiter auf der Stadt es geschafft haben, die Gelder für ein solches Projekt so schnell an Land zu ziehen! Das finden wir toll! Danke!

 
 

Auch die Verbesserung des Images des Jungbusch, die jetzt schon spürbar ist. Gut gemacht!

Es ist eine Frage des wie. Wären nicht auch Lösungen denkbar, die nicht die ansässige Bevölkerung vertreiben; die nicht ein Ghetto von BoBos übriglässt und ärmere Leute in Ghettos in anderen Stadtteilen treibt, wo sie dann als „integrationsunwillig“ abgestempelt werden?

 
 

Mannheimer Privilegien reloaded

– das wäre wirklich innovativ! Schafft freundliche Bedingungen für Einwanderer – und der Ruf von Mannheim wird weltweit strahlen! Ein integriertes Konzept der Willkommenskultur und Unterstützung von Fremden!

Vielfalt ist doch gerade das, was den Jungbusch attraktiv macht – neben der Lage und der Bausubstanz natürlich. Die Mischung im Jungbusch ist gerade richtig, es gibt Bobos, Yuppies, Luhas, Arme, Reiche, Obdachlose, Inländer, Ausländer, Nebenländer – und alle sollen einen Platz hier haben!

 

 

Die Menschen kamen in der Sitzung jedenfalls nur ein einziges Mal vor, einer erwähnte „migrantische Künstler“ aus dem Jungbusch, die im neuen Kreativzentrum bevorzugt werden könnten... Aber die Bevölkerungsmehrheit, die Leute, die hier wohnen und leben, seit vielen Jahren; Leute aus der Unterschicht natürlich – nur zwei erheben die Stimme, und sie kommen mit Parkplätzen. Auch andere Wortmeldungen, Bewohner und Bezirksbeiräte: Parkplätze. Ich höre außer Aufwertung immer nur Parkplätze. Autos sind also auch im Jungbusch schon wichtiger als Menschen.Die keine Wohnungen haben, zu zehnt in zwei Zimmern leben, überhöhte Mieten bezahlen müssen und als Familie überhaupt keine bezahlbare Wohnung mehr finden.

Oder Gebäude. Gebäude werden auch vehement betütelt. Die Teufelsbrücke. Einer sprach mir aus dem Herzen: die Teufelsbrücke, sie ist hässlich! Für Denkmalschutz natürlich keine relevante Eigenschaft, aber auch als Bauwerk ist sie, offiziell vom Denkmalschutz, nicht schützenswert. Nur in Verbindung mit der Mechanik.

Kauffmannmühle
Düsseldorf Medienhafen
Düsseldorf Medienhafen

Versteht mich nicht falsch, ich will auch, dass es schön aussieht. Ich möchte auch die Kauffmannmühle entwickelt sehen (aber wir brauchen auch undefinierte Räume, nicht jeder Zentimeter sollte überplant sein – die Bäume und deren „Unordnung“ finde ich bereichernd. Geh mal in die Schweiz, dann weißt du, wie es ist, wenn jeder Millimeter deines Lebens beplant ist! für die sind wir Deutschen übrgens dritte Welt, so chaotisch, schmutzig und laut, wie es bei uns zugeht ;-) und alles so billig! besonders das Fleisch!!).

Ich wiederhole es immer wieder, wir wollen kein Prenzlauer Busch, keinen Mannheim Medienhafen oder Innenhafen.
Weinen? Muss ich, weil es kommen wird. Da ist niemand, der für die Einheimischen kämpft. Sie selber sehen nicht was läuft denn die Strukturen schließen sie aus. Und wenn, dann wollen sie natürlich auch alles in schick; nicht merkend, dass mit der sog. Unordnung sie selbst mit abgeschafft werden. Sie werden die Mieten nicht mehr bezahlen können. Wenn sie nicht schon vorher rausgemobbt wurden.

Und mit ihnen die coole Atmosphäre, die exotische Kulisse, das bunte Völkchen, die Adrenalinausschüttung ob der kriminellen Luft, die gottseidank nicht real ist, eben ein bisschen Nervenkitzel wie auf der Achterbahn.

 
 

Erhalten – ich bin ja im Grunde die einzige, die versucht, alle Dinge zu erhalten. Die repariert. Nichts wegschmeißen möchte. Dinge lebenslang benutzen. Der alte ovale Nussbaumtisch meiner Großtante, der auseinanderfallt – ich will ihn! Ich stopfe noch Socken! Ich bringe meine Schuhe noch zum Schuster!

Aber etwas so hässliches wie diese Teufelsbrücke – und jetzt haben sie eine Variante, die die denkmalschützerisch wertvolle Mechanik erhält, teilweise wieder sichtbar legt – eine Fußgängerüberquerung wird gewährleistet – das ist perfekt. Aber sie wollen die alte Brücke. Als gebe es nichts Wichtigeres. Wie diese Sanierung des Gebäudes in der Jungbuschstraße. Da wird ein Antrag gestellt, Fassaden sollten erhalten bleiben – das ist eben nicht die Art Neues, die die Akteure goutieren. Geschmack ist relativ. Geschmack distinguiert.

Die Brücke ist kein Denkmal als Bauwerk. Die Mechanik ist erhaltenswert. Nicht die Optik. Auch nicht in einer früheren Form. Sie ist nicht hässlich, weil sie heruntergekommen ist: sie ist einfach baulich nichts besonderes! Wie kann man die Leute so blenden!

Teufelsbrücke Thomas Hanl
 

Was haben die tausend Leute unterschrieben: dass die Brücke erhalten werden soll. Haben sie damit die Brücke in ihrer Form gemeint? oder im wesentlichen die Verkehrsanbindung, ihren Überweg?

Ein Anwohner bringt es auf den Punkt: Er habe auch unterschrieben, aber jetzt, der Vorschlag, mit der Wegebeziehung, da ist er dafür.

Und dieser Mann kann geschliffen und selbstbewusst reden. Aber selbst der ist jetzt für das neue Modell.

Wofür kämpft ihr noch? Ihr habt doch viel erreicht, und dafür sind wir dankbar! Dass wir eine fußläufige Überquerung bekommen!

 

Sensibel

11. Dezember 2010

...auf den Punkt gebracht...

Ich gehe über den sogenannten großen Spielplatz, mein Laufweg führt mich dort entlang, übe die Brücke und an Neckar und Rhein entlang.

 

 

An der gefährlichen Ecke, dem Halbrund hinter den Büschen, wo immer die Drogendealer sitzen und die Kinderschänder, wenn man manchen Leuten hier glaubt ;-) stehen vier junge Leute, Mädchen und Jungs. Ich höre eins der Mädchen im Vorbeigehen:

„Weißt du was ich scheiße finde,“ mit schönem Ghettoakzent, „wenn von Ausländern gesprochen wird, meinen die immer zuerst Türken.“

 

Das Bürgertum verroht

7. Dezember 2010

...das fehlt noch beim gestrigen Artikel ...

"Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden." In diesem Jahr waren es bereits 26 Prozent der Deutschen, die dies forderten.

 

 

„In der Gruppe der Besserverdienenden ist ein deutlicher Anstieg abwertender Einstellungen gegenüber verschiedenen schwachen Gruppen in der deutschen Gesellschaft zu beobachten. Rechtspopulistische Einstellungen nehmen bei den Einkommensstarken deutlich wahrnehmbar zu. Sie verbinden sich mit islamfeindlichen Haltungen und sind aggressiv aufgeladen. So lauten die wichtigsten Zwischenergebnisse der empirischen Langzeituntersuchung „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, die ein Team um den Bielefelder Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer am Freitag in Berlin vorgestellt hat... SZ v. 3.12.2010 über hintergrund.de

oder die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung vom Oktober:
Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in der Gesellschaft 2010

Stichworte: Gewöhnung an alltäglichen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit als „Einstiegsdroge in den Rechtsextremismus“

Bericht über die Studie bei brn >>
Hier >> kann man die Studie als pdf herunterladen.

„Darf ich bitte mal ausreden??!“

6. Dezember 2010

...Verbrechen gegen die Menschlichkeit...

nein achwas aber manchmal bin ich doch schon sehr entsetzt über den Mangel an Menschlichkeit, der sich in solchen Äußerungen offenbart.

 

 

Vor allem der damit verbundene unverblümt erhobene Zeigefinger: du ungezogenes Kind! kannst du dich nicht benehmen??!

Es gibt unterschiedliche Kommunikationsstile. Es gibt einen Stil der bürgerlichen Mitte, leise, emotionslos, ruhig, keine Gesten keine Mimik. Jede hält eine Rede, dann kommt der andere dran...

 
 

Es gibt einen Unterschicht-Stil: laut, lebendig, voller Bewegung, aufbrausend und auch still, ablesbar, und man darf auch miteinander reden, sogar gleichzeitig, und niemand beschwert sich ;-)

Es gibt kulturell unterschiedliche Stile

Leute, wenn ihr wüsstestt, wie die Schweizer euch ansehen! Gegen deren Gesprächsstil sind wir brutal, chaotisch, laut, ohne Manieren, unhöflich, respektlos.

Ja, die Schweizer mögen die Deutschen nicht. Sie nennen sie arrogant und laut.

und nicht nur so überspitzt wie Laura de Weck, die im Literaturclub von Iris Radisch aus "Nachbarschaften" liest, aus Tintenfass Nr34, Diogenes, und hier >> kann man sich das anhören, es ist umwerfend (gleich am Anfang)
;-) doch, ich kenne das wirklich aus persönlicher Erfahrung!

 
 

Auch für Engländer sind wir kulturlose Banausen... nie würde ein Engländer einen vorwurfsvoll darauf hinweisen, wie schlecht man sich benehme, weil man ihn nicht aussprechen lässt! Ja ich möchte sogar behaupten, ein Engländer ist in der Lage, sich auch darauf einzustellen...

Die Vorwürfe, das sofortige Abwerten des anderen, das damit Hand in Hand geht, ständig, überall, das finden viele Leute nicht so lebenswert, und es ist nicht so, dass alle fürchterlich gerne in das tolle Deutschland kommen wollen, im Gegenteil, das Bild von Deutschland kann im Ausland sehr hässlich aussehen, langweilig, leblos, starr, kalt, herzlos, kontaktgestört

 
 

Ja es ist auch bekannt, dass wir ein Auswanderungsland sind! Mehr Menschen verlassen Deutschland als hierher kommen. Schon seit 2006 ziehen mehr von hier in die Türkei als umgekehrt – in den vergangenen beiden Jahren beträgt der Saldo jeweils etwas mehr als 10 000 Menschen. Das sind Ergebnisse einer Studie des Bundesinnenministeriums vom Oktober. siehe „Zeit“ v. 12.10.2010

dort dann nicht nur die Forderung nach einer Willkommenskultur, sondern auch mal differenzierte Kommentare, zB von "cherrypicker": „Sündenbockprinzip. In einem Land, in dem die Nettolöhne seit zehn Jahren nicht gestiegen sind und die Unsicherheit des eigenen Arbeitsplatzes auch für weite Teile der Mittelschichte eine greifbare Realität darstellt, darf man sich nicht wundern, wenn Sündenböcke für die eigene Misere gesucht werden...“

 

Vermeer – Dresden – Briefleserin

21. Oktober 2010

...wenn das alles ist...

Ich reise extra nach Dresden, eine Ausstellung von Bildern meines Lieblingsmalers: Der frühe Vermeer

ornamente

 

Da stimmt doch was nicht??

Stimmt! Aber es sieht doch schon mal gut aus, oder? Ja, das Bild mit dem Cupido – das ist doch gar nicht auf dem Gemälde... nein, aber in einem früheren Zustand war es da.

 
 

Ja ... sie haben das Zimmer nachgebaut! Oben das Foto zeigt diesen Nachbau.

Was auf dem Foto gut aussieht, ist in Wirklichkeit unerträglich – wenn man Vermeer liebt.

Es sieht nämlich mehr so aus:

Das Licht, das vom Fenster hereinstrahlt, ist grell und blendend hell. Die Wand, auf die das Licht im Original in solch ausgesuchter Abstufung fällt, ist einfach in der Mitte heller angelegt. Aber so brutal undifferenziert – man kann es einfach nicht fassen. Angeblich von „Studenten des Fachbereichs Bühnenmalerei der Hochschule für Bildende Künste Dresden“... es ist nicht zu glauben. Die können das besser!

Aber mehr noch: Das Haar, diese feine Kurve des Originals über Stirn und vorderen Teil des Oberkopfes hinweg bis zur gesteckten Frisur; diese Linie, die viel von der Ausstrahlung des Mädchens vermittelt – was müssen wir erleben? wuscheliges Haar, die Stirn ganz falsch; abgesehen vom Gesicht... und dabei wurde der Kopf extra für dieses setting modelliert!

Und das ist noch lange nicht alles:

 

Der Teppich, wichtigstes Utensil in Vermeers Werken, der Teppich, der immer im Vordergrund, kunstvoll drapiert, liegt und die Barriere, den Bühnenrand sozusagen zum Bildraum dahinter bildet; der Teppich, der einen Großteil der Bildfläche einnimmt und immer delikat gearbeitet ist – für diesen Teppich nehmen sie Auslegware! mit einer festen Rückseite, sodass er steif und unnatürlich sich faltet – von Fallen kann keine Rede mehr sein.

Der Vorhang, der zurückgeschlagen auf dem Fenster liegt – in einem künstlichen Rot, wie es dieses damals noch überhaupt nicht gab!

Ja, der Effekt stellt sich trotzdem ein: diese Stille, diese Intimität. Die Räumlichkeit – bringt nicht gerade viel für das Verständnis des Bildes. Dafür, dass ein Architekt extra ein Programm geschrieben hat, um die Maße des Raumes herauszufinden... die der Künstler sowieso nach seinen Erfordernissen auf dem Bild hinbog...

 
 

Das Schlimmste hat man da aber schon hinter sich: die Präsentation dieses Hauptwerkes.

Es ist hinter einem Tisch aufgehängt; dieser steht auf einem Podest und soll wohl, zusammen mit einer merkwürdig dekorierten Obstschale, und einem Schrank aus der entsprechenden Zeit, einen Eindruck von der Entstehungszeit und der Anordung eines solchen Bildes im wirklichen damaligen Leben geben – was ich auch wieder schlicht bezweifle, denn der Künstler hat sehr lange an dem Bild gemalt, ein bis zwei Jahre, und wer so etwas kaufen konnte, hat es bestimmt nicht hinter ein Tischchen gehängt. Solche Arbeiten wurden eher zentral präsentiert, womöglich noch mit einem Vorhang davor, den man dann ehrfurchtsvoll zurückzog.

Jetzt kann man nicht an das Bild herangehen und die außergewöhnliche Maltechnik bewundern und studieren; nicht diese exquisiten blauen Punkte im blonden Haar, die als Beispiel im Begleitfilm so hervorgehoben werden, als zukunfstweisende Erfindung, als Vorwegnahme des Impressionismus... Eine Wärterin sitzt neben dem Bild (ja die Wärterinnen in Dresden, ein Kapitel für sich... ich erkläre die Maltechnik an dem anderen wunderbaren Bild Vermeers, der „Kupplerin“, und mein Finger gerät 5 cm nahe ans Bild heran – das im übrigen hinter Glas ist! Ich werde angefaucht und ausgeschimpft, und völlig frustriert werfe ich zurück, ich bin extra wegen diesen beiden Bildern nach Dresden gekommen... „waren wohl noch nie in einem Museum“ kommt da zurück!! Sie waren noch nicht in London sage ich gerade, da stellt sich eine ältere englische Lady neben uns, um auch die Maltechnik zu studieren – und wird gleich ebenso angefahren! entsetzt weicht sie zurück, völlig konsterniert weiß sie nicht, was sie falsch gemacht hat.

Ich kann es nicht glauben, so viel preußische Selbstgerechtigkeit, Kälte, Menschenhass möchte man fast sagen; immer diese Vorwürfe, du kannst gar nicht mehr schauen, so beengt und eingeschüchtert fühlst du dich.

 

Der Vorhang, ja, nächster Kritikpunkt! Die Ausstellungsmacher meinen, nach eingehendem Studium, der Vorhang sei, als Trompe l'œil, so gemalt, als hänge er tatsächlich vor dem Bild. Eine zweite Wirklichkeitsebene sozusagen.

Liebe Leute, dann hätte er einen leichten Schatten unter die Kante links am Vorhang gemalt! der Schatten, wo der Vorhang am Bild anliegt... Das wichtigste Mittel, um den Augentäuschungseffekt zu erreichen...

Es ist nicht zu fassen, dass ein solch renommiertes Museum mit all den Projektpartnern nicht in der Lage ist, das besser hinzukriegen!

 

Heartbreakers

18. Oktober 2010

Jungs, lasst es einfach

„Ich habe deine Webseite gefunden...“ – ja, auch wenn man nicht in facebook ist; so ist das Internet – aber lasst mich einfach in Ruhe, ihr habt mir damals schon das Herz gebrochen, und wieso glaubt ihr, ihr könntet jetzt einfach mal so eben wieder schreiben, wie wenn nichts wäre?

outdoor mit blauem VW Bulli

Jedes Jahr krieg ich solche zweifelhaften Angebote...

 

Düsseldorf – Medienhafen – Semir Zeki – Werner Hahn

30. September 2010

von Neuroesthetics zur Symmetrie als Evolutionsprinzip

Man glaubt es nicht: man findet doch immer wieder höchst interessante Dinge zum Thema "Symmetrie/Ornament als Blaupause der Welt".s In Düsseldorf in einer Veranstaltung im Rahmen das Quadrienale im Medienhafen habe ich einen Vortrag des großartigen Neurobiologen Semir Zeki ("Neuroästhetik") gehört.

In Kurzform: Künstler wie Alexander Calder oder Jean Tinguely stimulieren mit ihren Arbeiten exakt die Gehirnzellen, die für Bewegung zuständig sind. Künstler finden das intuitiv heraus!! Die Neurowissenschaften mit ihren bildgebenden Verfahren bestätigen das nur, plastisch sichtbar für jeden. Aber viel Neues bringen sie nicht. Wie sagte Semir Zeki:

Wir wissen fast nichts über die Organisation des Gehirns...

Essay von Semir Zeki in der FAZ: "Verändert Schönheit unser Gehirn?"

Und auf dieser Reise durch die Weiten der (Internet-)welt fand ich zu Werner Hahn, und ich, die Ornament Spezialistin ;-) habe noch nie von ihm gehört! Unverzeihlich...

ornamente

 

Bild 8 aus Beitrag: Evolutionäre Theorie von “ALLEM” (ETOE-Teil 3): „EVOLUTIONISM”-UNIVERSALISM-Kunst nach...

Semir Zeki: This is why I believe that artists are, in a sense, neurologists who unknowingly study the brain with techniques unique to them. scienceonline

 

Apartheid im Jungbusch

22. September 2010

"Wir" wollen "unseren" Jungbusch soundso... – Der Bildungsbürger als Norm
oder:
Wollt ihr einen Prenzlauer Busch?

Man möge mir verzeihen. Dass ich das hier schreiben muss. Aber da ich keine Rednerin bin und in Gruppen nicht gut sprechen kann, ist das meine einzige Chance. Auch wenn ich weiß, dass ich mir damit Chancen verbaue...

 

 

"Man wird ja doch noch sagen dürfen!" Aber dann muss man auch die Antwort ertragen. Wenn _ich meine Meinung sage, werde ich wesentlich mehr sanktioniert als Leute, die sagen, dass der Jungbusch dreckig sei und die Bulgaren soundso.

Worum es eigentlich geht?

 

 

Gestern eine öffentliche Sitzung, eingeladen hatte das Gemeinschaftszentrum Jungbusch in der Person von Michael Scheuermann und ein Bewohner in der Person von Frank Maas. Thema war: Wohin geht der Jungbusch? und es folgte eine allgemeine Ablassstunde; abgelassen wurde alles, was einen Bürger so stört: Hundekacke, Kinder, die laut sind und in Hausflure kacken, Mülltüten auf der Straße, Lautstärke; natürlich auch Prostitution, Drogen und andere Kriminalität.

Nicht, dass mich das nicht auch stören würde. Aber der Ton, die Herablassung, der mangelnde Respekt – das tut weh.

Anwesend waren wie immer großenteils Leute, die hier nicht wohnen. Alle außer vielleicht ca. dreien waren Mittelschichtler.

 
 

Alle Vorurteile wurden schnell mal wieder aufgetischt, aus eigener Anschauung, versteht sich. Dass der Leiter der Führungsgruppe im Polizeipräsidium, Herr Adler, bei anderer Versammlung explizit und wiederholt erläuterte, dass es seit der "Ost-Erweiterung", also seit viele Bulgaren im Jungbusch sind, keine erhöhte Kriminalität, Prostituiton oder Drogen gebe, geht an den Leuten vorbei. Sie sind faktenresistent.

Wiederholt werden die immer gleichen Behauptungen, die teils aus Gerüchten zusammengezimmert werden, teils aus kleinen Dingen vergrößert, aus Einzelfällen verallgemeinert, und bestimmten Gruppen zugeschrieben.

Hier gab sich übrigens Herr Scheuermann Mühe, darauf hinzuwirken, dass niemand Probleme ethnifizieren solle.

 
 

Es gibt da eine gefährliche unheilige Allianz zwischen Geschäftsleuten, die überhöhte Profite machen wollen, Bürgern, die ihre Lebensweise zur allgemeinen alleinigen machen wollen, und Unterschichtlern, die ihr Milieu verraten und beschimpfen – um vielleicht doch noch was vom großen Kuchen abzubekommen.

Immobilienbesitzer haben nicht die Wertsteigerung bekommen, die sie sich von einem Umbau des Jungbusch erhofft hatten. Kneipiers nicht die Publikumsmasse, die sie erwarteten.

 
 

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin auch Geschäftsfrau! Ich verdiene auch Geld! Und trage Risiko.

Ich rede von überzogenen Gewinnerwartungen aus Immobilienspekulation und der mangelnden Bereitschaft, Verluste zu tragen. Das ist der Preis höherer Gewinne, wenn man ein Geschäft hat! Das Risiko, bitte.

Nachdem dann ein bis zwei Stunden lang sich jeder von Herzen auskotzen konnte und nur bei extremen Anwürfen eingegriffen wurde (Beleidigungen sind übrigens nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt!) wurde sich doch noch darüber beschwert, dass man nicht sagen könne, was man denkt, ohne gleich eins drüber zu kriegen.

 
 

Sarrazin lässt grüßen.

Kurzer Exkurs: Meinungsfreiheit

Es ist schon krass, dass man sogar das erklären muss. Haben denn eure 7 Jahre Sozialkundeunterricht nichts bewirkt???

"Die Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht und wird in einer Verfassung als ein gegen die Staatsgewalt gerichtetes Grundrecht garantiert" wikipedia

Also: man darf seine Meinung frei äußern, ohne dass der Staat einschreitet.

Meinungsfreiheit ist nicht, dass die anderen nichts erwidern dürfen. Auch emotional reagieren! Eben das ist ja Meinungsfreiheit. Du sagst etwas, und ein anderer sagt etwas dagegen. Das Echo muss man schon vertragen, denn auch dieses ist von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Dass man evtl gesellschaftlich dabei verliert, ist etwas anderes. Und ganz etwas anderes ist es, wenn man eine gesellschaftliche Position hat.

 
 

Weiter mit unserer Versammlung. Mir fehlte in dem Ganzen das Wichtigste:

Nicht ein Wort, wie man die Lage der Leute verbessern könnte.

Nicht ein Wort, dass das Problem ein Soziales ist und nicht vom Jungbusch gelöst werden kann: wenn weite Bevölkerungsschichten verarmen.

Nicht ein Wort, dass es nicht zielführend ist, wenn man Leute nur beschimpft, ohne Liebe, ohne Respekt.

Nicht ein Wort des Mitgefühls, der Mitmenschlichkeit, der Freude an der Lebendigkeit und der Vielfalt hier. Der gleichberechtigten Teilhabe aller und der pluralen Lebensstile.

Man hat nun mal den Jungbusch als zukünftigen "Medienhafen" (Düsseldorf) oder "Duisburg Innenhafen" auserkoren.

Prenzlauer Busch?? Ist es das, was ihr wollt??

Die Einheimischen interessieren da nicht. Und die stellen sich noch auf die Seite der Verdränger!

Da muss man erst mal drauf kommen.

 

 

Bürgerfamilien wollen ihre Kinder hier nicht aufwachsen lassen. Sie würden verlernen, was "normal" sei. Ja bitte, was ist denn normal? Das, was ihr als normal definiert?? Wart ihr noch nie in England zB, wo es dreckig ist und man bei Rot über die Straße geht? (es kommen dabei übrigens nicht massenhaft Kinder um...) Oder Japan... omg ihr glaubt, eure kleine Insel vom Rest der Welt abgrenzen zu können!

Eigentlich ist es ja süß, wie ihr euch an Mülltrennung und Hundekacke festhaltet. Und rings um euch brechen die Strukturen zusammen, die eine Gesellschaft zusammenhalten...

 
 

Lasst eure Kinder doch mal mehr Lebensklugheit lernen; Menschenkenntnis. Der Schulstoff ist schnell drin, wenn ihr sie gut erzieht und auf sie aufpasst. Ich kann aus vielfacher Beobachtung sagen, dass Kinder auch nicht durch den Kontakt zu "Schmuddelkindern" verkommen... (gab es nicht mal einen Degenhardt, der das sang???)

Dass hiesige Familien nicht wegziehen, weil es ihnen nicht gefällt, sondern weil sie keinen Wohnraum finden – das geht unter. Familien werden aus Wohnungen gemobbt, damit die neuen Eigentümer dort Geschäfte einrichten können. Oder um an Studierende zu vermieten, die viel mehr Profit bringen. Familien vergrößern sich, brauchen mehr Wohnraum – und finden keine bezahlbare Wohnung mehr. Sie ziehen weg. Nach Ludwigshafen zB. (Ich glaube, das findet dann Mannheim sogar gut! um sich dann nachher über Länder-Ausgleichszahlungen zu beschweren... ein gutes Beispiel im Kleinen, wie alles zusammenhängt und man nicht sein kleines Fleckchen Erde vom Rest trennen kann).

 
 

Zum Schluss gab es noch ein anschauliches Beispiel bulgarischer Roma-Diskriminierung: Ein bulgarischer Bulgare sprach und fing an, über Roma herzuziehen, dass jeder geschockt war.

Ich hoffe, dass den Leuten damit sehr deutlich wurde, aus welchen Verhältnissen Roma und Türken aus Bulgarien, die dort unterdrückt wurden und immer noch werden, kommen! Und die meisten sind Roma. Sie haben am meisten zu leiden.

Wer wird hier immer dümmer?

6. September 2010

Irre! auf der Spiegel Bestseller Liste

Da stöbert man mal bei den Buchhandlungen, und kommt auf die Spiegel Bestseller Liste – gut, der Spiegel kann dafür jetzt auch wieder nichts – ein Buch von Manfred Lütz: „Irre! Wir behandeln die Falschen.“

 

 

Da muss man ja mal reinlesen. Schon auf S. 1 hat der Mann leider voll geloost. Dass er nur die männliche Form benutze, aus Praktikabilitätsgründen; dazu ein Beispiel, das ja jeder einleuchten muss: „Wenn mann/frau mit seiner/ihrer Partner/in zusammenleben will, so wird er/sie zu ihr/ihm in ihre/seine oder er/sie in seine/ihre Wohnung ziehen müssen.“ Höchst manipulativ. Kannst du auch ganz schön so sagen: „Wenn eine Frau dann mit ihrem Partner zusammenleben will, oder er mit ihr, so wird sie zu ihm ziehen bzw. er zu ihr.“ Ist das so schwer?

Aber dann, die wenigen Seiten, die zum reinschnuppern online sind, geben es mir schon: also Hitler sei nicht psychisch krank gewesen, denn sonst wäre er schuldunfähig gewesen. Das ist gegen jede Rechtsprechung: „Psychopathen gelten in aller Regel als schuldfähig; nur in wenigen Fällen, etwa wenn weitere Störungen vorliegen, sieht man sie als vermindert schuldfähig an.“ wissenschafts-news
und wenn schon verminderte Schuldfähigkeit: würde das die Sache etwa besser machen? Er konnte, so oder so, nur durch das System und die Massen an Leuten, die mitmachten, so groß rauskommen.

 

 

Herr Lutz begründet seine These von der nicht vorhandenen Krankheit des Hitler auf diesen wenigen Seiten auch noch damit, dass, wenn er krank gewesen wäre, man ihm nur Medikamente hätte geben müssen.

Ach, so behandelt man Psychopathie? Der Autor ist Psychiater! („Die meisten Therapieprogramme sind heutzutage verhaltenstherapeutisch und kognitiv-behavioral ausgerichtet.“ wikipedia)

 
 

Er führt sogar Argumente gegen eine psychische Erkrankung Hitlers ins Feld, die genau Psychopathie beschreiben! „Er war so normal, dass er sogar eine besondere Fähigkeit hatte, sich ganz genau auf die Normalen einzustellen, nämlich genau das zu sagen, was die hören wollten, was bei denen ankam […] Denn in der Tat bedurfte es einer gewaltigen Kommunikationsleistung, unter dem Einsatz populistischer Rhetorik höchst erfolgreich Stimmung für sich selbst zu machen, Menschen auf sich zu fixieren, für seine Zwecke zu benutzen...“

Normal? Der Beweis für Hitlers Normalität?? Das ist leider nur dumm. Solche Pseudologik mutet man uns heutzutage laufend zu.

 

nochmal, wikipedia, Psychopathie-Checkliste von Hare (auch wenn die Bezeichnungen der Krankheit heute etwas anders sind):

  • trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme

  • erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl

  • pathologisches Lügen (Pseudologie)

  • betrügerisch-manipulatives Verhalten

  • Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein

  • oberflächliche Gefühle

  • Gefühlskälte, Mangel an Empathie

  • mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen

Apartheid im Jungbusch

28. Juli 2010

Grüne wollen Stadtbild erhalten

Würden sie sich mit der gleichen Energie um die Menschen hier kümmern, hätte ich ja gar nichts dagegen.

 

 

Wenn sie nur genauso viel Herz für die Menschen zeigen würden wie für die alten Gemäuer!

Da haben sie wieder einen Nebenschauplatz gefunden...

Es geht, nach der Teufelsbrücke, nun um dieses Haus:

 

„In einem Antrag fordert die Fraktion der Grünen im Gemeinderat von der Stadt rechtliche Maßnahmen, um das einheitliche Stadtbild der historischen Bauten im Jungbusch zu erhalten. [...] In ihrer Eingabe kritisieren die Grünen beispielhaft ein aktuelles Bauprojekt in der Jungbuschstraße, bei dem an einer gut erhaltenen Fassade aus der Gründerzeit der Sandstein abgeschlagen und eine Außendämmung sowie Zierelemente angebracht wurden. Die Partei begrüße zwar Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Gebäude, fordere aber mehr Sensibilität und Rücksicht auf die städtebauliche Umgebung. So stellten Außendämmung und Zierelemente nicht nur gestalterische Fremdkörper dar, so der Antrag der Fraktion, sondern würden auch den relativ einheitlichen Charakter der Umgebung zerstören.“ Mannheimer Morgen v. 28. Juli 2010

Wer soll das bezahlen? Die Sandsteinelemente waren nicht „gut erhalten“, sie zerbröselten. Sollte Ortsbildschutz durchgesetzt werden, werden Renovierungen sehr viel teurer.

 

Wenn ihr sowas fordert, müsst ihr gleichzeitig eine nennenswerte Förderung vorschlagen. Wo soll die herkommen, bei der derzeitigen stäüdtischen Haushaltslage, wo so viele Jugend- und Kulturprojekte zusammengestrichen werden??? Wo bleiben da eure Forderungen? Und dann werden die Mieten teurer, und noch mehr Familien verlassen das Viertel, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Wo bleiben da eure Forderungen???

Im übrigen gibt es in der Straße viele Häuser aus den 50er bis 70er Jahren. Die sind viel hässlicher.

 

Mir gefallen die billigen Applikationen auf dem Haus des Anstoßes auch bestimmt nicht, und nicht die Farbe, und die Deko-Malerei passt natürlich überhaupt nicht dazu. Allerdings wollte der Bauherr sich offensichtlich an die Umgebung anpassen. In dem Punkt muss ich dem Antrag Recht geben: Beratung tut not.

Aber den meisten Leuten aus dem Ort, mit denen ich gesprochen habe (Nicht-Bildungsbürger natürlich) gefiel das Haus: mal was anderes.

 
 

Warum lasst ihr nicht zu, dass auch andere Geschmäcker bedient werden? Immerhin sind das hier die Einheimischen, und nicht irgendwelche Leute, die hier Geld verdienen wollen oder sonst von außerhalb kommen.

Könnt ihr nicht mal über den Tellerrand blicken? Euer Geschmack ist nicht absolut!

 
 

Sehr schön herausgearbeitet hat die Abgrenzungsfunktion von Geschmack Pierre Bourdieu 1979 in seinem Buch „Die feinen Unterschiede“, wo er ein ebenso grandioses wie abgründiges Panorama ununterbrochener und in alle kulturellen Bereiche hineinreichender gesellschaftlicher Prestigekämpfe entwarf. Er zeigte, wie scheinbar Unpolitisches – der persönliche Geschmack eines Individuums bis zu den kleinsten Details der Wohnzimmereinrichtung – Ausdruck seiner spezifischen Klassenlage war, mehr noch: Waffe in einem immerwährenden Konflikt um gesellschaftliche Macht. taz v. 25.01.2002

Bourdieu entwickelt eine Theorie, nach der Geschmack ein quasi Natur gewordenes gesellschaftliches Verhältnis ist, das über Symbole der Festigung und Reproduktion von Herrschaftsstrukturen dient.
Gesellschaft als sozialer Raum: Bourdieu konstruiert ein theoretisches Modell der Gesellschaft in Form eines „Sozialraumes“, in dem die gesellschaftliche Stellung von Individuen anhand ihrer Ausstattung mit Kapital verortet werden kann. Unter Kapital wird dabei zweierlei verstanden: zum einen ökonomisches Kapital, zum anderen aber auch kulturelles Kapital. snafu.de

 
 

oder: Vor allem ist die Differenzierung von Geschmack in Bezug auf die bildende Kunst für die Herstellung von Klasse auf symbolischer Ebene bedeutsam. So macht es z. B. einen Unterschied, ob jemand sogenannten Kitsch, van Gogh oder moderne Kunst bevorzugt. Darüber hinaus besitzen alltägliche Güter und Verhaltensweisen, wie z. B. die Bevorzugung von Fast Food und anderer übermäßiger Mahlzeiten auf der Seite der Angehörigen der unteren Klassen gegenüber teuren, gesunden und seltenen Nahrungsmitteln auf der Seite der „Herrschenden“ ebenfalls klassifizierende Wirkung. wikipedia

Der Vulkan

26. Mai 2010

schläft fast

nur noch Wasserdampf, immerhin die Wasserdampfsäule noch 2 km hoch!

eyjafjallagos

Apartheid im Jungbusch

28. Juli 2010

Grüne wollen Stadtbild erhalten

Würden sie sich mit der gleichen Energie um die Menschen hier kümmern, hätte ich ja gar nichts dagegen.

 

 

Wenn sie nur genauso viel Herz für die Menschen zeigen würden wie für die alten Gemäuer!

Da haben sie wieder einen Nebenschauplatz gefunden...

Es geht, nach der Teufelsbrücke, nun um dieses Haus:

 

„In einem Antrag fordert die Fraktion der Grünen im Gemeinderat von der Stadt rechtliche Maßnahmen, um das einheitliche Stadtbild der historischen Bauten im Jungbusch zu erhalten. [...] In ihrer Eingabe kritisieren die Grünen beispielhaft ein aktuelles Bauprojekt in der Jungbuschstraße, bei dem an einer gut erhaltenen Fassade aus der Gründerzeit der Sandstein abgeschlagen und eine Außendämmung sowie Zierelemente angebracht wurden. Die Partei begrüße zwar Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Gebäude, fordere aber mehr Sensibilität und Rücksicht auf die städtebauliche Umgebung. So stellten Außendämmung und Zierelemente nicht nur gestalterische Fremdkörper dar, so der Antrag der Fraktion, sondern würden auch den relativ einheitlichen Charakter der Umgebung zerstören.“ Mannheimer Morgen v. 28. Juli 2010

Wer soll das bezahlen? Die Sandsteinelemente waren nicht „gut erhalten“, sie zerbröselten. Sollte Ortsbildschutz durchgesetzt werden, werden Renoviereungen sehr viel teurer.

 

Wenn ihr sowas fordert, müsst ihr gleichzeitig eine nenneswerte Förderung vorschlagen. Wo soll die herkommen, bei der derzeitigen stäüdtischen Haushaltslage, wo so viele Jugend- und Kulturprojekte zusammengestrichen werden??? Wo bleiben da eure Forderungen? Und dann werden die Mieten teurer, und noch mehr Familien verlassen das Viertel, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Wo bleiben da eure Forderungen???

Im übrigen gibt es in der Straße viele Häuser aus den 50er bis 70er Jahren. Die sind viel hässlicher.

 

Mir gefallen die billigen Applikationen auf dem Haus des Anstoßes auch bestimmt nicht, und nicht die Farbe, und die Deko-Malerei passt natürlich überhaupt nicht dazu. Allerdings wollte der Bauherr sich offensichtlich an die Umgebung anpassen. In dem Punkt muss ich dem Antrag Recht geben: Beratung tut not.

Aber den meisten Leuten aus dem Ort, mit denen ich gesprochen habe (Nicht-Bildungsbürger natürlich) gefiel das Haus: mal was anderes.

 
 

Warum lasst ihr nicht zu, dass auch andere Geschmäcker bedient werden? Immerhin sind das hier die Einheimischen, und nicht irgendwelche Leute, die hier Geld verdienen wollen oder sonst von außerhalb kommen.

Könnt ihr nicht mal über den Tellerrand blicken? Euer Geschmack ist nicht absolut!

 
 

Sehr schön herausgearbeitet hat die Abgrenzungsfunktion von Geschmack Pierre Bourdieu 1979 in seinem Buch „Die feinen Unterschiede“, wo er ein ebenso grandioses wie abgründiges Panorama ununterbrochener und in alle kulturellen Bereiche hineinreichender gesellschaftlicher Prestigekämpfe entwarf. Er zeigte, wie scheinbar Unpolitisches – der persönliche Geschmack eines Individuums bis zu den kleinsten Details der Wohnzimmereinrichtung - Ausdruck seiner spezifischen Klassenlage war, mehr noch: Waffe in einem immerwährenden Konflikt um gesellschaftliche Macht. taz v. 25.01.2002

Bourdieu entwickelt eine Theorie, nach der Geschmack ein quasi Natur gewordenes gesellschaftliches Verhältnis ist, das über Symbole der Festigung und Reproduktion von Herrschaftsstrukturen dient Gesellschaft als sozialer Raum Bourdieu konstruiert ein theoretisches Modell der Gesellschaft in Form eines „Sozialraumes“, in dem die gesellschaftliche Stellung von Individuen anhand ihrer Ausstattung mit Kapital verortet werden kann. Unter Kapital wird dabei zweierlei verstanden: zum einen ökonomisches Kapital, zum anderen aber auch kulturelles Kapital. snafu.de

 
 

oder: Vor allem ist die Differenzierung von Geschmack in Bezug auf die bildende Kunst für die Herstellung von Klasse auf symbolischer Ebene bedeutsam. So macht es z. B. einen Unterschied, ob jemand sogenannten Kitsch, van Gogh oder moderne Kunst bevorzugt. Darüber hinaus besitzen alltägliche Güter und Verhaltensweisen, wie z. B. die Bevorzugung von Fast Food und anderer übermäßiger Mahlzeiten auf der Seite der Angehörigen der unteren Klassen gegenüber teuren, gesunden und seltenen Nahrungsmitteln auf der Seite der „Herrschenden“ ebenfalls klassifizierende Wirkung. wikipedia

danke, Steve!

18. Mai 2010

Kein Porno in den apps store

Geht doch! Also da gibt es doch noch Leute, die sich dagegen stemmen, gegen diese Flut von unwürdigen Darstellungen – aber wahrscheinlich gab es dazu eine Untersuchung, und er hat herausgefunden, dass sein Publikum sowas nicht goutiert, jedenfalls nicht im app store; und dass das Image des iphone leiden würde – das ja fast allein vom Image lebt. Andererseits ist bekannt, dass erst die Sexindustrie das web richtig nach vorne gebracht hat.

Man weiß es nicht. Man weiß ja noch nicht mal, ob die email von Steve echt ist...

Steve Jobs, Porno und Android

 

Übrigens, in den USA hat das Android OS (Betriebssystem) (Offene Plattform, Googles Spielwiese) das iphone OS gerade überholt! In Europa kann davon keine Rede sein, hier hat das iphone bei den mobilen Seitenaufrufen die Nase weit weit vorn: 70%; und windows mobile, na, ich darfs gar nicht sagen, mein handy, ist so unbedeutend, dass es unter Sonstige fällt...

„Here, a cell phone is called a Handy, and Germans are very keen on them“

 
 

Deutschland sei in Europa der größte Absatzmarkt für Handys, und hier hat jede Einwohnerin, jederr Einwohner durchschnittlich 1,3 Handy Anschlüsse! und weitere interessante Zahlen und Fakten zur Handynutzung in Deuschland und anderswo

Zurück zu Porno, ich komm mir ja schon vor, ich weiß nicht wie, aber:

 

 

Ihr wisst schon, ich bin nicht prüde, und ich hätte auch nichts gegen gute Pornos... aber das, was es im Internet gibt, ist so entwürdigend, den Menschen demütigend, ihn reduzierend auf ein Suchtmonster, das sich mit banalen und einfallslosen Bildern ein wenig abreagiert...

...dass ich froh bin, wenn einer das eindämmt, wenigstens partiell, wenn einer sagt, das geht nicht, einer, der Marktmacht hat

 

Der Vulkan

26. Mai 2010

schläft fast

nur noch Wasserdampf, immerhin die Wasserdampfsäule noch 2 km hoch!

eyjafjallagos

Der Vulkan

18. Mai 2010

schläft auch noch keineswegs!

es gibt ja die webcams dort, eine sogar mit Wärmebild
http://eldgos.mila.is/eyjafjallajokull-fra-thorolfsfelli/

 

 

da gibt es dann die schönsten Farbenspiele, wenn es regnet, und die schönsten Aussichten, wenn es klar ist

aber am spannendsten ist es, wenn dort Leute vorbeigehn! und was machen sie? du denkst, sie bewundern die Aussicht, das Schauspiel der schwarzen Aschewolke? Nein, sie telefonieren natürlich... Einer hielt es stundenlang aus, stets mit dem Handy am Ohr – bis ihm jemand dann anscheinend sagte, dass er gefilmt wird, jedenfalls dreht er sich plötzlich um und winkt, handy natürlich immer noch am Ohr, in die Kamera!

Thermal image Eyjafjallajökull eruption eldgos

zwei Handys unterm Eyjafjallajökull

So sieht das dann auf der Wärmebildkamera aus, vier waren da, und auf der normalen

und so wird man berühmt eine vollkommen absurde Situation, ich vor meinem Bildschirm und da draußen, in der kalten Einsamkeit, bei der Geburt der Welt, einsame Gestalten, warum gerade sie, warum gerade wir auf der Welt, warum gerade wir noch leben ein solcher Zufall, das ganze Leben...

Schulligo, da muss ich jetzt doch mit Rilke kommen:

 
 

Aber weil Hiersein viel ist, und weil uns scheinbar
alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das
seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten. Ein Mal
jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und wir auch
ein Mal. Nie wieder. Aber dieses
ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur einmal:
irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.

(aus der 9. Duineser Elegie)

danke, Steve!

18. Mai 2010

Kein Porno in den apps store

Geht doch! Also da gibt es doch noch Leute, die sich dagegen stemmen, gegen diese Flut von unwürdigen Darstellungen – aber wahrscheinlich gab es dazu eine Untersuchung, und er hat herausgefunden, dass sein Publikum sowas nicht goutiert, jedenfalls nicht im app store; und dass das Image des iphone leiden würde – das ja fast allein vom Image lebt. Andererseits ist bekannt, dass erst die Sexindustrie das web richtig nach vorne gebracht hat.

Man weiß es nicht. Man weiß ja noch nicht mal, ob die email von Steve echt ist...

Steve Jobs, Porno und Android

 

Übrigens, in den USA hat das Android OS (Betriebssystem) (Offene Plattform, Googles Spielwiese) das iphone OS gerade überholt! In Europa kann davon keine Rede sein, hier hat das iphone bei den mobilen Seitenaufrufen die Nase weit weit vorn: 70%; und windows mobile, na, ich darfs gar nicht sagen, mein handy, ist so unbedeutend, dass es unter Sonstige fällt...

„Here, a cell phone is called a Handy, and Germans are very keen on them“

 
 

Deutschland sei in Europa der größte Absatzmarkt für Handys, und hier hat jede Einwohnerin, jederr Einwohner durchschnittlich 1,3 Handy Anschlüsse! und weitere interessante Zahlen und Fakten zur Handynutzung in Deuschland und anderswo

Zurück zu Porno, ich komm mir ja schon vor, ich weiß nicht wie, aber:

 

 

Ihr wisst schon, ich bin nicht prüde, und ich hätte auch nichts gegen gute Pornos... aber das, was es im Internet gibt, ist so entwürdigend, den Menschen demütigend, ihn reduzierend auf ein Suchtmonster, das sich mit banalen und einfallslosen Bildern ein wenig abreagiert...

...dass ich froh bin, wenn einer das eindämmt, wenigstens partiell, wenn einer sagt, das geht nicht, einer, der Marktmacht hat

 

Asche

21. April 2010

Auswirkungen in Island

9000 Tiere müssen umgezogen werden, weil die Felder kaputt sind, und wegen Fluorverseuchung.

Der Jungbusch muss das Paradies sein...

21. April 2010

... der einzige Ort auf der Welt, wo es keine Vorurteile gegen Roma gibt!

 

Den Eindruck hat man nach einer Sitzung des sog. Koordinierungskreises, wo ich alle 2 Jahre mal hingehe, um mir schlechte Laune zu holen...

Wie gesagt, dort sitzen nur städtische Mitabeiterinnen und Mitarbeiter und solche von anderen Einrichtungen, Politiker und andere Leute aus der Bildungsbürgerschicht, die am Mittwoch Nachmittag nichts zu tun haben (1 -2 Ausnahmen natürlich, aber heute keine)

 

 

Merksatz: „Ich weise das weit von mir!“ (dass bestimmte Statements etwas mit Vorurteilen zu tun hätten) „und lasse mich da nicht in eine Schublade stecken“

Allein schon zu leugnen, dass es Vorurteile gibt, und dass sie ein großes Problem sind (die EU legt viele Programme dagegen auf), sagt alles.

Madonna wurde ausgebuht, in Rumänien, weil sie am Schluss ihres Konzertes dazu aufrief, etwas an der Situation der Roma zu ändern!

 
 

Jedes Kind hier weiß, wie viel gegen Roma gesprochen wird, wie viel Aversionen (und Gewalt) ihnen entgegenströmen.

Das war vorher mit Fremdenfeindlichkeit so, auch deren Existenz wurde in den Kreisen, die „Integration“, „Beheimatung“ (neues Wort, habe ich jetzt erst gelernt) usw im Viertel zu befördern angetreten sind, geleugnet.

 
 

Ich höre (außer von einer Person, die sich bekanntermaßen sehr für die Roma engagiert – ach, ja, auch eine Schwester appelliert an die Nächstenliebe) nichts von Mitgefühl, Verständnis für die besch*ene Lage dieser Leute; von Sorge um die Kinder, die doch nichts dafür können; und dass man, wäre man in eine solche Situation hineingeboren, auch nicht anders wäre; und dass das ein Helfen Wollen auslöse

ich höre kein Willkommen kein ich fühle mich wohl in ihrer Gesellschaft kein Was kann man tun, um deren Lage zu verbessern – immer nur: wie kriegt man die Probleme, die diese angeblich bereiten, in den Griff?

Aussage eins: Es sind zu viele (oder viel mehr als früher) Bulgaren im Jungbusch

 

 

Antwort: typisches fremdenfeindliches Argument. Zu viel von etwas ist einfach keine Aussage. Oder habt ihr was gegen zu viel Geld? dieses Argument wirkt nur in Verbindung mit Aussage 4.

Im übrigen: man sieht sie nur mehr, weil sie gerne sich auf der Straße aufhalten (anstatt im Zimmer vor Fernseher oder Spielkonsole, und Depressionen kriegen); und früher hat man sich über andere „dunkle Männer in Gruppen“ beschwert – Türken und Italiener sind aber neuerdings die Guten! so schnell verschiebt sich das

Aussage zwei: Man hat Angst man kann nicht mehr überall gehen

 
 

Antwort: niemand, der oder die hier lebt, hat Angst; das ist nur das Fremde, das Unbekannte, das den Leuten Angst macht, die das nicht kennen

Aussage drei: sogar Mütter haben Angst, ihre Töchter dort vorbeigehen zu lassen (Steigerung: diese könnten ja auf dem Strich landen)

 

 

Antwort: stimmt, die Mütter lassen ihre Töchter dort nicht hin, aber genau das sind ja die Vorurteile, auch und gerade bei den Müttern, auch und gerade auch bei Ausländern, sogar polnische Roma (türkische sowieso) finden, dass es zu viele bulgarische Roma im Jungbusch gibt! denn selbst empfindet man sich nicht als dieser sprichwörtliche Rom, und kann selbst als Rom antiziganistisch sein.

Was die Prostitution betrifft: diese ist kein Problem der Bulgaren, das sollte der Jungbusch am besten wissen! und Zwangsprostitution ist ein Problem, aber selbst die Polizei geht konkreten Hinweisen nicht nach.

Achtung Ironie: und wenn Mütter da Angst haben, muss man als Quartiermanagement natürlich dieses Problem sehen (und natürlich würde man es dadurch am besten lösen, dass die „Auslöser“ weg müssen „Auslöser“ sind natürlich wieder mal die Roma, nicht die eigenen Vorurteile...)

Aussage vier: es gibt mit den Roma (schönfärberisch) „ordnungspolitische“ Probleme

 
 

Antwort: statistisch, erfahrungsmäßig oder sonstwie nicht belegt; klauen und sich prügeln und Drogen dealen usw tun andere Leute auch, und das im gleichen Ausmaß, Türken, Deutsche, Italiener...

Aussage fünf: Diese Männer stehen einer breitbeinig im Weg und gehen nicht weg und machen eine an

 
 

Antwort: wenn man sowas überhaupt erlebt, dann von allen Sorten Männern, und Anmache, also, ja, das ist oft ein Spiel – kontaktgestörte Bildungsbürger fühlen sich natürlich angegriffen

ach mensch ich kann das einfach nicht nachvollziehen wie man so sein kann jeder Mensch ist anders und mit dem einen kann man und mit dem anderen nicht. Aus welchem Land sie oder er kommt ist doch wirklich nur das geringste Merkmal! Die Unterschiede vertikal (zwischen Milieus) sind doch viel größer als horizontal (zwischen Nationen)

 
 

Es ist doch egal, ob Leute in Bulgarien oder Afrika, Grönland oder hier unter unwürdigen Bedingungen leben müssen – umso besser, wenn wir sie hier haben, wo wir helfen können! Jeder Mensch will im Grunde seines Herzens helfen, diese Erfahrung habe ich immer gemacht, noch der härteste Zocker, Geschäftsmann oder Schläger – aber ihre Sucht nach Status, ihr mangelndes Selbstbewusstsein lässt sie Dinge tun, die sie eigentlich gar nicht wollen.

Jede Religion sagt das auch, dass man helfen soll, und es liegt in der Natur des Menschen.

Altruismus, Kooperation und Unterstützung für jedes Mitglied ist eine Errungenschaft der Evolution, die das Überleben der Gruppe sichert. Lasst euch doch nicht weismachen, das recht des Stärkeren sei Evolution! Das hat nie ein Wissenschaftler behauptet, das sind Interpretationen; die Kernaussage Darwins einfach falsch übersetzt: „Survival of the Fittest“ nee das hat nichts mit Fitnesstraining zu tun... siehe auch Beitrag arte >>

Eldgosið ì Eyjafjallajökli à Íslandi

17. April 2010

wow heute ist die Sicht großartig!!!

Bis morgen immer noch keine Freigabe des Flugverkehrs in ganz Nordeuropa

Rauch- und Aschewolke über dem Eyjafjallajökull in Island

Vulkanausbruch Island

und niemand weiß, wie lange das noch dauert, und niemand hat damit gerechnet alles kommt durcheinanderman könnte jetzt mal wieder sagen, da siehst du mal, wie schnell alles zusammenbricht, und dass der Mensch sooo klein ist – – –

hier die webcams >>
(3 verschiedene Standorte, die server sind zeitweilig down, zu viele Leute drauf)

 

 

Die schwarze sehr feine Asche zerstört die Felder

Reimen ist wieder cool – – –

15. April 2010

Sido dichtet wie ein Weltmeister

und ob Schlager oder nicht, es rührt fast zu Tränen ehrlich

auf youtube, Single kommt erst im Mai

 

„bis sie mir irgendwann das große Licht ausschalten
doch der Himmel muss es erstmal ohne mich aushalten“

das ist kein triple rhyme, das ist fünffach, die ganze Zeit macht der das!

 

 

„ich will ein Haus, nen Affen und'n Pferd
lasst mich machen all das werd ich schaffen und noch mehr“

und ich sag's ja konservativ ist modern Sido als „Popper“

 

„wenn alles vorbei ist, dann nimm mir den Atem
doch noch bleib ich hier, der Himmel muss warten“

ewige Themen...

 
Brahms, Ein deutsches Requiem, auf youtube

Herr, lehre doch mich dass ein Ende mit mir haben muss, und mein Leben ein Ziel hat , und ich davon muss

ist es nicht das, was er sagen will? was neben der Liebe das einzige Thema des Lebens ist?? Der Junge ist 29...

 

 

nein, ich habe seine frauenfeindlichen Sprüche nicht vergessen...

geht doch

3. April 2010

Island wird Striptease-freie Zone
 

Island das Traumland – ich wär da schon längst hin ausgewandert, wenn die Leute nicht so so na wie soll ich sagen kühl? wären; Emotionen zu zeigen ist dort noch viel verpönter als bei uns...

 

der standard vom 24. April 2010
 

ja, natürlich ist die Zwangsprostitution ein wichtiger Grund ... aber nicht der einzige

„ein Beruf wie jeder andere“ ? frag mal Leute, die das behaupten – ob sie wollten, dass ihre eigene Tochter einen solchen „normalen“ Beruf ergreife – – –

 

 

und dann wird natürlich mit Freiheit und Befreiung argumentiert...

Erich Fromm zum 30. Todestag

18. März 2010

Haben oder Sein – aktueller den je
„Das tragische Schicksal der meisten Menschen ist, daß sie sterben, bevor sie geboren sind.“

„Ich glaube, dass der Mensch, der die regressive Antwort gibt, dadurch Einheit zu finden versucht, dass er sich von der unerträglichen Angst vor Einsamkeit und Unsicherheit zu befreien versucht, indem er das, was ihn menschlich macht und zum Problem wird, entstellt.“ Erich Fromm >>>

 

Deine Flügel wollen sie
dir abschneiden
weil sie selbst ihre hergeben mussten

Deine Flügel mit denen du
in den Himmel fliegen kannst
den Himmel wo das Leben ist

bunt tief hoch

haben oder sein
Erich Fromm starb vor 30 Jahren
Wir sind untröstlich

Frauentag

8. März 2010

Body Snatchers
„Wo lassen Sie fühlen?“

„Während die Menschen dabei – schmerzlos – zugrunde gehen, entstehen neue Identitäten, die sich von den menschlichen Originalen „nur” dadurch unterscheiden, dass sie keine Gefühlswelt mehr kennen.“ Body Snatchers >>>

body snatchers

Es kam ein Alien

Menschenseelen waren seine Nahrung, ohne die er nicht überlebte

Er konnte die Schönheit nicht sehen deshalb besetzte er ihre Augen
Er konnte die Liebe nicht fühlen deshalb besetzte er ihr Herz
Er konnte die Lust nicht spüren deshalb besetzte er ihre Möse

Da fand sie sein Gesicht schön doch es war hässlich
Ihr Herz sang seni seviyorum doch sie liebte ihn nicht
und sie war nass und heiß doch er war gar nicht ihr Typ

Alien Alien die Welt wäre besser du brächtest dich endlich um!

 

 

und immer wieder Unterschicht

1. März 2010

Klaus Wowereit spricht von der „Integration der Unterschicht“
 

... Ich selbst plädiere für die Integration der Mittel- und Oberschichten ...

(bild.de) Er kommt aus niedriger Schicht. Und er weiß, dass für die richtigen Berufe nicht Leistung entscheidend ist, sondern Stil.

 

 

ENTSCHEIDEND!

wo man bei Bildungsbürgern schon völlig unten durch ist, wenn man mal schreit, weil man eine Gruppe wilder Kinder und Jugendlicher zur Ruhe bringen will...

Lautstärke. Das ist ein entscheidendes Kriterium für Schichtzugehörigkeit. Ein Beispiel für den Katalog an Verhaltensweisen, der Dazugehörigkeit definiert.

 

 

Mit leiser Stimme sprechen, keinen Dialekt, keine Gefühlsregungen weder in Stimme noch in Mimik oder Gestik – kurzum: tot sein. Das ist achtenswert. Lebendigkeit ist Unterschicht.

Andere Codes sind zB Goldkettchen – ohh, gibt es etwas, das Unterschicht mehr kennzeichnet als Goldkettchen, ich meine, an Männern?

 

stern.de Goldkettchen

Oh da findet sich sogar Material, der Stern hat danach gefragt: „Warum tragen Prolls Goldkettchen“ und ein kluger Blogger hat die Frage präzisiert: „Warum tragen nur Prolls Goldkettchen“ und eine interessante Abhandlung darüber geschrieben: Zettels Raum

„Vielleicht ist das ja nur eine Rückkehr zur Normalität, der Abschied vom Bürgertum des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Vielleicht geht damit aber auch mehr einher, eine gewisse Auflösung der Strenge und Disziplin, die unsere Kultur zur Weltkultur gemacht haben.“

Nur mit seiner Einschätzung, dass mittlerweile die Mittelschicht oder genauer gesagt, die Bildungsbürger, sich an der Unterschicht orientieren würden – die kann ich nicht teilen

Das Problem ist ja gerade, dass die Unterschicht sich am bildungsbürgerlichen Habitus orientiert – in ihrer Bewertung anderer Menschen... um vom Blick auf das eigene Leben anzulenken? reich sind die Bildungsbürger schon lange nicht mehr (waren sie nie, auch möglichst wenig zu besitzen ist eines iher Ideale – und das wird jedenfalls von unteren Milieus nicht angestrebt ;-)

 
 

Man kann das auch Klassenverrat nennen, und da kommen wir zu Sloterdijk, „der unablässig und unverantwortlich an den moralischen Grundlagen der sozialen Demokratie herumknabbere“ (Axel Honneth in der ZEIT Nr. 40/09)

Jens Jessen in der ZEIT vom 24. Jan 2010: „Indes bestand Sloterdijks Denkmanöver darin, gerade die Moral eines umverteilenden Steuersystems infrage zu stellen: Es ruiniere nämlich gleichzeitig, indem es die Hilfe für die Schwachen zum Zwang mache, die spontane Hilfsbereitschaft der Stärkeren.“

Sloterdijk im Schaum via Hendryk Broder, der sonst nicht so mein Fall ist ;-(

 

Da lachen wir uns ja mal tot... Hat einer schon mal irgend einen Reichen gesehen, der teilt (ja doch es gibt sie, die Ausnahmen, aber meist sind es Alibi-Spenden)? der die Schwächeren wertschätzt und weiß, dass er selbst so geworden wäre, wäre er in solche Verhältnisse hineingeboren worden?

Und nicht nur das: wie groß ist der Unterschied zwischen dem Empfang von milden Gaben und dem Recht auf ein menschenwürdiges Leben, ohne Betteln, ohne Schleimen?? Welche Freiheit gibt es uns, seit wir nicht mehr auf unsere Familie angewiesen sind, um sozial intakt leben zu können? seit wir die innerfamiliären Grausamkeiten benennen und meiden dürfen?

 
 

Klar gibt es gute Familien! aber das ist nicht der Punkt. Sondern die Freiheit der Wahl. Nicht alles akzeptieren zu müssen, um sozial integriert zu bleiben.

endlich! 

2. Februar 2010

Die Wahrheit über die Evolution der Geschlechterverhältnisse
 

arte.xenius entlarvt viele Stereotypen als Projektionen

arte Xenius: die Wahrheit über die Steinzeitkultur

Rollenverteilung in der Steinzeit – nicht nach Geschlechtern getrennt, sondern nach Fähigkeiten

 

 

ZB dass wir unsere heutige Rollenverteilung hätten, weil das noch aus der Steinzeit stammt – Frau am Feuer, Mann auf der Jagd...

„Der Mythos des Mannes als alleiniger Ernährer hat sich aus dem konservativen Familienbild des 19. Jahrhunderts entwickelt und wurde dann ungeprüft auf die Steinzeit übertragen.“

 

 

oder das Märchen, dass Frauen schlechter einparken könnten als Männer - diese These, die weit verbreitet als Stand der wissenschaftlichen Forschung anerkannt ist, beruht auf einer viel zu kleinen Studie mit viel zu kleinen gemessenen Unterschieden.

„Dabei arbeiten die Erwachsenen nicht mehr als 3 – 6 Stunden am Tag. Der Rest ist Freizeit.“

 
 

oh ja, und auch sonst klingt alles nach dem Wunschleben... so sind wir angelegt, das ist eigentlich, was jede und jeder will!

„Kommunizieren und Kooperieren, das ist das wahre Erbe der Evolution.“

 

geht doch

2. Januar 2010

_das Video – coole Musik – und ganz ohne Erniedrigungen
 

Das Lied ist toll

stromae alors en danse - split screen

Stromae –
Alors on danse

 

 

doch, es kommen Frauen drin vor – doch, es ist aktuelle, relativ harte Musik – doch, es kommt auch DIE EINE vor – aber sie ist eine PERSON! keine Sammlung von männlichen Macht-Porno-Klischees über Frauen

noch mehr Frauen kommen vor, alle individuell, ohne F*bewegungen Kussmund Schlafzimmerblick Nu*enkleidung

 
 

Ahhhhhhhhhhhhh wie guuuuuuuuuuuuuuuut ;-)

 

Das war 2009 >>>

Gertrud Schrenk
Jungbusch Str. 15
68159 Mannheim
wishbone@gertrud-schrenk.de
www.gertrud-schrenk.de